Jugendschutz: Publisher nicken Sofortprogramm ab

Statements von allen Seiten

Das Sofortprogramm des Familienministeriums ist gestern wie eine Bombe eingeschlagen. Innerhalb kürzester Zeit gab es von allen Seiten Statements und breite Zustimmung. Sowohl Marktführer Electronic Arts als auch der BIU (Bundesverband der Unterhaltungsindustrie) begrüßten den verbesserten Schutz von Kindern und Jugendlichen und sahen nur bei wenigen Punkten Gesprächsbedarf.

Diese ungewöhnlich einhellige Unterstützung mag zum einen am angeschlagenen Image der Branche liegen, zum anderen in der Angst vor einer Kriminalisierung von "Gewaltspielen", wie sie Günther Beckstein fordert - diese knallharte Zensur wünscht sich wirklich niemand. So beißt die Industrie lieber in den sauren Apfel des verschärften Jugendschutzes und hofft in Gesprächen einige der Punkte diskutieren zu können als den Komplett-Verbot zu riskieren. Fest steht, dass Ende des Jahres auch der erwachsene Spieler sich auf einige einschneidende Änderungen gefasst machen muss.

Kommentare (7) Latest comment vor 5 Jahren

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  • BathiBoi #1 vor 5 Jahren

    ja was sollen sie auch anderes machen.
    kristian hat da schon recht. lieber das kleinere übel.

    ich bin trotzdem gespannt in wie weit sie um die zu "disskutierenden punkte" auch kämpfen werden.

    da sollten sich die ganzen publisher mal gemeinesam an einen tisch setzten und versuchen wenigstens ein paar ihrer und unserer interessen durchzusetzen.
    Editiert von BathiBoi um 14/02/07 @ 11:48
  • Kristian #2 vor 5 Jahren

    ich denke den meisten spielern ist noch nicht bewusst, welche änderungen da auf sie zukommen. ich fand das aktuelle system eigentlich hervorragend....
  • Heavy_Rain #3 vor 5 Jahren

    Ja, und erstmal abwarten was aus dem eingereichten Gesetzesentwurf vom Beckstein und den Bayern wird, da die ja darauf beharren.
  • RushOliver #4 vor 5 Jahren

    Was sollte mir als Erwachsener schon passieren, höchstens das ich meinen Ausweis beim Kauf des Spiels zeigen muß. Ich hoffe nur das dann die Zeit der speziellen "deutschen" Versionen vorbei ist und auf eine sprachliche Lokalisierung kann ich auch verzichten. Eventuell begünstigt dieses Vorgehen auch wieder die kleinen Händler, da die großen Ketten diese Titel nicht mehr bewerben und ausstellen dürfen.

    Die Hauptsache ist das ein Beckstein mit seinem populistischen Vorgehen keinen weiteren Nährboden erhält. Ich habe noch zu gut die TV-Berichte im Kopf wo er Szenen aus GTA als Beispiel anprangerte die SO in der kaufbaren deutschen Version nicht mehr zu finden waren. Das dies zudem in einem öffentlich rechtlichen Fernsehsender ohne gegenteilige Meinungsdarstellung geschah ist umso schlimmer. Ich hätte es wirklich lustig gefunden wenn ich mir in Holland einen entsprechenden Titel gekauft hätte und die Gefahr bestünde wie ein Drogenkurier aufgegriffen zu werden.

    Die Hersteller sollten sich auch keinerlei Sorgen um die Verbreitung ihrer Titel machen, denn ein GoW (Epic-Games) hat sich in Deutschland ganz sicher hervorragend verkauft. Das Kinder oder Jugendliche diese Titel nicht in die Finger bekommen halte ich für vollkommen legitim und begrüße ich als Familienvater auch.
    Editiert von RushOliver um 14/02/07 @ 14:17
  • BathiBoi #5 vor 5 Jahren

    meine hoffnugn besteht auch darin, in zukunft an spiele ranzukommen die ich zum jetztigen zeitpunkt IN deutschland nicht kaufen konnte, da nie erschienen.

    wenn es kommt wie ich denke können uns die kommenden regelungen als erwachsene spieler reichlich egal sein.
    um noch weiterzugehen werden wir sie vielleicht sogar begrüßen wenn wir uns endlich offiziell "quake 5" oder "doom 4" im laden kaufen können.

    wobei ich trotzdem bleibe ist dass das generelle werbeverbot leicht überzogen ist.
  • Heavy_Rain #6 vor 5 Jahren

    Der deutsche Kulturrat hat sich inzwischen auch mal zu Wort gemeldet.
    Sehr gutes Statement.

    "Bei der Debatte um Gewalt in Computerspielen darf aber nicht über das Ziel hinausgeschossen werden. Erwachsene müssen das Recht haben, sich im Rahmen der gesetzlichen Bestimmungen auch Geschmacklosigkeiten oder Schund anzusehen bzw. entsprechende Spiele zu spielen. Die Meinungsfreiheit und die Kunstfreiheit gehören zu den im Grundgesetz verankerten Grundrechten. Die Kunstfreiheit ist nicht an die Qualität des Werkes gebunden. Kunstfreiheit gilt auch für Computerspiele."

    http://www.kulturrat.de/detail.php?detai...
    Editiert von Heavy_Rain um 14/02/07 @ 16:08
  • BathiBoi #7 vor 5 Jahren

    ja, klasse kommentar. es gibt also doch noch ein paar objektive menschen.