LittleBigPlanet: American Islamic Forum for Democracy missbilligt 'Zensur'

Man kann nicht einfach kehrtmachen

Nach der weltweiten Rückrufaktion bereits ausgelieferter Exemplare von LittleBigPlanet aufgrund zweier Koran-Zitate in einem der Musikstücke des Soundtracks hat das American Islamic Forum for Democracy diese Art der "Zensur" missbilligt.

"Muslime können nicht gleichzeitig von Meinungs- und Religionsfreiheit profitieren, um dann jedesmal kehrtzumachen und eine Einschränkung der Freiheit anderer zu verlangen, wenn sie sich beleidigt fühlen", sagt M. Zuhdi Jasser, Präsident des AIFD.

"Der freie Markt erlaubt die Bekundung des Missfallens, indem man das beleidigende Spiel einfach nicht kauft." Laut Jasser erlaube nicht nur der erste Verfassungszusatz die Meinungsfreiheit, auch Mohammed "verteidige das Recht seiner Feinde, ihn in jedweder Art und Weise zu kritisieren. Selbst, wenn es gegenüber den islamischen Sensibilitäten oder dem Respekt für den Koran beleidigend sei."

Sonys Zensur und die Beugung vor der Forderung eines Forennutzers, der diese Textstellen entdeckte, bezeichnet Jasser als kontraproduktiv für die Redefreiheit. "Die Forderung nach einem Rückzug des Spiels hat ihren Ursprung in einer Gesellschaft, die den nach Kontrolle verlangenden Theokraten mehr Wert eingesteht als dem zentralen Prinzip der Meinungsfreiheit, auf dem die Religionsfreiheit basiert."

"Die Tatsache, dass der Musiker ein strenggläubiger Muslim ist, sollte klar hervorheben, dass der Kern dieses Problems sich nicht um die Beleidigung 'aller Muslime' dreht, sondern lediglich um die Meinungsfreiheit und den freien Markt."

Nichtsdestotrotz ist Jasser gegen die Nutzung von Koran-Zitaten - die er als "die Worte Gottes" bezeichnet - in nicht-erzieherischen Videospielen.

"Die AIFD ist gegen jede Form von Zensur im Marktplatz der Ideen. Egal, ob sie von der Regierung, durch die Antworten militanter Personen eingeschüchterten Unternehmen oder denjenigen mit einem unpassend empfindlichen Grad an Political Correctness stammen."

Kommentare (16) Latest comment vor 4 Jahren

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  • Syrok Bestätigt Community Coordinator, Tarsier Studios #1 vor 4 Jahren

    Hier, alle Firmen, Politiker und sonstige bitte lesen und verinnerlichen.
  • DavidBoring #2 vor 4 Jahren

    ja, ein sehr gutes statement
  • DavidBoring #3 vor 4 Jahren

    nur etwas zu spät...
  • gigsen #4 vor 4 Jahren

    ..zumindest dir LBP..
  • OtaQ #5 vor 4 Jahren

    ...wie gesagt, da sitzen Scheiche hinter SONYs Anteilen.

    ...das ist der einzige Grund.
  • gigsen #6 vor 4 Jahren

    ist mir alles egal... ich will nur das Game haben..
  • monkeyboobs #7 vor 4 Jahren

    Laut Jasser erlaube nicht nur der erste Verfassungszusatz die Meinungsfreiheit, auch Mohammed "verteidige das Recht seiner Feinde, ihn in jedweder Art und Weise zu kritisieren.

    Wenn ich aber nun garkein Feind Mohammeds sein und das Spiel trotzdem kaufen will? Was ich nicht wirklich will, weil ich ich keine PS3 will, aber wollen muss man können tun und deshalb sag ich: WHAT?!
  • Syrok Bestätigt Community Coordinator, Tarsier Studios #8 vor 4 Jahren

    Ich glaub du hast das nicht recht verstanden. Er meint das auch Mohammed sagte das man die Meinung andere repektieren muss auch wenn sie nicht mit der eigenen über ein Stimmen.

    @Otaq: Guck dir mal die Hauptaktionäre an.
  • Aufziehvogel #9 vor 4 Jahren

    Es ist kurios, nicht der Staat sondern wir(in diesen Fall Sony) schränken die Meinungsfreiheit ein unter Vorwand der Prävention.
    Den gleichen Fall gab es bereits bei der Oper Idomeneo.
    Ich denke Muslime sind mündige Bürger und so sollten wir sie auch behandeln.
  • monkeyboobs #10 vor 4 Jahren

    @Syrok: Doch, hab ich ;)

    Schaut mal hier, auf Kotaku gefunden:

    Toumani Diabate is the man behind Tapha Niang, the song that caused the LittleBigPlanet delay. Diabate, from Mali, is a Muslim. And can't see anything wrong with including sections from Islam's holy book in his music: »It's quite normal to play music and be inspired by the words of the Prophet Mohammed. It's my way to attract and inspire people towards Islam.« Wonder if Sony thought about that side of the coin before hitting the big red panic button?

    Jetzt wissen wir's!
    Editiert von monkeyboobs um 21/10/08 @ 12:42
  • Kristian #11 vor 4 Jahren

    Nachdem ich erfahren habe, dass es in Ordnung ist, wenn der Künstler ein gläubiger Moslems ist und im Nahen Osten auch Lieder mit Koran-Textzeilen als Klingelton heurmgeschickt werden, nehme ich meine alte Aussage zurück. Ja, wenn man einen Experten gefragt hätte, wäre es wohl besser gewesen, LBP nicht zurück zu rufen.
  • sokrates28 #12 vor 4 Jahren

    bei allem respekt, aber mich nervt diese ständigen kulturmeinungsverschiedenheiten-diskussionen bzw. diese ständige political correctness.
  • gigsen #13 vor 4 Jahren

    ..da merkt man mal wieder wie fremd wir (unsere kulturen) uns doch eigentlich immernoch sind..
  • Sevens #14 vor 4 Jahren

  • KayTwo83 #15 vor 4 Jahren

    hmm vllcht hätte man assasines creed auch zurück ziehen sollen. da wurde soviel von der bibel und gott erzählt, das ich mich schon fast beleidigt gefühlt habe (ja okay ich bin nicht gläubig). nun ich finds einfach nur feige und dumm, es waren doch keine beilidigenden koran verse, oder? falls es doch in einem neutralen sinn stand, muss man sicher nicht den schwanz einziehen!!
  • Syrok Bestätigt Community Coordinator, Tarsier Studios #16 vor 4 Jahren

    Es ging um die Verwendung der Verse nicht um deren Inhalt.