Lost Odyssey - Test
Einen Oscar für die besten Darsteller
Es war so ungefähr in der sechsten Spielstunde, als mir klar wurde, dass Lost Odyssey vielleicht nicht das perfekte und ganz sicher nicht das innovativste Rollenspiel sein dürfte, mich trotzdem aber bis zum noch fernen Finale an das Pad fesseln würde. Das wichtigste überhaupt hat Mistwalker nämlich hinbekommen: Lebendige und vor allem interessante Charaktere. Und hier hat jeder einzelne weit mehr zu bieten, als der gesammelte Kindergarten aus Blue Dragon.
Fangen wir einfach beim Helden Kaim an. Auf den ersten Blick habt Ihr da den etwas grantig wirkenden, leicht auf androgyn getrimmten Anime-Veteranen, jung an Jahren, alt an Erfahrung, so oder ähnlich seit Urvater Cloud Strife wohlbekannt. In Lost Odyssey steht aber endlich mal ein Charakter, der wirklich allen Grund hat, mehr als nur ein wenig Lebensmüdigkeit an den Tag zu legen.
Er ist nicht nur unsterblich und handelte im Laufe der letzten 1000 Jahre nicht immer nur aus gutem und reinen Gewissen, jetzt hat er auch noch all dies vergessen und lebt in einem ständigen Gefühl von Déjà-vu, Verlust und innerer Leere. Wir müssen uns nicht fragen, wie er so jung schon so lebensmüde werden konnte. Er ist steinalt und hat genug Gründe, um dies nicht als Segen zu betrachten.

Gestatten: Kaim. Grantig, androgyn und unsterblich.
Kaims dunkle Träume aus einer reichen und vielschichtigen Vergangenheit, erzählt in den etwas mehr als 30 Teilen des „Thousand Years of Dream“, werden von kleinen Mementos ausgelöst. Das Puzzle von Gegenwart und Vergangenheit verwebt sich immer mehr zu der Schicksalsfrage nicht nur eines Mannes, sondern der ganzen Welt.
Das ungreifbare Gefühl, alles schon einmal erlebt zu haben, schon einmal gesehen zu haben, wo es hinführte und dass das Rad des Schicksal sich wieder zum Schlechten dreht, schafft eine düstere und geheimnisvolle Grundstimmung, die dank des guten Skriptes auch an Euch weitergegeben wird. Dafür sind die fast schon innovativ schlichten Erinnerungsfetzen zu einem guten Teil verantwortlich. Jeder Schnipsel erzählt Euch ca. 10 Minuten lang eine Geschichte und zwar nur als Text mit dezenter Hintergrundmusik.
Das Erstaunliche dabei ist die Qualität. Ihr müsst schon aus Stein gemeißelt sein, um nicht bei den Geschichten des heimkehrenden Kriegers oder des alten Mannes im Kerker zu schlucken. Die Fragmente von Kaims Vergangenheit lösen Emotionen aus und schaffen ohne Bilder weit mehr, als jede CG jemals erreichen könnte.

Shopping in Urah. Dieser Hund ist nicht ganz so gesprächig wie der aus Monkey Island.
Damit Kaim und so auch Ihr nicht ganz allein den düsteren Verstrickungen auf den Grund gehen müsst – und natürlich auch Rückendeckung in den zahlreichen Kämpfen habt – , stellt Euch Mistwalker einen starken Cast von weiteren Unsterblichen und normalen Menschen an die Seite. Alle irgendwo sicher aus dem großen Buch der RPG-Stereotypen entliehen, das können sie nicht verbergen, aber mit genug Charakter, Charme und vor allem persönlicher Handlungstiefe, um Euch diesen Umstand schnell wieder vergessen zu lassen.
Lost Odysseys sicher definierender Moment als das neue Rollenspiel für das „erwachsene“ Klientel – im Gegensatz zum Blue Dragon-Kindergeburtstag – dürfte wohl eine frühe Begegnung mit Jansen sein, einem Streuner-Magier im besten Sinne des Rollenspielglossars, der mit drei leichten Damen, einem Hangover in Warteschleife und einer Reihe cooler und pointierter Sprüche einen denkwürdigen Auftritt feiert.
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Kommentare (29) Latest comment vor 3 Jahren
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ich will gern mal eins proieren aber nicht gleich vor frust den controller zerbeisen?
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Störende Ladezeiten habe ich nicht wirklich ausmachen können (Japan-Import) und auch das Kampfsystem kommt schön taktisch und in den Boss-Fights angemessen fordernd daher. Allerdings fällt es mir immer richtig schwer die Auswahl an meinen Begleitern zu treffen. Alle sind interessant und haben ihre Vorteile. Für mich sind die genannten Mängel im Test "Peanuts" im Vergleich zu der Geschichte, die sich wirklich zauberhaft gespielt vor mir ausbreitet und Kaim zum ersten JRPG-Charakter macht, dem ich wirklich Anteilnahme und Mitgefühl aussprechen kann.
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Es gibt hier nichts was Einsteiger abschrecken sollte, zumal das Spiel ein Best-Of erprobter Spielideen ist. Und mit ein wenig Nachdenken und den richtigen Zaubern sollte Dein Pad nichts zu befürchten haben. Es ist halt fordernd im Gegensatz zu Blue Dragon und auch bei Enchanted Arms bin ich im ganzen Spiel nur einmal gestorben...Ist mir bei Lost Odyssey doch gelegentlich passiert.
@Kelad
Die Ladezeiten fand ich schon störend (10-20 Sekunden und das häufig), aber vielleicht bin ich da auch empfindlicher ;)
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und wie ist es mit speziellisierung? gibt es sowas oder kann ich auch nen "schwertmagier" machen?
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Die Unsterblichen lernen beim Hochleveln nicht automatisch Skills (Besondere Angriffe, neue Zauberlevel, o.Ä.), die Menschen tun das. Im Menü eines Unsterblichen musst Du "Skill Link" auswählen und dann den gewünschten Skill eines Menschen. Anschließend lernt der Unsterblich in den nächsten Kämpfen diesen Skill (wahrscheinlich durch abgucken ;) ).
Schwächlinge sind die Menschen übrigens nicht, der größte Unterschied im direkten Kampfwert besteht darin, dass man Ihnen mit einem Trank auf die Beine helfen muss, wenn sie im Kampf fallen. Unsterbliche stehen nach zwei Runden mit ein paar Hitpoints wieder von alleine auf.
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aber ich denk ich werds mir holen.
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WTF? *g*
Aber das Spiel klingt interessant. Ich glaube das werde ich mir auch irgendwann mal noch zulegen. Ich mag RPGs mit sehr, sehr guter und einer emotionalen Story. Aber entweder war ich zu doof oder hab es ausversehen überlesen, aber: Muss man sich nun stark aufleveln oder reicht es, wenn man z.B. jeden Gegner oder jeden zweiten Gegner im Spiel platt macht?
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hab mir echt mal eine träne verdrücken müssen auf dvd1, wahnsinn.
bei der ersten traumsequenz hab ich mir am anfang gedacht, bäh text lesen, habs dann aber gemacht und war baff. wirklich sehr gut geschrieben.
humor kommt gottseidank auch nicht zu kurz, auch wenn das melancholische doch überwiegt.
die deutsche sprachausgabe ist recht gut gemacht, nicht so wie bei blue dragon oder the witcher, könnte aber trotzdem etwas synchroner sein.
die grafik ist ganz gut, bei mass effect fand ich die umgebungsgrafik besser(zmnd wenn die texturen endlich geladen waren...), die mimik der charaktere ist allerdings bei lost odyssey "natürlicher".
für einen jrpg einsteiger ist es sicher geeignet, allerdings muss dazu gesagt werden dass der erste boss (nicht der im intro) nicht gerade leicht ist, ich hab sicher 3-4 versuche gebraucht (allerdings hab ich nicht gegrindet). für mich ist der schwierigkeitsgrad super, er ist nicht so verdammt leicht wie blue dragon aber auch nicht zu schwer.
es ist auf dem besten wege mein lieblings jrpg zu werden, seit ff7.
laut ein paar leuten wirds ab dvd3 noch besser und steigert sich nochmal gegen schluss, ich hoffe das stimmt und freu mich schon drauf.
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also ich hab nicht ewig leveln müssen um den ersten boss zu schaffen obwohl er relativ happig ist (vor allem da es der erste boss ist).
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Aber hört sich echt interesant an. Ich glaub ich muss mal die 360 von meiner Schwester abstauben.^^
Brauch mal wieder ein neues RPG.
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Scherz beiseite, bis zu dem kritischen Punkt, bis zu dem man an der Stelle gelassen wird, geht es sehr schnell, meist reicht die Strecke, die man sowieso zurücklegen muss. Dann noch zweimal falsch abgebogen und schon habt Ihr genug "gegrindet". Danach kann man weitersteigern aber nur wenn man seeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeehr viel Zeit mitbringt.
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ich hab bisher aber einen ort gefunden auf der weltkarte wo es bei bestimmten gegnern geht, allerdings ist das eher eine glücksache.
die gegner gehen in die richtung von den flüssigmetallschleime (oder so ähnlich) wie in dragon quest VIII die zum leveln da waren, also sie haben hohe resistenzen und flüchten ziemlich schnell, aber man steigt ein level auf sobald man sie besiegt hat.
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Die Lippenbewegung scheint der englichschen Sprache angepasst, beim japansichen sieht es nicht immer perfekt passend aus.
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Dieser Magiewurm am Grand Staff treibt mir den Angstschweiß ins Gesicht...
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Art Direction ist absolut spitze. Charakter Design ebenso. Ist zwar alles sehr japanisch, aber es wirkt dabei viel erwachsener als all die 3D FFs. Ach ja, und ich bin begeistert von den 1000-year-dream Kurzgeschichten. Da sind ein paar richtige Goldstücke mit bei.
Bin mal gespannt, ob die Bosskämpfe weiterhin so knochenhart bleiben. Naja, so lange es keine Showstopper gibt, also Bosse die ich nicht schaffe ohne vorher noch stundenlang zu leveln, bin ich zufrieden.
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Jetzt bin ich beim ersten richtigen Boss (auf der Bergspitze) und... mal ehrlich: das Kampfsystem ist doch relativ scheiße? bin ich vielleicht zu blöd, oder muss man erst alle Charakteren eine Aktion zuweisen, bevor der Gegner etwas macht?
Das führt jedenfalls häufig dazu, dass Aktionen (wie Heilerei oder Elementarangriffe) wirkungslos sind, weil der zu heilende mittlerweile tot ist. Bei allen mir bekannten RPGs war es wichtig, Wiederbelebte sofort zu heilen --> Hier ist es nicht möglich, weil man innerhalb einer Runde einen Wiederbelebten nicht gleich heilen kann, weil er "noch" als tot gilt.
Die meisten Aktionen plant man ins Blinde und man kann nicht sofort auf Statusveränderungen reagieren, meist erst nach dem nächsten Gegnerangriff oder wenn es zu spät ist.
Extrem ärgerlich das alles, vor allem weil der Rest mir wirklich gut gefällt. Nagut, die Grafik ist PS2-Grafik und dann teilweise mit ziemlichen Framerate-Hängern. Die Charaktere sind allerdings super und die Geschichte scheint auch sehr nett.
Etwas albern sind diese Powerpoint-artigen Einblendungen der Schrift in den "Erinnerungen" von Kaim. Das war schon mehrmals unfreiwillig komisch, wie da mit Schriftanimationen gespielt wird.
Ich bin normalerweise echt nicht so der Nörgler, aber das Kampfsystem stößt mir grad richtig übel auf, unabhängig von der Tatsache, dass der Boss ziemlich hart ist. Ich kann mir einfach extrem gut vorstellen, dass es mich in Zukunft auch nerven wird.
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[link url=http://www.eurogamer.de/article.php?article_id=934 32%20&page=5
]http://ww w.eurogamer.de/article.php?arti...[/link]
Dann sollte es schnell gehen.
Das mit dem ins blinde Planen kann man so nenen, hab ich aber nicht als wirklich störend empfunden. Auch wenn es natürlich wenig Sinn macht dass nicht der erste wiederbeleben und der zweite in der selben Runde heilen kann, zugegeben.
Und Deine PS2 möchte ich haben...
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Das spiel bietet natürlich nichts wirklich neues, aber dafür funktioniert auch so gut wie jedes element ganz hervorragend, obwohl dem kampfsystem durchaus ein zeitbalken wie bei blue dragon oder den älteren ff-spelen gut zu gesicht gestanden hätte, aber man gewöhnt sich recht schnell daran.Immerhin nicht so ein mißglückter versuch neben der optik auch das kampfsystem von vagrant story zu benutzen und auf eine party umzumodeln... aber sowas wird als neu verkauft, obwohl es auch schon 10 jahre alt ist...
und das wichtigste bei so einem rollenspiel sind ohnehin die geschichte und die charaktere und beides ist so, wie ich mir ff12 erhofft hatte...
Allerdings sollten anfänger gewarnt sein, diese spiel ist stellenweise sehr schwer, aber fair, und man muss sich zeit nehmen um zu spielen, da die speicherpunkte doch teilweise sehr weit auseinander liegen... wer also gegen kindliches setting nichts hat, also zum beispiel auf dragonball steht, kann auch zu blue dragon greifen, das gibts inzwischen bei media markt für 30 euronen und ist durchaus solide und mit sicherheit nicht frustrierend...
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und das lesen gehört zu diesem spiel dazu. und man mussk lar sagen das die träume gut gemacht sind und einiges über die charaktere verraten.
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Gratulation zum wirklich sehr gelungen Review, bei dem ich mich gleich wiedergefunden hab. SUPER + Danke!