MadWorld Test
Wii Test von Alexander Bohn
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Man muss MadWorld nicht mögen. Es ist laut, platzt vor Blut und Kraftausdrücken aus allen Nähten und ist auf eine clevere Art und Weise ziemlich dämlich. Das ist vielleicht nicht lecker, aber auch ganz bestimmt keine Gefahr für das „familienfreundliche Image der Wii“, wie die konservativen Sittenwächter von Mediawatch-UK – mit welcher Absicht auch immer – letztes Jahr mutmaßten.
Tatsächlich ist MadWorld eine neue Art von Gewaltorgie – und dabei meilenweit entfernt von einschlägigen interaktiven Snuff-Filmen. Wo andere, nicht näher zu nennende „Skandalspiele“ mit realistischen, grausamen Tötungsakten zynisch, plakativ und ätzend auf Teenagerfang gehen, stilisiert Platinum Games seine Gewalt nicht zuletzt durch den einzigartigen Schwarz-Weiß-Look zu lustigen Gemeinheiten. Dabei lässt das Spiel immer wieder aufblitzen, dass es sich selbst nicht so ernst nimmt und wird auf diese Weise zu einer Art „Itchy & Scratchy auf Highscorejagd“. Jetzt, wo das vom Tisch ist, können wir uns also endlich der maßgeblichen Frage widmen. Macht es auch Spaß oder sieht es nur danach aus?
Jefferson Island, eine Art Manhattan in einer trostlosen Zukunft, wurde von einer Gruppe Terroristen vollkommen von der Außenwelt abgeschnitten. Allerdings haben die Verantwortlichen anderes im Sinn, als die Regierung mit einer Millionenschar an Geiseln in die Knie zu zwingen. Nein, hier feiert man die illegale Neuauflage der beliebten Show „Deathwatch“, in der sich die Teilnehmer vor Überwachungskameras der Stadt in der showinternen Rangliste nach oben morden müssen, wenn sie überleben wollen.
Mittendrin steckt natürlich der Spieler, der wiederum zwischen den breiten Schultern eines gewissen Jack gefangen ist. In dem runden Dutzend Spielabschnitten mit urbanem, asiatischem, Gruselfilm-, Sci-Fi- und Casino-Thema bewegt man sich innerhalb eines Zeitlimits relativ frei umher.
Währenddessen entsaftet man unendlich und nahezu zufällig auftauchende Gegner mit allen nur erdenklichen Mitteln und schaltet bei bestimmten Punktzahlen zusätzliche Challenges und Sub-Bosse frei. Nach Erreichen einer festgeschriebenen Score-Schwelle darf man sich dann mit einem Endgegner um dessen Platzierung im Deathwatch-Ranking um die Wette filetieren.
Im Herzen ist MadWorld ein klassisches Score-Spiel. Wer nur auf Jacks Standard-Attacken zurückgreift, killt sich mit Fäusten und am Arm montierter Kettensäge zwar schon sehr brutal und spektakulär durch die klassisch, aber sehr abwechslungsreich gestalteten Szenarien. Allerdings wird auf diese Weise nur der unterste der fünfstufigen Punktemultiplikatoren erreicht, die „Routine Violence“. Wer „Hardcore“-, „Super“-, „Extreme“- oder gar „Ultra Violence“ toppen will, muss mehrere Opfer auf einmal erwischen sowie Umgebung und herumliegende Gegenstände geschickt und möglichst grausam einsetzen.
Die großen Punkte kassiert man aber anders: Man reißt ein Verkehrsschild aus dem Boden und steckt es einem nahen Gegner mittels Wii-Remote-Schwung quer durch den Hals, nimmt dann einen herumliegenden Reifen und stülpt ihn diesem über, bevor man ihn in einen scharfkantigen Müllcontainer schleudert, dessen Deckel herab schnellt und den Ärmsten auf Höhe der Hüfte zerteilt. Jeder der Schritte bis zum finalen Kill kann solange wiederholt und untereinander kombiniert werden, wie sich das Opfer auf den Beinen hält und vervielfacht dabei Jacks Score.
Auch verschiedene Waffen, etwa Schwerter, Baseballschläger und Konsorten, dürfen per „Steuerkreuz oben“ aufgehoben werden und verfügen, ganz wie die Kettensäge an Jacks Unterarm, über eine Reihe überkandidelter Tötungsanimationen, die oft an erschreckend „natürliche“ Wii-Remote- und Nunchuck-Gesten gekoppelt sind.
Überhaupt ist die Einbindung der Bewegungserkennung eine der gelungeneren der letzten Zeit. Um einen Feind bei den Beinen zu packen und ihn wie ein Hammerwerfer um sich herumzuwirbeln oder ihn über Jacks zu halbieren, werden per Einblendung immer entsprechende Gesten gefordert. Diese Sorte bewegungsgesteuertes Quick-Time-Event macht zumindest mehr Sinn als irgendwelche beliebigen Tastendrücke.
Besonders zu Anfang ist es verdammt unterhaltsam, das betont passiv agierende Kombo-Futter seinem möglichst spektakulären Ende zuzuführen. Das liegt natürlich vor allem an der umwerfenden Aufmachung des monochromen Todesballets, dessen exzellent animierten rubinrote Blutlachen das Resultat der Gewalt noch absurder erscheinen lassen. Es sind aber auch die lustigen „Bloodbath Challenges“, die neugierig machen. Wer schon einmal Zombie-Schädel mit dem Einser Holz durch schwebende Ringe gegolft hat oder eine vorgegebene Gegnerzahl unter einem strengen Zeitlimit in eine Flugzeugturbine schleudern musste, der weiß, wovon ich spreche.
Freust Du Dich auf MadWorld für Wii?
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Kommentare: 1-10 von 10 gesamt
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po1337iker
11/03/09 @ 09:07
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Starkillah_79
11/03/09 @ 10:24
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