Metro 2033

Endzeit in Moskau

Es ist ein dunkler, unwirklicher Ort: 65 Meter unter der Erdoberfläche, mitten im Herzen von Moskau, schlummert ein Moloch von einem Bauwerk. Eingebettet in massive Granitschichten, ausgekleidet mit Blei und von Hunderten Zwangsarbeitern im Geheimen errichtet, summt die Zentrale der Nuklear-Streitkräfte noch immer voller schreckenserregender Kraft und jagt einem bei jedem seltsamen Geräusch einen kalten Schauer über den Rücken.

Integriert in das beeindruckende U-Bahn-Netz der russischen Hauptstadt, kann das mehrere Quadratkilometer große Areal einen direkten Treffer einer Megatonen-Bombe standhalten. Satte 200 ähnlich gestaltete Einrichtungen sollten im Ernstfall die Moskauer Bevölkerung retten. Gebaut für den Gegenangriff, der die Erde mit wenigen Handgriffen in ein atomares Ödland verwandelt hätte, und zum Glück, bis jetzt, niemals eingesetzt wurde.

Doch heute dient diese Schaltzentrale der Macht nicht mehr als Bollwerk gegen den Westen, sondern als unheimliche Touristenattraktion. Der ideale Ort, um die Versoftung des Bestsellers Metro 2033 vorzustellen. Einem Buch, das vor allem die Russen durch seine düstere Zukunftsvision begeisterte. Die Dystopie einer verseuchten Welt, die durch einen gewaltigen Krieg die Menschen unter die Oberfläche zwang. Laut Metro 2033 haben sich 2008, als die ersten Atombomben fielen, tausende Überlebende in die Tunnel des ungewöhnlichen Verkehrsmittels zurückgezogen. Zusammengepfercht versuchen sie seit 25 Jahren, zumindest den nächsten Morgen zu überleben. Eine äußerst düstere Vision für einen damals noch sehr jungen Autoren.

Metro 2033 - Trailer

„Die Idee zu der Geschichte kam mir bei meiner Fahrt zur Schule“, erklärt Autor Dmitry Glukhovsky der versammelten Presse. Verlegt wurde das ungewöhnliche Stück zwar erst 2007, doch die Grundidee stammte von seinen stundenlangen Reisen durch den Moskauer Untergrund. Seitdem tritt das Werk seinen Siegeszug um die Welt an. Nach Hundertausenden Exemplaren allein in Russland, war es auch in Deutschland ein voller Erfolg und wird demnächst zudem in englischer Sprache erscheinen. Ein Nachfolger steht hierzulande bereits in den Regalen. Der ideale Moment, die Geschichte in Form eines Spiels zumindest auf den kleinen Bildschirm zu bannen.

Eine Aufgabe, die das noch junge Team 4A übernimmt. Die ehemaligen S.T.A.L.K.E.R.-Entwickler halten sich dabei genau an die Vorlage. Sie nutzen nicht etwa nur die Welt oder ein Teil der Geschichte, sondern wollen die Handlung des Buches so originalgetreu wie möglich wiedergeben. Ihr spielt dabei den jungen Abenteurer Artjom, der gemeinsam mit seinem Stiefvater in einer der Metro-Stationen, Sawjolowskaja, lebt. Seine leibliche Familie wurde von einer Rattenhorde zerfetzt, sein Retter, der Soldat Suchoj, zog ihn an deren Stelle auf.

Wie jeder junge Erwachsene muss er sich der harten Realität des Untergrunds stellen. Mutierte Ratten, Banditen und die so genannten Dark Ones (die Schwarzen) machen das Leben in den Tunneln, Stationen und geheimen Basen zu einem ewigen Überlebenskampf. Gerade letztere, auch als Homo Novus bezeichnet, drohen die filigranen Bündniss der Mini-Staaten auseinanderzureißen. Schon zwei Stationen wurden ausgelöscht, ohne dass man die Leichen der Getöteten fand. Nur Blut pflasterte die Wände.

Kommentare (14)

Die Kommentare sind nun geschlossen. Vielen Dank für deine Beiträge!