Mirror's Edge - Test
Geschwindigkeitsrausch
Grelles, weißes Licht durchflutet das Treppenhaus zum Dach. Ein Schritt weiter und die Umrisse glitzernder Hochhäuser schälen sich aus dem strahlend blauen Himmel. Vor Faith liegen die Lebensadern der Hochtechnologie. Klimaanlagen, Wasserrohre und Antennen sitzen wie Käfer auf den polierten Beton-Platten. Undurchdringlich erscheinen sie im ersten Moment, doch Faith kennt ihr Revier. Entdeckt Routen, Wege und Möglichkeiten, setzt zu einem Sprint an und beginnt ihr Abenteuer.
Immer schneller gleitet sie über Zäune hinweg, erklimmt in einem Zug mannshohe Stahlbauten und springt von einem Stahlseil zum anderen. Mauern, Vorsprünge und Leitern sind für Faith Bestandteile eines Puzzles, das es mit viel Hirn und Geschick zu bezwingen gilt. Hochgeschwindigkeitspassagen wechseln sich mit verdrehten Kletterpartien und kurzen Kämpfen ab. Anfangs geleitet durch rote, blinkende Flächen, übernimmt sie von Level zu Level mehr Verantwortung, reiht einen Move an den anderen, bis sie einen neuen Bewusstseinszustand erreicht.
Bewegung und Gedanken sind im Fluss. Aufgeregt werden Tastenkombinationen abgerufen und die Regeln dieser bizarren Welt in die Tat umgesetzt. Mit jedem Abschnitt nimmt Eure Sicherheit zu und Faith tritt in den Hintergrund. Ihr schlüpft in ihre Rolle, werdet von ihr eingenommen und in die Spielwelt hinein gezogen. Ihr beginnt wie sie zu denken, zu handeln und zu fühlen. Innerhalb weniger Minuten hat Mirror's Edge den Sprung geschafft. Ihr habt das Spiel verstanden und seid süchtig.
Mirror's Edge: Das Leben eines Runners
Süchtig nach der Geschwindigkeit, nach dem unvergleichlichen Stil und den prächtigen Panoramen. Ihr taucht tiefer in die Geschichte dieser Dystopie ein. Versteht langsam aber sicher, wie die Großkonzerne den Menschen das Denken abnehmen. Eingelullt von dem Mantra des Konsums und eingebettet in wunderschönen, aber leblose Prachtbauten lassen sie sich die Initiative rauben. Ein Szenario, das mit viel Weiß und Primärfarben die einzelnen Abschnitte des Abenteuers perfekt in Szene setzt, während das gnadenlose Licht harte Schatten auf die Oberflächen wirft und ein hypnotischer Soundtrack Euch immer weiter voran treibt.
Mirror's Edge ist mehr als ein 3D-Jump'n'Run mit einer ungewöhnlichen Thematik. Der Titel der Battlefield-Schöpfer begeistert mit innovativen Ideen und frischen Gameplay-Ansätzen. Unter der neuen Electronic Arts-Führung hat DICE alle Freiheiten bekommen und setzt damit dem eigenen Sequel-Brei ein Fanal für moderne Videospiel-Kunst entgegen. Mit Bauwerken, die jeden Architektur-Professor zum Strahlen bringen würden, und einem Art-Design, das seinesgleichen sucht, brennt sich jede Szene in Euer Gedächtnis ein und hinterlässt glückliche Momente.

Hoffentlich habt Ihr keine Höhenangst.
Es sind diese Augenblicke, die den Frust überdecken, der sich immer wieder in das Gameplay einschleicht. Denn der Alltag der Runnerin Faith besteht nicht nur aus entspannten Hochgeschwindigkeitsklettereien a la Parkour. Konsequent auf Ego-Perspektive getrimmt, verlangt Euch der Titel einiges ab. Um Nachrichten für ihre anonymen Kunden zu übermitteln, sind auf dem Weg über die Dächer, durch Bürogebäude, Kavernen, Frachtschiffe und Baustellen genaues Timing, flinke Finger und eine gewisse Stress-Resistenz gefragt. Und Faith muss nicht nur mit der Schwerkraft kämpfen.
Anfangs ist die Welt noch in Ordnung. Faith überbringt ein Pakete nach dem anderen und genießt den wilden Ritt von Dach zu Dach. Doch dann tappt sie mit ihrem großen Herzen in eine perfide Falle. Um ihre kleine Schwester zu retten, muss sie eine Verschwörung aufdecken und gleichzeitig ihre eigene Haut retten. Statt ein paar kleinen Polizisten machen auf einmal Spezialeinheiten Jagd auf sie und statt ihrer Freiheit steht auf einmal ihr Leben auf dem Spiel. Sie kann nicht mehr weglaufen und muss sich immer wieder ihren Häschern stellen.

Der äußere Schein trügt.
Aber Faith ist kein gestählter Rambo, der die Kontrahenten mit wenigen Schlägen in das Reich der Träume schickt und mehr als zwei Treffer übersteht. Sie ist eine durchtrainierte Akrobatin, die mit artistischen Sprung-Kicks und Jujitsu innerhalb von wenigen Augenblicken den Feind entwaffnet. Unterstützt wird sie dabei von der so genannten Reaction Time, die das Geschehen verlangsamt und es deutlich einfacher macht, im richtigen Moment dem Gegenüber seine Waffe zu rauben.
Wie auch relevante Sprungziele leuchtet der Schießprügel kurz auf und es genügt ein Knopfdruck und Mirror's Edge wird für wenige Augenblick zu einem Shooter. So lange sich Kugeln im Lauf befinden, kann Faith sich gegen die "Blues" - Polizisten und Konsorten - zur Wehr setzen. Aber während Ihr um Euch schießt, sind Eure Möglichkeiten stark eingeschränkt. Auf einmal fühlt Ihr, wie Euch normale Shooter limitieren, Euch ihre kleine Welt aufzwingen und so viel Potential verschenken. Ist das Magazin leergeschossen, werft Ihr die Waffe mit Freude auf dem Boden und taucht wieder in den Großstadtschungel ein.
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Kommentare (27) Latest comment vor 3 Jahren
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Auf der anderen Seite war die Demo so fesselnd...
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Sucht Ihr aber eine echte Herausforderung und seid Ihr die durchgekauten Gameplay-Konzepte leid, solltet Ihr Mirror's Edge mit offenen Armen in Empfang nehmen.
Aus diesem Grund werde ich es mir aber trotzdem kaufen.
Und ein herzliches FU an EA für das verschieben der PC-Version
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Siehste, jedem platzt mal der Rollkragen :P
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Man kann ja nur Hoffen dass sie die maue Story in den angekündigten weiteren Teilen ausbauen, nur ists echt schade dass sie das hier, im wichtigen ersten Teil anscheinend so verbockt haben. Es hätte doch so toll werden können...
Wie siehts denn mit der PC-Steuerung aus? Und gibts Quicksave/Quickload? Und was hats mit der Verschiebung auf sich (siehe Heavy_Rain), was hab ich da verpasst?
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..hätte sowieso keine zeit dafür... bin erst bei Fable 2 und da sind noch viele andere Games am Start die gezockt werden wollen..
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Die PC-Version kommt erst im Januar/Februar.
Amazon gibt den 8. Januar als Erscheinungsdatum an, das ist aber afaik nicht offiziell.
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Der Reiz ist wirklich den optimalen Weg zu finden. Aber irgendwie motiviert mich das.
Früher bin ich als Inlineskater auch immer die gleichen Rampen gefahren und habe nach Ideen gesucht wie man am besten
drüberspringt.
Somit sehen ich darüber hinweg, dass das Spiel in 6 h durchgespielt sein kann(Vielleicht schafft man es ja in 5,5 h haha)
Für mich mein persönliches musst have.... so einen Titel muss ich einfach unterstützen.
(zumal auch das Snowboardspiel "shaun White"auf welches ich auch warte,in einem ersten Test gerade mal um die 70 % bekommen hat)
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Ich hasse nämlich Levels unter Zeitdruck zu zocken...
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Jein, du hast ein Zeitdruck im Sinne davon, dass du verfolgt wirst, also nicht irgend ein Countdown... Ein Wenig muss man Levels auswendig lernen. Prinzipiell ist es aber nicht schwer den richtigen Weg zu finden, da man per Knopfdruk immer auf das aktuelle Ziel sehen kann und wichtige Rampen in rot gehalten sind. Aber es gibt auch andere Momente im SPiel, wo du alle Zeit der Welt hast oder wo du zum Jäger wirst.
Trotzdem gibt es hier viele Trial&Error-Momente, und obwohl ich für gewöhnlich ungeduldig bei solchen Dingen bin - hier faszinieren mich sogar diese Momente
Neben dem unglaublichen Mitdrinn-Gefühl ist halt wirklich auch der Reiz da, die beste Strecke zu wählen.
Bin zwar noch nicht allzuweit, kann aber so wie Kristian es sagt allen empfehlen, denen nur schon das nueartige Konzept zusagt.
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danke für die nette Auskunft! :-)