Need for Speed: SHIFT - Test

Richtungswechsel

Nervös stehe ich auf meiner Startposition. Noch sind meine Teammitglieder bei mir, die Boxenluder stehen auf der Strecke. Doch schon in wenigen Sekunden geht es ums Ganze. Die Motoren heulen auf, immer wieder betätige ich das Gas, um beim Start die perfekte Drehzahl zu erreichen. Die Ampel springt an, arbeitet sich langsam über drei rote Leuchten nach vorne und wechselt dann zu Grün. Das gesamte Fahrerfeld tritt aufs Gaspedal und setzt sich in Bewegung. Bis zur ersten Kurve dauert es einige Sekunden. Genug Zeit, um ordentlich Geschwindigkeit aufzunehmen.

Die erste Hürde meistern alle auch mit Bravour, doch schon in der drauffolgenden, langgezogenen Kurve wird es kritisch. Aus dem hinteren Drittel erblicke ich erst eine eine große Rauchwolke, die mir Sekundenbruchteile später die Sicht versperrt. Wenige Augenblicke danach taucht vor mir plötzlich ein Gefährt auf, das sich gerade überschlägt. Ich kann nicht mehr ausweichen, krache mitten hinein und kollidiere auch noch mit anderen Wagen. Das Auto wackelt heftig, die Sicht verschwimmt, die Orientierung schwindet kurzzeitig. Gerade rechtzeitig bekomme ich das Vehikel wieder unter Kontrolle, bevor ich ins Kies rutsche. Währenddessen wird der Blick langsam wieder normal, das Rennen kann vorerst unbeschwert weitergehen.

Dieses ganze Geschehen erlebt man in einer intensiven Art und Weise aus der Cockpitperspektive, wie man es zuvor noch nicht gesehen hat. Ob nun das äußere Blickfeld bei Geschwindigkeiten jenseits der 250 km/h verschwimmt, die Strecke dabei wahrhaft vorbeirast oder eben nach einem heftigen Unfall und dessen freigesetzter Energie für kurze Zeit die Orientierung flöten geht, man fühlt sich einfach mittendrin. Obendrein sind die Innenräume wahnsinnig detailliert gestaltet worden, verändern sich sogar nach bestimmten Upgrades. Selbst wenn man ansonsten aus der Außenperspektive spielt, sollte man hier unbedingt ins Cockpit wechseln.

Need for Speed: SHIFT - gamescom-Trailer

Ihr merkt schon, dass SHIFT anders ist als die Need-for-Speed-Vertreter der vergangenen Jahre. Das Wort „shift“ kann unter anderem auch „Veränderung“ oder „Wechsel“ bedeuten. Und das passt in diesem Zusammenhang wirklich wie die Faust aufs Auge. SHIFT ist ein radikaler Richtungswechsel nach den Arcade-Racern. Noch wichtiger ist jedoch, dass es nach dem missglückten Undercover in punkto Qualität wieder einen deutlichen Sprung nach vorne macht. Aber auch hier sei folgendes gesagt: Wenn ihr Need for Speed als das definiert, was es in den ersten Teilen war, dann ist auch SHIFT ebenso wenig ein Need for Speed wie die vorangegangenen Teile.

Mit SHIFT entfernt man sich vom Underground-Racing, von der Straßenkultur und dem Fokus auf das Tuning. Es orientiert sich viel mehr an Rennspiel-Vertretern vom Schlage eines GRID oder Project Gotham Racing 4, geht in Bezug auf den Realismus aber noch eine Stufe weiter in Richtung Forza Motorsport oder Gran Turismo. Wenn Project Gotham Racing 4 die perfekte Mischung aus Arcade und Simulation darstellt und man Forza oder GT als das Nonplusultra an Simulation aufführt, bewegt sich SHIFT irgendwo dazwischen, mit Tedenz in Richtung Forza/GT. Spielerisch ist es wesentlich anspruchsvoller als etwa Undercover oder ProStreet, was speziell Einsteigern das Leben schwer machen dürfte.

Die können zwar den Realismusgrad mit Voreinstellungen wie „Profi“, „Hobby“ oder auch individuell anpassen, aber mit sämtlichen aktivierten Fahrhilfen spielt sich SHIFT irgendwie witzlos. Vollständig aufgedrehte Fahr- und Bremshilfen nehmen einem viel Arbeit ab, rauben aber auch einen Teil von dem, was SHIFT ausmacht – nämlich die eigenständige Beherrschung des Vehikels. Es ist eben einfach kein Kinderspiel, solche Hochgeschwindigkeitsflitzer unter Kontrolle zu halten. Und das merkt man im Spielverlauf einfach zu jeder Zeit. Bremst man zu spät, rutscht man von der Strecke. Gibt man nach einer Kurve zu früh Gas und betätigt den Trigger zu heftig, bricht das Heck aus.

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Kommentare (38) Latest comment vor 2 Jahren

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  • BathiBoi #1 vor 2 Jahren

    nein nein nein nicht auf shift aufbauen. zurück zu den wurzeln sollte es nach meiner meinung gehen
  • gigsen #2 vor 2 Jahren

    ..wie zu realistisch?! so wie gt oder forza??!
  • amigaones #3 vor 2 Jahren

    Eine Need for Speed Simulation? Völlig unpassend wie ich finde.
    Die Grafik sieht dagegen sehr nett aus.
    Ich respektiere Simulationen, kann aber selbst wenig mit zu realistischen Rennspielen anfangen. Flatout ist meine Devise. Hehe.
  • inthehouse #4 vor 2 Jahren

    wir wollen wieder ein richtig böses need for speed ...
  • phg #5 vor 2 Jahren

    @BathiBoi:
    genau genommen ist Shift zurück zu den Wurzeln. Der allererste NFS-Teil war für die damalige Zeit die perfekte Renn-Simulation.
    Dann folgten Hot Pursuit-Spiel, wo Luxsus-Wagen und Polizeiverfolgungen im Mittelpunkt standen.
    Ab Undercover wechselte es zum Tuning-Game..
    Mit Pro Street ein Abstecher wieder zum Motorsport
    Ausserdem gab es doch vor Undercover den Abstecher Porsche, der eher realistisch war und die ganze Porsche-Geschicht aufzeigte.
    Nun sind wir mit Shift wieder am Anfang angelangt.

    Wenn du also sagts "Zurück zu den Wurzeln" muss man fragen. Welche Wurzeln?
    Simulation, Motorsport, Autogeschichte, Verfolgung oder Tuning?
    NFS war alles schon mal...

    Ich wünsche mir wieder ein neues Hot Pursuit.
  • BathiBoi #6 vor 2 Jahren

    zurück zum arcade. wie in nfs 2 und 3, hot pursuit und porsche
  • gigsen #7 vor 2 Jahren

    also das liest sich doch ganz gut find ich.. ne art forza light.. ? ;)
  • Longbow #8 vor 2 Jahren

    Mich interessieren nur Rennspiele, in denen ich Autos schrotten kann. :->
  • Preludum_AT #9 vor 2 Jahren

    Also ich freue mich total auf Shift da ich mit Arcade Racern nichts anfangen kann. Bei mir muss ein Rennspiel intensiv und realistisch sein und ich fahre prinzipiell nur in der Cockpitansicht. Alles andere ist ähm naja gay ^^ :-p
  • Starkillah_79 #10 vor 2 Jahren

    Ein Need For Speed mit Cops muss wieder her aber die Shift Demo werd ich auf jeden anzocken sobald Sie draussen ist ;)
  • Lorrn #11 vor 2 Jahren

    hmm, ich weis ja nicht evtl. test ich s doch mal an, aber ob es an forza oder dirt2 ran kommt ?!
  • gigsen #12 vor 2 Jahren

    an forza wird es wohl nich ran kommen denk ich aber als kleiner appetithappen sicher optimal ;)
    Editiert von 2 um 15/09/09 @ 12:41
  • Zerodyne #13 vor 2 Jahren

    völlig überraschend. die frage ist jetzt, ob ich mir Grid billige kaufe oder auf NfS gebraucht warte... bis GT5 kommt.
  • Bongstar #14 vor 2 Jahren

    wenn ich shift heute bei amazon.co.uk bestelle, liegt das dann donnerstag in meinem briefkasten?
  • gigsen #15 vor 2 Jahren

  • Sarakin #16 vor 2 Jahren

    3-5 Werktage sagt man doch von England immer... Grad, wenn du erst Nachmittags bestellst, würd ich sogar eher Samstag sagen.
  • gigsen #17 vor 2 Jahren

    wenn die war rausschicken hab ichs eigentlich immer 2 tage später..
  • syLv #18 vor 2 Jahren

    Zu guter Letzt darf man den eigenen Flitzer dann auch noch optisch verzieren. Verschiedene Vinyls, Farben oder Lackeffekte lassen kaum Wünsche offen und sorgen mit etwas Zeit auch für ansprechende Ergebnisse.

    @Benjamin: Kannst Du den Umfang der Individualisierung im Gegensatz zu Forza definieren? Die Möglichkeiten bei Forza lassen ja eigentlich keine Wünsche offen.. wenn man ausreichend Zeit hat ;)
  • Bongstar #19 vor 2 Jahren

    amazon.co.uk schickt die spiele nach deutschland aus bad hersfeld. das ist in deutschland. selbst uk versionen von audio cd's bekomm ich aus bad hersfeld.
    egal ich bestell es jetzt.. der wechelkurs ist heut gut :) (1 GBP = 1,12€)

    achja: ich mag das schadensmodell :)
    Editiert von 1 um 15/09/09 @ 15:39
  • Braincrack #20 vor 2 Jahren

    "Erwähnenswert ist dabei auch, dass in denen Rennen auf jegliche Musik verzichtet wurde"

    Finde ich kacke - gute Musik (in den Rennen) gehört einfach zu nen Rennspiel.....finde NFS Underground immernoch geil wegen der Musik^^.
  • f1r3storm Bestätigt Redakteur, Eurogamer Deutschland #21 vor 2 Jahren

    @Benjamin: Kannst Du den Umfang der Individualisierung im Gegensatz zu Forza definieren? Die Möglichkeiten bei Forza lassen ja eigentlich keine Wünsche offen.. wenn man ausreichend Zeit hat

    Gut, ganz so umfangreich ist es jetzt nicht. Forza 2 ist da schon eine Klasse für sich.
  • Zerodyne #22 vor 2 Jahren

    keine musik? sollte mir langsam mal wieder das ein oder andere review durchlesen und nicht nur das fazit ^^
    ist ja voll lame
  • BathiBoi #23 vor 2 Jahren

    mukke gehört auf jeden fall in ein rennspiel
  • gigsen #24 vor 2 Jahren

    naja.. bei ner simulation.. reicht doch die motoren-musik.. ;)
  • f1r3storm Bestätigt Redakteur, Eurogamer Deutschland #25 vor 2 Jahren

    Musik gibts schon, nur eben nicht während des Rennens. :)
  • BathiBoi #26 vor 2 Jahren

    ich mein ja auch während des rennens
  • Zerodyne #27 vor 2 Jahren

    Ich auch.
    Wenn man keine passende Musik lizenzieren will, dann sollte es doch wenigstens die Möglichkeit geben entweder aus zu lassen oder eben eigene Musik von der Festplatte abspielen zu können.

  • captain-future #28 vor 2 Jahren

    gibt's jez da noch irgendwas witziges wie z.B. zwischensequenzen oder eine story?

    weil das hat mich eigentlich an z.B. Most Wanted am meisten gereizt. goofy cutscenes schau'n.
  • mytvier #29 vor 2 Jahren

    Also, habs gestern geliehen:
    Musik gibts im Rennen schon, man muss nur in den Optionen die Lautstärke erhöhen!
    Der Sound ist auch Weltklasse.
    Das Drumherum mit Upgrades usw. ist auch nicht schlecht.

    Aber sonst bin ich absolut enttäuscht,vom Fahrverhalten mein ich.Das hat weder simulations- noch arcade eigenschaften.
    Ich weiß wie sich steuern: GT´s,Forza´s,fast alle Nfs Teile,DTM,GRID,MC´s,PGR´s,Ridge Racer...nur damit, kann ich einfach gar nichts anfangen! Trotz oder gerade weil der vielen Einstellungsmöglichkeiten einfach unzugänglich, hab keinen Bock das zu lernen, es will kein Begeisterungsgefühl wie bei oben genannten Titeln aufkommen.
    Damit ist das Spiel sogut wie durch.

    Dazu trägt auch das Geschwindigkeitsgefühl bei; z.b. laut Tacho 180 , im Cockpit kommts mir aber nur wie 90 vor, für was also abbremsen. Zack, im Kiesbett.
    Auch die Optik ist nicht gerade berauschend. Zwar ruckelfrei aber sonst nur ein aufpoliertes ProStreet, auch eher farblos,unspektakulär.

    Soweit meine Eindrücke. Werds noch sicher länger ausprobieren, glaube aber nicht, dass ich damit Freund werde-Leider,eigentlich schade.

    PS:habe jetzt doch mein Setting für ein tolles fahrerlebnis gefunden!
    bei der optik bleib ich dabei und der karrieremodus ist auch eher nüchtern.
    Editiert von 1 um 21/09/09 @ 10:24
  • Preludum_AT #30 vor 2 Jahren

    @ mytvier

    Deine Kritik kann ich echt nicht nachvollziehen. Ich spiele Shift jetzt seit 2 Tagen und bin absolut begeistert. Die Steuerung is anfangs etwas gewöhnungsbedürftig, hat man aber schnell im Blut. Für mich ist Shift das bis dato intensivste Rennerlebnis auf Konsolen! Und es geht eindeutig mehr in Richtung Simulation als Arcade.
    Klar, es ist halt etwas schwerer als andere Racinggames, aber genau das gefällt mir ja :)
    Ich Spiele es auf der höchsten Schwierigkeitsstufe ohne Fahrhilfen... einfach Hammer das Game!
  • mytvier #31 vor 2 Jahren

    @Preludum_AT

    darf ich fragen, was hast Du bei "Steuerung anpassen" eingestellt(die %-Werte)?
    ...ohne Farhilfen, werd ich probieren.
  • Preludum_AT #32 vor 2 Jahren

    @ mytvier

    Totzone Lenkung 33%
    Totzone Beschl. 12%
    Totzone Bremsen 12%
    Empf. Lenkung 27%
    Empf. Beschleunigung 40%
    Empf. Bremsen 50%
    Tempoabh. Lenkempf. 100%

    Ist fast die Standardeinstellung und fahre damit ganz gut. Bis jetzt fahre ich aber nur einen komplett ausgebauten Ford Escort RS Cosworth und einen Ford GT. Fast unfahrbar schwierig finde ich sind die Muscle Cars und die Corvette ist auch extrem giftig. Die kann man fast net ohne Fahrhilfen fahren ...
  • f1r3storm Bestätigt Redakteur, Eurogamer Deutschland #33 vor 2 Jahren

    gibt's jez da noch irgendwas witziges wie z.B. zwischensequenzen oder eine story?

    Weder noch.
  • Majesty #34 vor 2 Jahren

    ich habs seit gestern und finds soweit auch ganz cool!! Realistisch ist das alles nicht ob mit oder ohne Fahrhilfen,mir aber schnurz,es macht Spaß;)
    Was mich aber anstinkt(wie fast bei allen aktuellen Rennspielen)das ich dazu gezwungen werde mit den Schultertasten zu fahren!! Ich hasse das und kann das einfach nicht,zumindest nicht Gas geben/bremsen mit R2/L2 und schalten mit den 1ern!! Mir tun da nach ner Weile so dermaßen die Griffel weh das ich pausieren muss,Dreck blöder!!
    Heißt also,entweder ich kauf mirn Lenkrad für teuer Geld oder ich werde dazu genötigt ständig mit Automatik zu fahren,echt toll!! Die Wahl hätte ich schon gerne gehabt ich hätte lieber ganz "klassisch"mit X Gas gegeben!!!
  • Bongstar #35 vor 2 Jahren

    ich habs jetzt außer videothek und ich muss sagen: so ein geiles cockpitgefühl will ich absofort in enfach jedem rennspiel haben, egal wie realistisch die fahrweise ist!
  • gigsen #36 vor 2 Jahren

    mit schultertasten fahren is doch opti!! zumindest beim xbox pad.. ;)
  • Memph #37 vor 2 Jahren

    Dieses Spiel ist eine Semi-Simulation und keine wirkliche Herausforderung, auch nicht für Anfänger. Wer meint dieses Spiel sei nicht zugänglich genug sollte mal Richard Burns Rally ausprobieren dann sprechen wir uns wieder :)

    Gutes Spiel nur ein wenig zu leicht
  • po1337iker #38 vor 2 Jahren

    ich habs gestern mal im mediamarkt angespielt. dieser ein wagen gegen den anderen modus. die fahrphysik gefällt mir überhaupt nicht.... bin irgendwie um jede kurve gedriftet. hat mich irgendwie sehr an ridge racer erinnert ^^ vielleicht lag es an den einstellungen, aber vom hocker gehauen hat es mich nicht.