NHL 10 vs. NHL 2K10

Krieg der Scheibenwelten

Sportspielfans geht es oft wie Männern alternder Hollywood-Diven: Die Herzallerliebsten unterziehen sich zwar jährlich einem Facelifting. So richtig neu wirken sie dann aber trotzdem nicht. Hin und wieder werden sie gar verschlimmbessert. Dumm, dumm, dumm.

Was also tun? Die Macker in Los Angeles schnappen sich mithilfe ihres Geldes einfach eine neue Alte. Aber auch Spieler gucken nach Alternativen, wobei sich wie bei Frauen im Fall von Sportsimulationen mehrere Fragen herauskristallisieren: Welche sieht besser aus? Wie steht's um die inneren Werte? Ist eine von beiden runder, sprich: Mit welcher macht es mehr Spaß, zu spielen?

Um dieses und noch mehr für zwei aktuelle Eishockeytitel zu klären, schalten wir jetzt runter ins Eurogamer-Stadion, wo sich Favorit NHL 10 und Außenseiter NHL 2K10 das Duell des Jahres liefern. Es gilt, in mehreren Disziplinen um Käufer zu buhlen. Denn Sportspiele kann man sich nicht schöntrinken.

Menüführung

Wenn der erste Eindruck entscheidend ist, dann gute Nacht. Denn wirklich übersichtlich mag keine der beiden Benutzeroberfläche sein. Die von NHL 10 ist farbenprächtiger und hübscher, aber wie immer verschachtelt. Kenner stört das wenig, doch eine optimale Lösung sieht anders aus. Ehrlich Leute, die Planung der Mondlandung kann kaum komplizierter gewesen sein.

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NHL 10: Jarome Inginla von den Calgary Flames ist durchgebrochen.

Indes beleidigen die mausgrauen Menüs von NHL 2K das Auge. Es liegt natürlich auch an der geringeren Optionsvielfalt, dass dafür die Benutzerführung beim Herausforderer etwas intuitiver wirkt und ihm im Duell Not gegen Elend die 0:1-Führung beschert.

Einsteigerfreundlichkeit

Es sagt viel über unsere Gesellschaft aus, dass in Deutschland nicht alle Erwachsenen lesen können, aber jeder Dreijährige die Fußballregeln kennt. Die ersten Gehversuche mit einem Puckschubsspiel fallen Herrn Otto Durchschnitt im Vergleich zu einer Kickersimulation ungleich schwerer, umso wichtiger sind Tutorials und Trainingsmöglichkeiten. Außenseiter NHL 2K10 erklärt auf Wunsch die Funktion jedes einzelnen Gamepad-Knopfs, und zwar am praktischen Beispiel. Das beschert dem EA-Konkurrenten die 0:2-Führung.

Ligenvielfalt

NHL 10 simuliert sieben Spielklassen. Neben der nordamerikanischen National Hockey League samt ihrem Unterbau AHL unter anderem die deutsche DEL. Neu in die Simulation schaffte es die schweizerische National League, während die russische Superliga fehlt. Eine Weltmeisterschaft mit Nationalteams ist wie gewohnt möglich.

Jenen Modus bietet auch der Konkurrent. Darüber hinaus dürft ihr nur den Stanley-Cup-Gewinner ausspielen. NHL 2K10 kann hier also nicht gegen den EA-Titel anstinken und muss das 1:2 hinnehmen.

Einzelspielermodi

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NHL 2K10: Auch beim EA-Konkurrenten dürft ihr nun den Schläger des Gegners aushebeln.

Die üblichen Verdächtigen wie „Freundschaftsspiel“, „Play-offs“ und „Saison“ bieten beide. Herzstück sind die „Franchise“-Modi, bei denen ihr die Geschicke eines Vereins über mehrere Jahre führt und auch als Manager und Trainer tätig seid. Neu in NHL 10 ist „Battle for the Cup“: Es geht ohne Umschweife mit der Mannschaft eurer Wahl in die Stanley-Cup-Finalserie.

Zum 2:2 gleicht der EA-Titel wegen des „Be a Pro“-Modus' aus. Es macht wie schon in NHL 09 riesigen Spaß, sich einen Puckjäger zu schnitzen, nur diesen zu steuern und rollenspielartig hochzupäppeln. Neu: der Spielertyp „Tough Guy“. Diese kräftigen Burschen mimen Beschützer für Mannschaftskollegen. Sie sammeln unter anderem Erfahrungspunkte, wenn sie gegnerische Puckflitzer aus den Kufenschuhen brezeln, die körperlich schwächere Athleten attackieren wollen. Angeblich lassen sich Gegner auf diesem Weg sogar einschüchtern, sodass sie schlechtere Leistung bringen.

Eine weitere Neuerung im „Be a Pro“-Modus stellt das „Proposal Game“ dar. In dieser Partie messen sich zu Saisonbeginn die NHL-Frischlinge. Wer besonders gut drauf ist und so die Spielerbeobachter auf sich aufmerksam macht, verschafft sich eine bessere Ausgangsposition beim sogenannten „Draft“, der Nachwuchsrekrutierung: Ergo sind gute Clubs schärfer darauf, euch zu verpflichten.

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