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No More Heroes 2: Desperate Struggle Test

Wii Test von Thomas Nickel

3 Juni, 2010

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Suda 51s No More Heroes war ein tolles Spiel. Gut, es hatte Probleme und Fehler... der japanische Ausnahmedesigner gab sich nicht damit zufrieden, inhaltlich eine ebenso beißende Satire wie liebevolle Hommage an die große Welt der Videospiele zu schaffen, auch spielerisch ließ er es sich nicht nehmen, prominente Action- und Open-World-Vorbilder zu zitieren und oft auf ironischste Art und Weise vorzuführen.

Aber so clever viele dieser Einfälle auch waren, dem Spielspaß waren sie letzten Endes doch nicht zuträglich. Augenzwinkernder Einsatz von Grinding-Elementen ist witzig, aber irgendwann nervt es dann und auch, wenn Suda damit ein rotzfreches Statement abgeben wollte, so stand der künstlerische Impuls hier dem Spielspaß entgegen. Und das sollte nicht passieren.

Kurz und knapp gesagt: In No More Heroes 2: Desperate Struggle passiert das nicht mehr. Travis Touchdowns zweiter Kampf um den Spitzenplatz der Killer von Santa Destroy ist verfeinert, entschlackt und gestrafft. Wichtigste Neuerung: Die Open-World-Elemente des Erstlings, der klar schwächste Teil des Spiels, wurden auf Nimmerwiedersehen verbannt. Appartment, Jobs, Missionen und andere wichtige Orte wählt der Killer von Welt jetzt über ein übersichtliches Menü an. Für den Spielfluss wirkt diese kleine Neuerung wahre Wunder, das beste Beispiel dafür, dass weniger manchmal eben doch mehr ist.

Aber langsam, langsam. Warum muss sich Travis Touchdown, seines Zeichens armseliger Otaku extraordinaire und derbe fluchender Antiheld, schon wieder von Platz 51 an die Spitze der Killer-Charts kämpfen? Hat er das nicht schon mal im ersten Teil gemacht? Das Spiel zieht sich hier elegant aus der Affäre... Travis besteht seinen ersten Kampf gegen Skelter Helter, den Bruder des Killers Helter Skelter aus dem ersten Teil, der eine nicht zu unterschätzende Ähnlichkeit zum Square-Enix´schen Vorzeigehelden Cloud Strife aufweist. Da taucht die scharfe Sylvia auf, um Travis durch einen Appell an seine niedrigsten Instinkte wieder zu überreden, ins Killer-Geschäft einzusteigen.

So drängen Sylvias eindeutige Zweideutigkeiten Travis’ Skepsis in den Hintergrund. Aber anstatt nun zu erklären, was Travis in den letzten Jahren wiederfahren ist und noch einmal die Ereignisse des Vorgängers zusammenzufassen, durchbrechen Travis und Sylvia die vierte Wand und streiten sich, ob dem Spieler das nicht völlig egal ist oder ob er vielleicht den ersten Teil gar nicht kennt und sich auch nicht dafür interessiert. Dabei schauen sie immer wieder direkt aus dem Fernseher heraus den Spieler an und der erkennt spätestens hier: No More Heroes 2: Desperate Struggle ist alles, nur nicht berechenbar.

Ganz im Gegenteil, No More Heroes 2 ist die Definition eines postmodernen Videospiels. Auch wenn die Literaturwissenschaft die Postmoderne eigentlich schon ad acta gelegt hat, setzt ihr Suda 51 noch einmal ein interaktives Denkmal. Um was geht es in No More Heroes 2? Scheissegal! Suda 51 und seine Truppe spielen mit den Genres, den Erwartungen der Spieler, den üblichen Konventionen des Mediums, sie reißen etablierte Strukturen und Herangehensweisen gnadenlos ein und setzen aus den Teilen etwas eigenartiges, neues, frisches zusammen. Zwischensequenzen, die eigentlich dramatisch wirken sollten, sind so bewusst überzeichnet, dass sie einfach nur noch albern wirken, die übertriebene Gewalt parodiert ernst gemeinte Actionspiele und die Anzeigen und Menüs im 8Bit-Stil führen dem Spieler immer wieder die Fiktionalität des Ganzen vor Auge.

Überhaupt ist 8Bit ein großes Thema für die No-More-Heroes-Macher. Bereits im ersten Teil gab es etliche Fingerzeige auf die glorreichen Famicom-Tage, doch der zweite Teil setzt da locker noch einen drauf. Genau wie im Erstling ist bei Travis ohne Moos nix los – also muss Geld verdient werden. Das tut Travis in cleveren Mini-Spielen im NES-Stil. Als knuffiger Pixel-Travis saugt ihr Ratten und Käfer ein, sammelt Kokosnüsse oder betätigt euch als Lieferjunge. Die Jobs werden von klassischen Pieps- und Pups-Geräuschen untermalt und schnell wünsche ich mir, das reale Arbeitsleben wäre auch so spaßig wie das von No More Heroes. Waren die grindigen Nebenjobs im Erstling noch einer der schwächeren Aspekte des Spiels, gehören sie nun zu den cleversten und spaßigsten Elementen überhaupt.

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Kommentare: 1-6 von 6

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Majesty
03/06/10 @ 11:07
#1
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ein Hammergame!! Bin grade beim zweiten Durchlauf und hier ist cool das die ganze erspielte Ausrüstung und alle Moves vom ersten durchspielen noch da sind,sowas mag ich:) Auch die Nebenjobs im 8Bit look sind genial und haben mich mehr beschäftigt als die komplette Hauptstory^^

Ich möchte aber anmerken das die Kämpferei überwiegend durch den A Knopf bestritten wird! Gefuchtelt wird nur zum aufladen der Katanas oder für heftige Angriffe während man auf die Gegner zurennt! Also kein wildes Dauergeschüttel wie etwa in Onechanbara:)
Trainiert übrigens unbedingt fleißig mit Travis Katze,es lohnt sich!!!
gigsen
03/06/10 @ 13:40
#2
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schau ich mir auch noch näher an aber erstmal 3D dot game heros ;)
Reaver_411
03/06/10 @ 16:51
#3
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lol. "Heroes"-Wochen bei gigsen. xD
den 1er fand ich eigentlich gut, aber die open-world nummer hat dazu geführt dass ich nie über boss 2 hinaus gespielt habe. war mir irgendwie zu doof mit den nebenmissionen.
da das nun weg ist sollte ich nmh 2 eigentlich lieben. mal sehen.^^
Z101
04/06/10 @ 08:53
#4
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Zu viele Must-Have momentan für die Wii, wer soll die alle kaufen? :) :(
Saldek
04/06/10 @ 11:25
#5
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schade das EG keine screenshots mehr bringt, oder max. einen.
ThomasNickel staff
04/06/10 @ 12:34
#6
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Ich kann jetzt nur für mich sprechen, aber ich hab in diesem Fall von mir aus gesagt, dass mir Videos hier lieber wären, weil die einfach mehr über das Spiel aussagen. Gerade die 8Bit-Jobs kommen bewegt weit besser rüber als im Standbild.

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