OnLive
Quantensprung oder Rohrkrepierer?
Seid Ihr es leid, alle 2 Jahre Hunderte Euro in einen Rechner zu investieren, der bei einem Großteil der Spiel auf Sparflamme köchelt und dann nach einem halben Jahr zum Alteisen gehört? Keine Lust auf nervige Treiber-Probleme, Systemabstürze, Festplattencrashs, durchgeschmorte Grafik-Karten oder das ewige Patch-Leiden? Wenn Ihr alle Fragen mit Ja beantwortet, müsstet Ihr Euch eigentlich eine Konsole zulegen.
Doch angesichts des noch immer recht hohen Anschaffungspreises, der Hardware-(RROD)-Problematiken und dem absehbaren Verfallsdatum, das der Current Generation wie ein Stigma auf die ansehnlichen Front gekritzelt wurde, sollte es eigentlich eine günstigere, einfachere, bessere Lösung geben.
Genau hier tritt OnLive auf den Plan. Ein Service, der die leidige Aufrüstarbeit auslagert, Software-Piraterie unterbindet, theoretisch die Welt der Spiele damit deutlich erleichtert und so viele nervenaufreibende Probleme aus der Welt schafft. Statt zu Hause eine teure und vor allem anfällige Hardware stehen zu haben, spielt Ihr über das Internet auf blitzschnellen Servern. Eure Eingabebefehle werden an den Server übertragen, dort ausgeführt und das Ergebnis per Videostream (SD bei 1,5 MB/s, HD 720p bei 5 MB/s) auf den Bildschirm befördert. Jedes Mager-Notebook, jeder Office-PC und selbst eine kleine Lizenz-Online/Video-Box kann so theoretisch den neusten Grafik-Hammer abspielen.
Mini-Konsole mit Controller für den TV-Betrieb.
Theoretisch insofern, weil die Technologie bisher nur auf der GDC unter sehr limitierten Bedingungen gelaufen ist. Der Server, auf dem der Vorstand von OnLive Inc. Burnout Paradise und Crysis vorgeführt hat, stand 50 Kilometer entfernt. Statt Tausender Streams musste nur einer verarbeitet werden. Und die vorhandene Standleitung war überdimensioniert. Ein echter Praxis-Test steht noch aus und es stellen sich vor allem technisch jede Menge Fragen, die sich natürlich nicht auf Anhieb beantworten lassen.
Auf der GDC wurde außerdem die oben erwähnte MicroConsole vorgestellt, die neben zwei USB-Anschlüssen für Controller bzw. Maus und Keyboard einen optischen Audio-Ausgang und einen HDMI-Port besitzt, über den das Mini-System direkt an Euren LCD-Fernseher / einen Monitor angeschlossen werden kann. Ins Internet geht es mit dem zwischen 100 und 150 Dollar teuren Gerät mit einem Netzwerk-Port. Außerdem könnt Ihr per Blutooth ein Headset oder andere Geräte anschließen. Da sonst alle Daten Online gespeichert werden, braucht weder die Mini-Konsole noch ein entsprechender PC eine Speichermöglichkeit.
Ebenso schlüssig präsentierte sich der eigentlichen Service samt Benutzeroberfläche. Grundsätzlich an ähnliche Modelle wie XBox Live angelehnt, bietet OnLive einige besondere Features, die interessant klingen. So sollt Ihr sehen können, was gerade Eure Freunde spielen und auf Knopfdruck ihren Video-Stream bestaunen. Ihr könnt kurze Videos aus dem Spiel speichern und alle Spiele Probe zocken. Auch die Einbindung unterschiedlicher Bezahlmodelle, von stündlicher Nutzung über direkte Spiel-Käufe, bis hin zu diversen Abo-Modellen, passt gut zu angesetzten Zielgruppe. Und letztendlich zeigt auch die Unterstützung von Branchengrößen wie Eletronic Arts, THQ, Ubisoft und Atari, dass man die Amerikaner für voll nehmen muss. Trotzdem gibt es drei große Probleme, die das ganze Konzept gefährden und ad absurdum führen können.
Problem 1 Kosten:
Hier seht Ihr die Video-Streams Eurer Freunde.
Bei aufwändigen Spielen wird pro Nutzer ein potenter Server gebraucht, der Grafik-Verarbeitung, Spiele-Logik und Video-Verarbeitung übernimmt. Während die SD-Auflösung noch auf schwächeren Systemen denkbar ist, bedeuten 720p mit 60 Frames pro Sekunde zumindest die Nutzung eines High-End-Dual-Core-Rechners mit einer Nvidia 9800GT oder einer Ati 4850. Wenn also gleichzeitig 2.000 Leute Crysis spielen wollen, 5.000 Mirrors Edge und 10.000 Grand Theft Auto IV, müssen im Rechenzentrum 17.000 Rechner ihren Dienst leisten.
Schnellere Server können zwar in ein paar Jahren solche Spiele als Multi-Thread verarbeiten, doch dann gibt es wieder neue Titel, die sich am Rand des technologisch Machbaren bewegen. Eine Kostenreduktion wäre folglich kaum möglich, ohne das Ziel, das einfache Aufrüsten, ad acta zu legen. Außerdem würde die Anschaffung eines solchen Rechner-Parks Unsummen verschlingen und genau wie der hohe Traffic nur schwer kostengünstig umzusetzen sein. Ein hoher Preis, der theoretisch an den Kunden weitergegeben werden muss und so das schlagende Argument des günstigen Unterhalts außer Kraft setzt.
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Kommentare (19) Latest comment vor 3 Jahren
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nette Idee, die leider nicht umgesetzt werden kann.
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Ehrlich gesagt bin ich es jetzt schon Leid von OnLive und andere Streaming-Diensten zu lesen.
[...]was bei einem Strategie-Titel noch erträglich ist.
Wenn man es Online spielt bestimmt nicht.
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ich bin der Meinung das, wenn es denn irgendwann mal so sein sollte, nicht vor dem 14.07.2014 passiert.
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edit:
zb. im vergleich zur bürokrücke.. ^^
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@Lorrn: die dicke der leitung hat im gegensatz zum menschlichen glied und dem GV nichts mit der Latenz zu tun. Erstens beschraenkt die doofe Lichtgeschwindigkeit die Reaktionszeit und zweitens hat nicht jeder Fastpath.
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und als ich noch ein agp mainboard hatte konnte ich hd filme ohnehin nicht ruckelfrei schauen. also bekommen alte rechner auch nur altes sd und kein hd...
und wenn die latenz lichtgeschwindigkeit HÄTTE dann gäbs keine latenz bei 300.000Km/sek ;)
da muss der server 300km entfernt sein damit man nach hin und rückweg der daten auch nur 1ms latenz hat ;)
um also auf 2x 80ms zu kommen müsst der server 24.000km entfernt sein..
aber 1ms sind dadurch wirklich utopisch, da der server selbst bei lichtgeschwindigkeit nichts weiter als 75km entfernt sein dürfte
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^^
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Natürlich werden Gamer wie wir trotzdem einen guten PC daheim besitzen falls man die Probleme mit hoher Latenz immer noch nicht in den Griff bekommen hat.
Aber Geld wird nun mal mit Casual Gamern gemacht die auf die Frage mit, "welche Graka hast Du ?" mit "512 mb" antworten und keine Ahnung von Hardware haben und einfach spielen wollen.
Ist doch selbstverständlich das sie im Monat lieber 20 euro zahlen , anstatt 1,5k euro für nen vernünftigen PC auszugeben und dazu noch einer der Konsolen besitzen müssen, um gescheite Beat em Ups oder Rennspiele zu spielen.
Streaming ist nunmal zukunft, mann muss es nur besser Präsentieren. Irgendwann wird es verstandartlicht und jeder wird einen ähnlichen Gerät im Regal stehen haben das diesem T-Online scheiß ähnelt. Einfach einschalten, Film oder Spiel wählen und nach 30sek ist es bereit.
Da hab ich doch keinen Bock aufzustehen, die DVD oder BluRay aus der Verpackung zu holen und mich wieder hinzusetzen.
Voraussetzung das alles reibungslos funzt ist die Lösung des Latenzenproblems, optische Präsentation für den Kunden. Schließlich stehen ja bei vielen immer noch unzählige Bücher und Lexika aneinandergereiht die man kaum benutz , und stattdessen in Wikipedia surft.
Die Bezahlung wird das geringste Problem sein. Entweder flatrate mit einem monatlichen Betrag , oder wie bei Steam, einfach das Zahlen was man will.
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100ms sind ja schon das absolute Optimum, also mit perfekten Voraussetzungen. Wenn höhere Last, kein Fastpath usw. dazu kommen dann wird es ja nur noch schlimmer.
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Gegenwart und Zukunft - vermutlich und hoffentlich aber nicht die Zukunft. Ichpersönlich ziehe grds. sowohl Bücher e-books vor als auch Discs Downloads. Gegen die Option - die Auswahlmöglichkeit - an sich spricht natürlich nichts, wenn es (nur) dabei bleibt.