Overlord: Dark Legend

Gelungener Wii-Ableger

Vor zwei Jahren konnte ich dank Codemasters Overlord mal so richtig die Sau rauslassen. Dörfer plündern, ihre Bewohner ins Jenseits befördern, Schergen herumkommandieren, den zwergischen Bierfanatikern den Garaus machen und die sieben Helden vernichten, die den herrschaftlichen Vorgänger des Overlords in seine Schranken verwiesen.

Das unterhaltsame, mit viel schwarzem britischen Humor getränkte Action-Adventure spielte regelrecht mit verschiedenen Klischees des Fantasy-Genres, verzückte dennoch mit seinem ganz eigenen Charme und bugsierte sich sogleich in meine persönliche Topriege der Spiele der letzten Jahre. Dem Wii-Ableger Dark Legend gelingt das nicht gänzlich.

Das Prequel zum ersten Teil rückt die Geschichte des jungen Overlords in den Mittelpunkt, zeigt, wie er an seinem 16. Geburtstag durch ein mysteriöses Geschenk zu einer mächtigen Rüstung und einer Horde loyaler Diener geführt wird. Schluss und vorbei mit der Kindheit. Der frühreife Herrscher reißt die Macht über das Schloss an sich, verjagt seine Geschwister und macht es sich zur Aufgabe, seine Position zu festigen und die Ländereien zu erobern.

Dark Legend orientiert sich spielerisch sehr am ersten Teil der Reihe. Und das ist gleichzeitig auch der größte Vorwurf, dem man dem Spiel machen kann. Nicht dass es nicht gut wäre, man hat aber als Overlord-Spieler einfach das Gefühl, hier wenig Neues zu erleben. In Overlord 2 können die Schergen Wölfe reiten oder Kriegsmaschinen bedienen, in Dark Legend ist ihr Bewegungsrepertoire nur auf die bekannten Aktionen beschränkt.

In punkto Gameplay bleibt man den bewährten Konzepten also generell treu. Schergen zertrümmern Vasen, Kisten und allerlei weitere Gegenstände – sie richten Chaos an, wo auch immer sie entlanglaufen. Sich selbst rüsten sie dabei mit gefundenen Waffen oder Panzerungen aus, wodurch der eine oder andere kleine Recke schon mal mit einem Kürbis oder einem Sombrero auf dem Kopf durch die Gegend marschiert. Heil-, Manatränke sowie Gold bringen sie aber natürlich umgehend zu ihrem Meister. Letzteres investiert man in den Gemäuern seiner Festung in die Verbesserung der eigenen Armee. Egal ob verschiedene Waffen, Rüstung oder Upgrades für die Schergen, mit Gold stehen euch viele Türen offen. In die Verzierung der eigenen vier Wände kann man das Kleingeld auf der Wii leider nicht stecken – ganz im Gegensatz zum ersten Teil.

Overlord: Dark Legend - Trailer

Dass Overlord auf Nintendos Konsole gut funktioniert, liegt insbesondere an der gelungenen Steuerung. Während man die Recken auf anderen Systemen via Stick durch das Areal lenkt, dient der Nunchuck hier zur Bewegung des Overlord. Den kleinen Kämpfern erteilt man per Fernbedienung Befehle, lenkt sie punktgenau zu bestimmten Positionen oder schickt die gesamte Horde zum Angriff. Der Wechsel zwischen den verschiedenen Arten der Schergen geht über das analogen Steuerkreuz vonstatten. Hier schaltet man mit links beziehungsweise rechts zwischen braunen, grünen, blauen und roten Dienern durch, drückt man es nach unten, werden alle ausgewählt.

Spieler des ersten Teils wissen, dass ein geschickter Einsatz der kleinen Biester oftmals bitter nötig ist. Die braunen Kerlchen sind ganz gewöhnliche Kämpfer, die auf ihr Opfer einschlagen. Die roten Kameraden löschen Flammen und bewerfen Feinde aus der Ferne mit Feuerbällen. Blaue Diener können gefahrlos durchs Wasser marschieren und gefallene Mitstreiter wiederbeleben, während die grünen Jungs giftige und unpassierbare Gaswolken entfernen sowie auf den Rücken der Gegner springen.

Diese Umstände macht sich auch das eine oder andere Rätsel im Spiel zunutze. Bestimmte Schalter können beispielsweise nur von blauen Gefolgsleuten erreicht werden, andernorts kommt man nur mit Hilfe der grünen Chaoten weiter. Und natürlich halten die reinen Kämpfer mehr aus als die Feuerwerfer oder die Sanitäter. Eine gute Taktik ist daher ebenso wichtig wie die Mischung der Truppe.

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