PC 2009: Das Jahr der Entscheidung

Jede Menge Futter für die Kiste

2009 wird für den PC als Hardware-Plattform ein spannendes Jahr. Erstmals verfügt ein großer Teil der Spieler über Systeme, die den aktuellen Heimkonsolen überlegen sind. Dank moderner, billiger Grafikkarten und immer schnelleren CPUs könnten die PC-Titel ihren Konsolenkollegen zumindest optisch bald meilenweit voraus sein. Könnten wohlgemerkt. Denn im letzten Jahr wurde noch deutlicher, dass man mit PC alleine nicht reich wird und das es sich nur noch wenige Ausnahmeentwickler wie Blizzard erlauben können, die restliche Videospielindustrie außen vor zu lassen.

Ein Grund für die zum Teil katastrophale Situation sind die immer noch gigantischen Raubkopier-Raten. Wenn ein Titel wie Spore in den ersten Monaten über eine Millionen-mal illegal herunter geladen wird und selbst ein Independent-Titel ohne Kopierschutz, Hallo World of Goo, zu wenig ehrliche Käufer findet, nimmt der Ausfall groteske Züge an. Kein Wunder also, dass nur die Hälfte der Vorschau-Titel PC-exklusiv erscheinen. Nicht, dass Ihr mich falsch versteht. Grundsätzlich ist nichts gegen Multiformat-Titel einzuwenden. Gerade im letzten Jahr konnten einige PC-Umsetzungen überzeugen, dennoch müssen sich PC-Besitzer trotz mächtiger Hardware oft nur mit einer höheren Auflösung und detaillierteren Texturen zufrieden geben.

Aber das ganze Jammern hilft wohl nichts. Über kurz oder lang müssen sich PC-Fans mit abgelegten Konsolen-Titeln herumschlagen, die hoffentlich gut umgesetzt werden. Schließlich hat das Ganze auch etwas gutes: In Zukunft muss man vielleicht nicht mehr alle 1-2 Jahre aufrüsten, sondern kann die heimische Blechdose 3 oder gar 4 Jahre herumschleppen.

Dawn of War II vs. Starcraft II: Wings of Liberty

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In diesem Jahr stehen gleich zwei Echtzeitstrategie-Großprojekte ins Haus, die in ihrer Grundausrichtung nicht unterschiedlicher sein könnten. Zwei Urgesteine des Strategie-Genres setzen dazu an, ihre Vision der Zukunft auf den kleinen Bildschirm zu bannen und wählen dabei ganz unterschiedliche Wege, um Fans und Kritiker zufrieden zu stellen. Während Relic mit seinem Dawn of War II eine Neuausrichtung thematisiert, wird sich Blizzard mit StarCraft II auf eine perfekte Spielbarkeit, ein bewährtes Gameplay, eine packende Inszenierung und durchdachte Online-Komponente konzentrieren.

Während wir auf StarCraft II bislang nur einen flüchtigen Blick werfen konnten, hatten wir im Dezember letzten Jahres die Möglichkeit, Relics Warhammer 40.000-Nachfolger ausführlich unter die Lupe zu nehmen – siehe Warhammer 40.000: Dawn of War II Vorschau. Das Ergebnis: Seit dem Event in Nottingham gab es keinen Tag, an dem ich mir nicht eine Vorabversion nach Hause gewünscht habe. Jede Mal, wenn ich ein Warhammer 40.000- Armeebuch aufschlage oder in meinem aktuellen Roman blättere, sehe ich wieder die großartigen Momente vor mir, die dieser Titel in gerade mal 5 Stunden Spielzeit bescherte. Das Aufrüsten der Einheiten, die wunderschöne, originalgetreue Grafik und die gut gemachte Kampagne schlagen so ziemlich alles, was ich in den letzten Jahren an Strategiespielen gezockt habe. Relic hat ganz bewusst Einzelspieler bzw. CoOp vom restlichen Multiplayer getrennt und so ein wirklich einmaliges Paket auf die Beine gestellt.

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In der Geschichte zieht Ihr nur mit den Space Marines in den Kampf und schlagt Euch mit drei anderen Völkern den Schädel ein. Der Multiplayer bietet indes mit seinen vier Parteien und drei Helden pro Seite eine Spieltiefe, die trotz der Reduktion des Basenbaus begeistert. Statt Euch auf Building-Orders und Verteidigungsanlagen zu konzentrieren, verschiebt das einzelne Gebäude mit seinen wenigen Upgrades das komplette Gleichgewicht in Richtung Kampf.

Nur wer seine Truppen perfekt koordiniert und ihre Spezialangriffe ausnutzt, wird am Ende als Sieger das Schlachtfeld verlassen. Dieser Schritt befördert den Titel damit komplett in die entgegen gesetzte Richtung von Stracraft II. Blizzard stärkt weiter das Ressourcen-Sammeln und das Macro-Managment. Im Gegenzug zieht sich Relic ganz bewusst in den Mikrokosmos des Kampfes zurück. Nur bei der Kampagne setzen beide auf eine Rasse. Blizzard möchte übrigens weitere Völker als AddOns liefern, Relic fokussiert sich derweil auf DLC. Wenn nicht irgendwas schief läuft, prallen vielleicht sogar noch in diesem Jahr (es gibt immer noch keinen Releasetermin zu Starcraft II) zwei ganz unterschiedliche Philosophien aufeinander, die absolute Höchstwertungen versprechen. Bei den Verkaufszahlen wird Relic gegen die Koreanischen Horden wohl keinen Stich machen, vielleicht gelingt es aber zumindest in der Kritikergunst vorne zu liegen. Es wird ein spannender und harter Kampf.

Voraussichtlicher Erscheinungstermin: Dawn of War II März 2009 / Starcraft II - Ende des Jahres
Bilder, Videos und Vorschau zu Warhammer 40k: Dawn of War II
Bilder, Videos und Vorschau zu StarCraft II: Terrans - Wings of Liberty

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