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Pokémon Diamant & Perl

Tauschrausch der vierten Generation

Nicht umsonst gilt Japan als das Land des Lächelns! Das dürfte auch Nintendo-Präsident Hiroshi Yamauchi am eigenen Leib erfahren haben, als er Mitte der Neunziger Jahre den spieleverrückten Japanern sein einzigartiges Pocket Monsters vorstellte – ein Videospiel mit kleinen Taschenmonstern zum Sammeln, Tauschen und Kämpfen. Für sein innovatives „Pokémon-Konzept“ erntete er allerdings nur wenig mehr als ein müdes Lächeln. Vielleicht war dies auch der Grund, warum Nintendo 1996 nur 200.000 Stück der ersten Tranche an den Handel auslieferte, die innerhalb von wenigen Wochen komplett ausverkauft war.

Ein Jahr später waren bereits über 3 Millionen Pokémon-Spiele in Japan verkauft. Yamauchi muss wie ein Honigkuchenpferd gegrinst haben, auch wenn bis heute wo niemand so recht weiß, wie so etwas aussieht. Aber Yamauchis verschmitztes Lachen war nicht nur Ausdruck des riesigen Erfolges und der Genugtuung seinen Kritikern gegenüber, es war auch die reine Freude über die perfekte Marktanalyse und das geniale Marketing, das dem Start der Pokémon-Serie vorangegangen war.

Nintendo hatte kurz zuvor eine Umfrage unter japanischen Jugendlichen durchgeführt, in dem Kids gefragt wurden, was ihre liebsten Tätigkeiten seien. Nicht etwa Harakiri oder Zeichnen waren die zwei häufigsten Antworten, sondern Sammeln und Kämpfen. Damit war die Entscheidung gefallen, das mittlerweile seit sieben Jahren in der Spieleschmiede Game Freaks gereifte Spielkonzept auf dem klassischen Game Boy zu veröffentlichen. Knapp zehn Jahre und über 100 Millionen verkaufte Exemplare später ist Pokémon zur Legende und zum festen Bestandteil der hiesigen Jugend- und Popkultur geworden.

Mittlerweile geht das Phänomen Pokémon in die vierte Generation, und ein Ende des Erfolges ist nicht in Sicht – ganz im Gegenteil. Mit jeder neuen Episode gelingt es dem produzierenden Triumphirat aus Nintendo, Game Freaks, Creatures und der Pokémon Company, die Fans erneut zu begeistern. Mit Pokémon Diamant & Perl (jawohl, nicht Perle!) erscheinen jetzt die ersten Episoden der knuddeligen Pocket Monster für den DS. Und wer hätte es gedacht: der ursprüngliche Charme und hohe Suchtfaktor der Serie bleibt erhalten, aber die technischen Features, wie die WiFi-Anbindung, katapultieren den Titel in eine völlig neue Dimension.

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Die Namen in der englischen Version sind irgendwie passender.

In Diamant und Perl begehen Nintendo und Co. erfreulicherweise nicht den schwerwiegenden Fehler, die Marke seiner klassischen Adventure- und Rollenspiel-Wurzeln zu entledigen, um der Serie neuen Pepp zu verleihen. Stattdessen setzt man auf Altbewährtes. Fans werden sich folglich schnell heimisch fühlen.

Die bisherigen Regionen Hoenn, Jahto und Kanto kennen alte Hasen wie ihre Westentasche, doch in der Provinz Sinnoh, die übrigens der Insel Hokkaido nachempfunden wurde, warten neue Herausforderungen mit dem üblichen Ziel, größter Pokémon-Trainer aller Zeiten zu werden. Doch dazu müssen 8 Orden gewonnen werden. Und Kämpfen kann ein Trainer natürlich nur mit seinen geliebten Pokémon.

Eines davon bekommt Ihr gleich zu Beginn des Spieles von Professor Eibe. Dieses Mal stehen die Panflam (Feuer), das Chelast (Pflanzenart) und das Plinfla (Wasser) zur Verfügung, drei von insgesamt 107 neuen Exemplaren des mittlerweile 493 Taschenmonster umfassenden Spektrums. Ausgehend von Eurer idyllischen Heimat, dem Zweitblattdorf, zieht Ihr hinaus in die Welt von Sinnoh und erkundet malerische Städtchen mit illustren Namen wie Herzhofen, Erzelingen oder Jubelstadt.

Wie immer zeigt Nintendo bei der Lokalisation und grafischen Gestaltung viel Liebe zum Detail. Besonders der neue 3D-Anstrich sorgt für einen zeitgemäßen Look des Abenteuers und schafft zusammen mit den typischen Details wie riesigen Blumenfeldern, sich drehenden Windräder oder umher streifenden Trainern, deren Outfit stets perfekt zum Typ (Wanderer, Lady etc.) passt, eine ruhige und bezaubernde Atmosphäre. Lediglich minimale Darstellungsfehler sorgen für kleine Rüffel.

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