Pokémon Heartgold & Soulsilver Edition - Test
Hardcore-Taschenmonster
Gebt es doch zu – ihr haltet Pokémon für ausgemachten Kinderkram. Eine clevere Methode von Nintendo, den jüngsten Spielern in regelmäßigen Abständen das Geld aus der Tasche zu ziehen. Nichts, womit sich ein „ehrbarer" „Hardcorespieler" abgeben sollte. Dann doch lieber etwas richtiges. Wie wäre es zum Beispiel mit einem komplexen, kampflastigen RPG mit weit über 200 Figuren? Einer riesigen Oberwelt und mehr als einem Dutzend Element-Klassen? Online-Kämpfen gegen andere Spieler, endlose Trainings-Optionen und die Möglichkeit, Figuren miteinander, zu paaren um noch mächtigere Nachfahren zu erhalten? Klingt doch toll! So einen Titel hätte ich für euch: Pokémon Heartgold & Soulsilver.
Die knuffigen Nintendo-Monster mögen vielleicht niedlich aussehen und witzige Namen haben, spielerisch liefern sie aber auch in diesen Remakes der Gold und Silber-Episoden von 1999 auf der ganzen Linie. Das Prinzip ist einfach, aber genial. Als angehender Pokémon-Trainer ist euer hochgestecktes Ziel, sämtliche Pokémon zu fangen und der beste Trainer aller Zeiten zu werden. Das fängt harmlos an.
Ihr wählt eines von drei starken Anfangs-Pokémon mit jeweils unterschiedlicher Element-Orientierung und macht euch auf die Reise. Wilde Pokémon müsst ihr erst ein wenig weich klopfen, um sie schließlich in einem Pokéball zu fangen und sie in euer Team einzugliedern. Besiegte Gegner bringen Items und Erfahrungspunkte, die eure Truppe stärker machen.

Einfach und niedlich – grafisch gibt sich Pokémon charmant und zweckmäßig
Sechs Monster tragt ihr permanent mit euch herum, die anderen könnt ihr derweil einlagern. Auch das Tauschen von Pokémon ist ein wichtiges Element: Soulsilver und Heartgold sind im Grunde zwar identisch, bieten aber jeweils ein paar exklusive Tierchen, die ihr nur per Tausch bekommen könnt.
Natürlich ist dabei nicht jedes Pokémon gleich. Selbst innerhalb einer Gattung unterscheiden sich die Monster in Sachen Geschlecht, Gemüt und Wachstums-Anlagen. Fangt ihr erst einmal an, euch mit diesen Feinheiten zu beschäftigen, um eure Einsatztruppe noch ein wenig mehr zu optimieren, dann ist es schon um euch geschehen.
Das Schöne an Pokémon ist aber, dass jeder für sich selbst entscheiden kann, wie tiefgründig und komplex er seine Spiel-Erfahrung denn gerne hätte. Pokémon lässt sich problemlos locker und leicht runterspielen. Fangt die Monster, die euch interessieren, levelt sie unterwegs auf und besiegt die Trainer in den Arenen. Ihr werdet jede Menge Spaß haben. Aber wenn ihr euch dann mit dem Gedanken tragt, eure Pokémon gegen die anderer Spieler antreten zu lassen, kommt die interessante, schon recht knifflige Schiene.
Ihr werdet euch richtig in die Materie reinbeißen und lange über den richtigen Wachstums-Werten brüten, die idealen Skill- und Team-Kombination austüfteln und Grinding-Sessions mit frisch geschlüpften Pokémons einlegen, dass es selbst alt-eingesessenen World-of-WarCraft-Veteranen schwindelig wird. Hinter der niedlich-bunten Fassade verbirgt sich ein enorm komplexes Hardcore-RPG mit perfekt ineinander verzahnten Spielregeln.

Im handlichen Pokéwalker tragt ihr euer Lieblings-Monster mit euch herum.
Nette Dreingabe: In der dicken Packung findet ihr nicht nur das Modul und eine ausführliche XXL-Anleitung, sondern auch ein kleines rot-weißes Gerät mit LDC-Bildschirm. Den so genannte Pokéwalker. In den könnt ihr eines eurer vielen Pokémon übertragen und überall mit euch rumtragen. Das macht sogar Sinn, ist der Pokéwalker doch ein Schrittzähler, der euer Pokémon mit jedem gelaufenen Schritt ein wenig stärker und zutraulicher macht. Und nicht nur dass: Treffen sich zwei Pokéwalker-Träger, freuen sich beide über ein praktisches Item. Das mag zwar in den überfüllten U-Bahnen Tokios besser funktionieren als hierzulande, dennoch ist der Pokéwalker eine willkommene Ergänzung zum zeitlos guten Konzept.
Deswegen ergeht hier mein Rat: Baut eure Berührungsängste ab und setzt euch mal eingehender mit der bunten Poké-Horde auseinander. Schnell werdet ihr die Stärken des Spielkonzepts, den exzellent durchdachten Spielablauf, die vielen kleinen, cleveren Gameplay-Kniffe und nicht zuletzt die extrem charmante deutsche Übersetzung zu schätzen wissen. Egal ob ihr nur etwas kämpfen und tauschen wollt, oder ob ihr richtig in der komplexen Poké-Welt versinken wollt, die Remakes der GameBoy Color-Klassiker werden euch über Wochen, wenn nicht gar Monate hinweg beschäftigen.
8 / 10
Pokémon Heartgold & Soulsilver Edition sind ab heute gemeinsam mit dem Pokéwalker für den Nintendo DS im Handel erhältlich.
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Kommentare (29) vor 2 Jahren
Die Kommentare sind nun geschlossen. Vielen Dank für deine Beiträge!
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Und es gibt nichts dran zu rütteln das das alles sehr spaßige, geniale und gut druchdachte Spiele sind. Punkt!
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Was ähnliches hab ich aber doch mal durchgespielt! Auf PS1,Jade Cocoon hieß das Spiel. War zwar auch langatmig und laaaangsaaam aber ich habs tatsächlich bis zum Ende durchgehalten,war damals echt stolz auf mich:)
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Seitdem ich mir damals zu release Pokemon BLAU gekauft hab träume ich davon, dass ein solches Pokemon Spiel mal in 3D auf einer Konsole erscheint..
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Das ganze RPG Adventure war nicht vorhanden..
Bei den Handheld versionen ist der Kampf (der genauso abläuft wie auf den Cube Teilen) nur ein kleiner bestandteil des Spiels...
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Kinta
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Aber die waren im Vergleich zu den GB Versionen trotzdem nur ein billiger abklatsch soweit ich mich errinnern kann.
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Ich liebe Pokemon einfach, klar nicht die Serie und nicht die Filme, aber die Nintendo Handheld Games sind einfach toll!^^
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..sei es wegen der völlig altgebackenen Grafik, der infantilen Monsterchen, miesen "Story" oder debilen Pokemon-Sprache...
...achso, ist natürlich nur meine Meinung und muss jetzt keine besondere Bedeutung haben :)
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das zeigt doch nur wieder schön die westliche Einstellung zu "bunten Spielen"
Pokemon = Peinlich
08/15 Shooter mit viel Blut und Anabolikeropfern = Männlich
Sorry, dass ich das kommentiere aber bei diesem bescheuertem westlichen Schubladendenken bekomm ich echt das kotzen!
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]http://ww w.amazon.de/tag/spiele%20softwa...[/link]
Und wenn ich bedenke, dass ich mit Perl bereits über 250 Stunden verbracht habe, dann scheint die Reihe nicht wirklich verkehrt zu sein! Ich freu' mich riesig auf nachher, wenn ich von der Arbeit komme und endlich loslegen kann!
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Ne 8 finde ich jedenfalls gerecht, weil die Spiele trotz allem unglaublich motivierend sein können. Für mich leider nicht mehr, nicht so jedenfalls.
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Wer über das Schere-Stein-Papier-System von Pokémon hinausgeht, der wird ein extrem komplexes und tiefgründiges RPG finden. Wer das nicht glauben mag, kann sich gerne mal im CP-Bereich im BisaBoard umgucken: Pokémon Competitive Play. Dann reden wir weiter.
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"rot blau war absolute spitzenklasse auf dem gameboy (ja ich habs auf nem game boy gespielt NICHT color ;) ) und ich hba secht gern gespeilt (gut ich war erst 11)"
aber das haben ha schon alle vor mir getan xD
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