Pratchett: 'Faith ist ein zufälliger Dorn'

Autorin spricht über "Mirror's Edge"-Story

Rihanna Pratchett, die Tochter von Kultautor Terry Pratchett, ist mit dem Schreiben von Mirror's Edge fertig.

"Alle Last-Minute-Änderungen und -verbesserungen werden jetzt von DiCE gemacht. Ich befasse mich nun hauptsächlich damit, die Story zu kommunizieren und arbeite an der Comic-Serie mit [dem amerikanischen Comic-Verlag] DC", sagt Pratchett in einem Interview, in dem sie näher auf ihre Arbeit an dem Spiel eingeht.

Die Welt von Faith, der Heldin des Spiels, beschreibt sie als weniger dystopisch. Vielmehr spielt die Geschichte in einem etwas extrem überfürsorglichen Staat. "[...] Für viele der Leute, die dort leben, ist es eine Utopie. Es ist eine Stadt, die gut funktioniert. Eine Stadt, die sich kümmert. Sie will, dass ihre Bürger gut behaust sind, gute Schulen besuchen, gesunde und sichere Wähler sind - und wird alles tun, was in ihrer Macht steht, um das zu erreichen".

Das eigentliche Problem der Stadt liegt laut Pratchett in der Aufgabe der Rechte seiner Bürger. "Was viel verstörender an dieser Stadt ist, ist nicht das, was die Behörden getan haben, sondern der Umstand, dass die Bürger ihnen erlaubt haben, es zu tun. Sie haben ihre bürgerlichen Rechte gerne für ein komfortables Leben aufgegeben, für das Gemeinwohl".

Die Gruppe der Runner, der Hauptfigur Faith angehört, ist auch kein verhasster Dorn im Auge der Regierung, erzählt Pratchett. "Also, die Runner existieren in einer Art unpolitischen Bereich, zwischen Aktion und Untätigkeit, sind weder für die Stadt noch gegen sie. Sie erfüllen ein Bedürfnis, machen einen Job. Natürlich werden sie keine Nachbarschaftspreise gewinnen, aber sie machen auch nicht zu viel Ärger".

Die Geschichte um Faith wird in Mirror's Edge mittels comciartiger 2D-Sequenzen und altbekannten Cutscenes erzählt. Von der Erzählstruktur her vergleich Pratchett die Geschichte um Faith mit der der TV-Serie Prison Break. "Es hat insofern eine ähnliche Erzählstruktur wie Prison Break als dass die Protagonistin eine persönliche Aufgabe ohne größere politische Konsequenzen hat. Faith ist egal, ob sie ein Dorn im Auge von irgendwem ist. Alles, worum sie sich schert, ist, warum ihre Schwester in die Pfanne gehauen wurde. Sie ist ein 'zufälliger Dorn'", sagt Pratchett.

Kommentare (2) Latest comment vor 4 Jahren

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  • amigaones #1 vor 4 Jahren

    Klingt nach einer netten Science Fiction Zukunftswelt, aber auch nicht wirklich nach einer neuen. Aber ok. Man kann nicht ständig das Rad neu erfinden. Hab jetzt auch noch nichts von der Tochter gelesen, aber wenn sie nur ein bisschen Talent vom Vater hat, dann sollte das schon was taugen. :)
  • Lorrn #2 vor 4 Jahren

    jap, hey, das erinnert mich ja irgendwie grad an unser regime, für ein bisschen wohlstand und die beseitigung des "terrorismuss" legen wir gerne unsere rechte ab.... ich denk das, das konzept bisschen an der heutigen politik kratzen soll, vll denken die leute dan mal drüber nach und sehen wo sie grad stehen, und das es sich so wie im game evtl. weiterentwickeln kann
    Editiert von Lorrn um 13/08/08 @ 10:18