Prince of Persia: Rival Swords - Test

Neuer Name, gleiches Spiel

Gegendarstellung

Auf Eurogamer.de wurde am 19. Dezember 2006 unter der Überschrift "Prince of Persia für Wii kommt" eine Nachricht zur Entwicklung des Titels Prince of Persia: Rival Swords (im Folgenden: das Produkt) in Bezugnahme auf die Website der Firma Ubisoft veröffentlicht, unter anderem mit der Aussage: "Außerdem soll der Titel Wii-Fernbedienung und Nunchuk optimal ausnutzen."

Hierzu möchten wir Folgendes feststellen:

Ob Ubisoft die Steuerung wirklich optimal für Nintendos Wii anpassen wollte, entzieht sich unserer Kenntnis. Angesichts der uns vorliegenden, finalen Version des Titels möchten wir diese Aussage jedoch stark anzweifeln. Tatsächlich stellt sich die Steuerung des Hauptcharakters (im Folgenden: der Prinz) in der Wii-Version als wesentlich schwieriger dar, verglichen mit den im Jahre 2005 unter dem Namen Prince of Persia: The Two Thrones für andere Plattformen erschienenen Fassungen des Spiels.

Zur näheren Erläuterung: Das Produkt wird auf der Wii-Konsole mit Hilfe der so genannten Wii-Fernbedienung und des so genannten Nunchuks gesteuert, was mehrere Einschränkungen zur Folge hat.

1. Mangels eines zweiten Analogsticks hat Ubisoft das horizontale Drehen der Kamera standardmäßig auf den Kippsensor der Wiimote verlegt, wodurch es dem Spieler (im Folgenden: der Betroffene) kaum möglich ist, sich beim Spielen in einer bequemen Sitzposition zu befinden. Sobald der Betroffene die Wiimote nicht gerade hält, dreht sich die Kamera, was eine präzise Kontrolle des Prinzen unmöglich macht. Das Bewegen der Kamera in der Vertikalen wurde auf das Steuerkreuz der Wiimote gelegt, was sich ebenfalls als äußerst unpraktikable Lösung erweist.

'Prince of Persia: Rival Swords' Screenshot pop2

So funktioniert ein Speed Kill. Theoretisch.

2. Die Ausführung eines so genannten "Speed Kills" erfordert es, mit dem Nunchuk eine kurze, schnelle Bewegung in der Senkrechten auszuführen. Da der Betroffene mit dessen Analogstick allerdings gleichzeitig den Prinzen bewegt, führt diese eher hektische Aktion teilweise dazu, dass der Prinz zu einer unwillkürlichen Bewegung verleitet und von seinen Feinden entdeckt wird, wodurch ein Speed Kill unmöglich ist. Ferner kommt es vor, dass die Bewegung des Nunchuks vom Produkt überhaupt nicht wahrgenommen wird.

3. Angriffe werden nicht durch das Betätigen einer Taste, sondern durch das "Schlagen" von Wiimote und Nunchuk ausgeübt. Dabei spielt das richtige Timing eine sehr wichtige Rolle. Das Produkt ist jedoch nicht auf die - im Vergleich zu einem Tastendruck - verlängerte Reaktionszeit des Betroffenen ausgelegt, der schließlich sowohl eine Aushol- als auch eine Schlagbewegung ausführen muss. Das erschwert die Steuerung in den Kämpfen enorm und resultiert in einem unkoordinierten Fuchteln mit den Controllern.

Von einer "optimalen Anpassung" kann aus diesen Gründen keine Rede sein.

'Prince of Persia: Rival Swords' Screenshot pop1

Wild fuchteln, jaaaa, das macht Spaß!

Weiterhin schrieben Sie in Ihrer Nachricht: "Immerhin wird das Spiel laut Ubisofts Website ein paar neue Features gegenüber dem Original spendiert bekommen, darunter eine 'neuartige Mehrspieler-Erfahrung'."

Hierzu möchten wir Folgendes feststellen:

Es ist richtig, dass diese Information ebenso wie das Versprechen der optimalen Steuerungsanpassung auf Ubisofts Website zu finden ist. Bei dem Produkt handelt es sich inhaltlich nichtsdestotrotz um eine Eins-zu-Eins-Umsetzung von Prince of Persia: The Two Thrones, ohne jegliche zusätzliche Features. Dass Ubisoft das Produkt unter einem neuen Namen anbietet und lediglich auf der Rückseite der Verpackung relativ unauffällig auf die bestehende Inhaltsgleichheit hinweist, könnte ein Fall für den Verbraucherschutz sein. Fest steht, dass "ein paar neue Features" nicht den Tatsachen entspricht. Nicht einmal an der Grafik wurden erkennbare Veränderungen vorgenommen.

Besonders schwerwiegend in diesem Zusammenhang: Für Sonys PlayStation Portable ist ebenfalls ein Produkt mit dem Namen Prince of Persia: Rival Swords seit kurzem im Handel erhältlich, das auf jener Plattform durchaus neue Features enthält - einen Multiplayerpart und zusätzliche Wagenrennen beispielsweise.

Als Fazit möchten wir feststellen:

Das Produkt, Prince of Persia: Rival Swords für Nintendo Wii, erfüllt in keiner Weise die von Ubisoft geweckten Erwartungen. Weder nutzt es die "revolutionäre Wii-Fernbedienung" optimal aus, noch bietet es eine "neuartige Mehrspielerfahrung" oder andere Neuerungen. Das Produkt an sich ist per se nicht schlecht, galt Prince of Persia: The Two Thrones doch als sehr gutes Action-Adventure, doch schlussendlich ist es auf Wii nur ein weiterer Beweis dafür, dass sich bestehende Spielkonzepte nicht mit minimalem Aufwand für die neue Konsole umsetzen lassen.

Deutschland, den 3. April 2007

Die enttäuschten Spieler

Die enttäuschten Spieler haben Recht. Die Redaktion.

6 / 10

Prince of Persia: Rival Swords steht ab sofort für Wii und PSP in den Läden.

Unsere Wertungsphilosophie

Kommentare (9) vor 5 Jahren

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  • Bohnsen #1 vor 5 Jahren

    *Applaus*

    Wie in Splinter Cell also. In Sachen Third Person Gaming auf dem Wii hat Ubisoft noch die ein oder andere Lektion zu lernen.

    Zum Beispiel das es ohne _gute_ automatische Kamera gar nicht wirklich funktioniert.

    Alex
  • Fergy #2 vor 5 Jahren

    Wirklich ganz schwach was Ubi Soft bislang an Titeln für den Wii rausgebracht hat. Da hat wohl ein Publisher nur das schnelle Geld gewittert.
  • MadMirko #3 vor 5 Jahren

    Yep, dabei hat es mit Rayman eigentlich ganz gut angefangen.

    Neenee, Ubi, einfach alte Spiele 1:1 wieder veröffentlichen ist nicht der Weg ins Spielerherz.
  • skx #4 vor 5 Jahren



    Nun, ich hab das Spiel zwar nur knapp eine Stunde gespielt, aber so schlecht fand ich es bis dahin nicht.
    Speed Kill gelang immer und hat auch wirklich Spaß gemacht.
    Nur die Schwert-/Dolchkämpfe fühlen sich unkontrolliert an.
    Da würde ich aber lieber die Schuld dem Kampfsystem geben, als der Wiimote. Den es ist einfach nicht so perfekt ausgeglichen und harmonisch wie das von God of War.
    Die Atmosphäre dagegen ist großartig. Schön von God of War abgekupfert. Sie ist wirklich gut gelungen. Zum Beispiel wegen der schönen Stimme die durch das Programm führt, den Kampfgeräuschen, der Musik und den gescripten Events.
    Werde es nach GoW2 ausführlich daddeln, so leicht lass ich mir nicht den Spaß verderben ;)
  • Skeletor #5 vor 5 Jahren

    Also als Ubisoft angekündigt hatte, dass sie Nintendos Wii mit vielen Titeln unterstützen wollen habe ich mich eigentlich gefreut...
    Mittlerweile habe ich aber, besonders nach dem echt grottigen Far Cry, so das Gefühl, dass hier lediglich schnell abkassiert wird. Besonders bei den stolzen Preisen, die Ubi für ihre Wii-Neuauflagen verlangt werde ich da in Zukunft besonders vorsichtig sein. Schade eigentlich:-(
  • Lea #6 vor 5 Jahren

    Ich finds persönlich ziemlich schade, zumal die PSP-Version ja auch "neue Features" besitzt.
  • C.R.1.S #7 vor 5 Jahren

    Angesichts der Tatsache daß auf dem Wii 4 Monate nach Launch nur crapgames erscheinen fühle ich mich für meinem Verkauf bestätigt.
  • Baltech #8 vor 5 Jahren

    Ubi verspielt langsam aber sicher jeglichen Bonus, den sie bei mir mit Beyond Good&Evil angesammelt haben. Das lässt sich nur noch mit einem zweiten Teil des besagten Spiels wieder reparieren.

    @C.R.1.S.
    Stimmt, Crap. Meine Wii würd ich trotzdem nicht verkaufen. Bin doch nicht wahnsinnig und bringe mich um Super Paper Mario, Mario Galaxy und Metroid Prime 3 ;)
  • Saldek #9 vor 5 Jahren

    Vor allem sind dann meine VC Spiele weg. Das einzig brauchbare bisher an der Konsole (Von Zelda und Sonic abgesehen).