Professor Layton und das geheimnisvolle Dorf - Test
Fantastische Rätselreise
In meiner Kindheit gab es für mich kaum etwas Langweiligeres als lange Autofahrten. Ich liebte Urlaube an sich, Neues zu entdecken, überhaupt zu verreisen, aber im Hochsommer fünfzehn Stunden am Stück gen Süden zu fahren, ist eine Qual. Besonders ohne Klimaanlagen. Dass ich es trotzdem irgendwie überstanden habe und Euch heute mit meinen bezaubernden Texten beglücken kann, verdanke ich drei Dingen: Krimis, Hörspielkassetten und Rätseln.
Ich erinnere mich sogar daran, wie meine Eltern mir einen Tag vor einem Urlaub ein Rätselbuch schenkten – und ich es statt während der Fahrt bereits am Abend zuvor im heimischen Bett löste. Zum einen, weil ich sowieso nicht einschlafen konnte, zum anderen, weil mich die verzwickten Rätsel, die komplizierten Aufgabenstellungen und interessanten Formulierungen dermaßen faszinierten. Ich wollte einfach nicht aufhören, bis ich auch das letzte Puzzle geknackt hatte.
Das ist inzwischen gut zwanzig Jahre her und ungefähr solange hatte ich dieses Gefühl auch vermisst. Bis Professor Layton es mir zurück in Erinnerung rief.
Lustigerweise beginnt dessen Geschichte ebenfalls mit einer Autofahrt und einem kleinen Jungen, allerdings fahren Layton und sein Assistent Luke nicht in einen Urlaub. Stattdessen besuchen sie Das geheimnisvolle Dorf, in dem eine Menge Arbeit auf sie wartet. Dieses beschauliche Städtchen hört auf den vielsagenden Namen Saint-Mystère und wird von ganz merkwürdigen Gestalten bewohnt, die alle nur eines im Kopf zu haben scheinen: Rätsel, in allen erdenklichen Variationen. Warum das so ist, kann ich an dieser Stelle nicht verraten, aber lasst Euch versichert sein, dass am Ende der Geschichte wirklich alles einen Sinn ergibt. So unglaublich das zwischenzeitlich auch klingen mag.
Altbekannt, aber immer wieder nett.
Besagte Geschichte dreht sich um ein mysteriöses Erbe, um den so genannten Goldenen Apfel, einen furchteinflößenden Turm, um verschwundene Personen, möglicherweise sogar um Mord. Die genauen Umstände können Layton und Luke anfangs nur erahnen, weshalb es Eure Aufgabe ist, ihnen auf die Sprünge zu helfen und unter anderem einen sagenumwobenen Schatz zu finden.
Mit Hilfe des Stylus manövriert Ihr die beiden Protagonisten also durch Saint-Mystère, das sich Euch in zahlreichen, wundervoll gemalten Standbildern präsentiert, derer jedes mehrere Rätsel bereit hält. Insgesamt 150 davon verstecken sich hinter den eigenbrötlerischen Charakteren und in der Umgebung, mitunter an Stellen, von denen man es am wenigsten erwartet. Erwarten solltet Ihr jedoch keine Adventure-ähnlichen Puzzles, sondern tatsächlich ganz klassische Rätsel, wie Ihr sie eben in zahllosen Heften und Büchern findet.
Eines der ersten und einfachsten kennt wahrscheinlich jeder: Bringe eine bestimmte Anzahl Küken und eine bestimmte Anzahl Wölfe über einen Fluss, ohne dass die Wölfe die Küken zum Frühstück verspeisen. Das ist schnell gelöst, aber mit der Zeit steigt der Schwierigkeitsgrad an, zumal Euch Rätsel nahezu jeder Gattung erwarten. Zeichenrätsel, Zahlenrätsel, Wörterrätsel, Schieberätsel, Was-weiß-ich-für-Rätsel.
Einzig und allein die Scherzrätsel, wie ich sie nenne, bei denen die Fragestellung bereits ganz offensichtlich die Antwort enthält, tauchen einen Tick zu häufig auf. Beim ersten und zweiten Mal bin ich noch darauf reingefallen, doch beim dritten, vierten und zehnten Mal wusste ich die Lösung schon, bevor ich die Frage überhaupt durchgelesen hatte.
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Kommentare (3) Latest comment vor 4 Jahren
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Man könnte jetzt aufgrund der Spielmechanik denken, das Spiel wäre nur eine langweilige Rätselsammlung, aber die Story, die kleinen Filmchen, die tollen Sprecher und die melancholische Musik machen das ganze zu einem richtigen Meisterwerk.
Als wäre man in einem Film von Studio Ghibli.
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cheers,
Alex
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