Pure

Viel für's Auge

Mit atemberaubender Geschwindigkeit brettert ein ATV über tiefe Pfützen hinweg, furcht sich durch zähen Schlamm und schlittert dann wild um eine enge Kurve, nur wenige Zentimeter von einer scharfen Felskante entfernt. Das Vehikel rutscht und rutscht, der Fahrer scheint die Kontrolle zu verlieren, die Strecke zu verlassen, doch plötzlich tut sich neben ihm eine neue, fast versteckte Abzweigung auf. Schon gibt er wieder Gas und rast einen Berg hoch, scheinbar selbstmörderisch auf einen Abgrund zu. Doch anstatt zu bremsen, schaltet er sogar noch einen Boost hinzu, erreicht Höchsttempo und springt ab - ohne genau zu wissen, wohin.

In der Luft, während er haltlos in das tiefe Tal hinabfliegt, nimmt er die Beine vom Sitz und vollführt zwei halsbrecherische Tricks, die ihm zusätzlichen Boost einbringen. Kaum ist der Fahrer mit seinem Gefährt gelandet, aktiviert er erneut den Schub und prescht in letzter Sekunde an dem bisherigen Spitzenreiter vorbei, um als erster über die Ziellinie zu heizen.

Das, meine Damen und Herren, ist Disneys Rennspiel Pure.

Wollt Ihr wissen, was Pure noch ist? Nicht so spannend, wie es aussieht.

Weil Ihr Euch nach der zweifellos viel versprechenden Anfangsschilderung fragen werdet, warum zur Hölle, erkläre ich es besser der Reihe nach. Fangen wir also vorne an: Pure ist ein Arcade-Racer, in dem Ihr Euch mit ATVs actionreiche Rennen liefert. ATVs - oder auch Quads - sind diese Geräte, die an ein zu großes, motorisiertes Kettcar erinnern und vor allem Offroad, auf schwierigem Untergrund, zum Einsatz kommen. Folgerichtig findet Ihr Euch im Spiel in erster Linie in matschigen Wäldern und sandigen Wüsten wieder anstatt auf stabilem Asphalt.

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Nach dem Start geht's noch eng zu...

Das allein klingt jetzt noch nicht besonders aufregend, weshalb das Renngeschehen mit besagten Tricks und Boosts gehörig aufgepeppt wird. Springt Ihr über eine Schanze oder einen Hügel, betätigt Ihr einen Knopf sowie den linken Analogstick, um einen Stunt auszuführen. Welcher Stunt das ist, hängt davon ab, in welche Richtung ihr den Stick drückt.

Gelingt er Euch, füllt sich eine Leiste auf, die eben jenes Boosten ermöglicht und an bestimmtem Punkten weitere, anspruchsvollere Tricks freischaltet. Die Krönung ist bei komplett gefüllter Leiste ein furioser Spezialstunt, der jedoch erst einmal gelandet werden will. Gelingt er nicht, gibt's natürlich Abzüge.

Kommt Euch das ziemlich bekannt vor, kennt Ihr möglicherweise die ATV-Offroad-Reihe. Die stammt im Wesentlichen von den gleichen Entwicklern und weist etliche Parallelen zu Pure auf - wäre sie ein bisschen populärer, würde man sie vermutlich als "spirituellen Vorgänger" bezeichnen, aber das nur am Rande.

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Bald darauf: Kein Gegner mehr zu sehen.

Wichtiger ist, dass im Grunde lediglich zwei Spielvarianten existieren: Zum einen gewöhnliche Wettrennen, wahlweise auf großen Strecken mit vielen Sprüngen oder auf kleinen, die maximal zwei, drei Möglichkeiten für Stunts bieten. Zum anderen Freestyle-Events, in denen Ihr in einem Zeit- beziehungsweise Spritlimit möglichst viele Tricks vollführt, sie im besten Fall als Kombos aneinander reiht und nebenbei Power-Ups aufsammelt, um die höchste Punktzahl unter allen Fahrern zu erreichen.

Im Singleplayer-Part trefft Ihr diese beiden Varianten vorrangig im Welttour-Modus an, der sich aus zehn Mini-Serien mit jeweils vier bis sieben Events zusammensetzt. Für die Teilnahme will allerdings zunächst mindestens ein eigenes ATV gebastelt werden, für das Euch etliche Einzelteile zur Verfügung stehen. Die bringen logischerweise unterschiedliche Eigenschaften mit sich; manche sind eher auf Rennen ausgelegt, andere mehr aufs Freestylen. Ein paar Zahlenwerte verraten Euch genau, was Ihr mit dem Einbau eines Teils gewinnt oder einbüßt. Und ohnehin ist der Editor insgesamt enorm leicht zu bedienen.

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