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Quo Vadis: "Wir revolutionieren die Spieleindustrie" - Gameforge News

PC News von Alexander Bohn

23 April, 2009

Klaas Kersting ist Entrepreneur des Jahres 2008 und Gründer und CEO des Browserspiele-Giganten Gameforge. Gameforge bietet zwölf Browser-MMOGs in über 100 Ländern und 54 Sprachen an und hat 70 Millionen registrierte Spieler, die keinerlei In-Game-Werbung über sich ergehen lassen müssen. Mehr Traffic erzeugt kein MMO-Anbieter – weltweit. Auf seiner Quo Vadis-Keynote hat Kersting über die Probleme der traditionellen Spieleindustrie und das Erfolgsmodell der Free-to-play-Browsergames gesprochen. "Wir revolutionieren die Spieleindustrie", eröffnete er seine Rede.

Die traditionelle Spieleindustrie habe mehrere Probleme. Zum einen gebe es weite mehr Leute mit einem Bedürfnis nach Spielen, als die klassische Groß-Industrie, die typischerweise in den USA sitzt, sähe. Auch die Menschen in anderen Ländern als Amerika, England, Deutschland, Frankreich und China hätten Internet, Strom und fließend Wasser.

Aus der traditionellen Wertschöpfungskette habe sich auch ein strukturelles Problem entwickelt. Im Laden stünden viele Spiele, von denen der Spieler nicht wissen könne, ob sie ihm gefallen werden. Es sei denn, er habe die Demo gespielt, was "tatsächlich nur sehr wenige tun", so Kersting. Enttäuscht wäre der Spiele vor allem "wenn große Brands draufstehen oder man von einem Sequel spricht", auf die die traditionelle Spieleindustrie dennoch als "Cashflow-Projekte" baue.

Das Problem daran wiederum sei, "dass die großen Publisher die wirtschaftliche Abhängigkeit der Entwickler ausnutzen. Der Entwickler ist darauf angewiesen, seinen Milestone zu halten, dass das Produkt funktioniert" diagnostiziert Kersting. "[Der Entwickler] wird an dem Erfolg des Spiels in der Regel keinen einzigen Cent verdienen. Er muss schon für das neue Projekt pitchen, während er das eine Spiel noch fertigstellt. Wie soll das funktionieren? Das geht immer zu Lasten der Produktqualität. Das führt dazu, dass die kreativen Köpfe frustriert sind, und dafür sorgen, Businesspläne zu halten, anstatt sich darauf zu konzentrieren, was sie am besten können. Nämlich Spiele machen."

Der Unterschied im Online-Spielegeschäft sei ganz einfach, dass die Spiele länger liefen. "Man hat nicht die typische Kurve (Anm.: "Verkäufe-Kurve"), sondern die Spieler Spielen es für Monate, Jahre, Jahrzehnte. Und sie bleiben da. Alleine unsere Spieler verbringen im Monat fünf Milliarden Minuten in unseren Spielen. Spiele können lange funktionieren."

Zu guter Letzt sieht Kersting noch ein Distributionsproblem: "Viele große Publisher verkaufen einen Titel im Laden für 50 Euro – und davon sehen sie 15. Warum? Dafür gibt es überhaupt keinen Grund. Der Handel hat aus irgendeinem Grund zumindest noch die Macht. Online ist das anders." Kersting ging in der folgenden Podiumsdiskussion sogar so weit, den Handel als "nutzloses Glied der Wertschöpfungskette" zu bezeichnen.

Gameforge startete als zwei Mann Unternehmen im Jahr 2003 und wurde im letzten Dezember vom Weltwirtschaftsforum als einer von 34 Pionieren technischer Innovationen, die Business und Gesellschaft beeinflussen, gelistet. Allein 2009 plant das mittlerweile über 200 Mann starke Unternehmen, noch einmal 200 Mitarbeiter einzustellen.

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Kommentare

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Kommentare: 1-14 von 14

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easy
23/04/09 @ 07:59
#1
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Browserspiele? Für die Mutti über mir und vielleicht auch die Sozialpädagogik-Studentin nebenan...

...und außerdem "Free to Play" - Geld wollen sie trotzdem verdienen.


Browserspiele? Das ich nicht lache. Vielleicht für Wii-Besitzer interessant.
Syrok moderator
23/04/09 @ 08:06
#2
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Meinst du?

;)
Bohnsen staff
23/04/09 @ 08:27
#3
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@Syrok.

Besser hätte ich es nicht ausdrücken können. Was da schon geht, ist beachtlich, und die Grafik wird in den kommenden Jahren nicht schlechter werden. ich frag mich, ob man Cloud-Gaming in der Form von OnLive überhaupt noch brauchen wird...

Alex
gigsen
23/04/09 @ 08:47
#4
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zimlich beeindruckend für n browserspiel..
easy
23/04/09 @ 09:45
#5
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Bah, neumodischer Krimskrams...mit dem Bollerwagen sind wir damals, mein Gameboy und ich durch Berlin gezogen. Die Jugend mit ihren Browser und Javas und Plug-Ins. Richtige Spiele brauchen ein Verpackung, eine Anleitung und Last Gen Technik wie Rumble Packs.
Lea staff
23/04/09 @ 10:05
#6
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Ich bevorzuge "Auf-Couch-liege-und-Pad-in-Händen-halt-Spiele"
experiment626
23/04/09 @ 10:28
#7
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@lea dem schliesse ich mich so an. übrigens, der handel ist nur für diejenigen ein nutzloses glied, die den hals nicht voll genug kriegen. kein guter weg auf dem wir uns befinden.
Bongstar
23/04/09 @ 12:11
#8
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können entwickler das nihct handhaben wie einige musiker?
download egen bares direkt von ihrer homepage. kostet nur die hälfte für den nutzer und der verkäufer bekommt alles bis auf ein par cent traffic kosten, was insgeamt aber weit mehr bringen wird als das spiel über puplisher und laden vor ort zu vertreiben.

und für 5 euro mehr gibts dann das spiel mit hülle und anleitung +3 euro versand direkt nach hause und kostet sicherlich immer noch bis zu 50% weniger als es jetzt kostet

edit: hab vergessen dass das nicht geht weil es dann genauso wie in der musikindustrie leute von sony bmg kommen und sagen ihr dürft euch nicht selbsständig vermarkten..
Edited 1 times, most recently on 23/04/09 @ 12:12
MrAnDeRsOnV6
23/04/09 @ 14:20
#9
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Der Entwickler bekommt vom Publisher oft ein Budget ohne dieses, könnte er es wahrscheinlich nicht selbst finanzieren.

Warum darf man sich nicht selbstständig vermarkten ?
Heavy_Rain
23/04/09 @ 18:13
#10
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Zumindest die momentanen Browserspiele lassen sich wohl schwerlich mit den "richtigen" vergleichen, von daher hinkt das etwas.

Was dieses Video von Google angeht: Um diese Grafik zu erreichen muss man doch wieder den selben Aufwand wie für die andere Spiele betreiben oder muss man da nur ein paar mal mit dem Zauberstab wedeln?
Syrok moderator
23/04/09 @ 18:16
#11
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"Warum darf man sich nicht selbstständig vermarkten ?"

Darf man, machen auch manche. Ist aber nicht so einfach wenn du nicht für den C64 Spiele machst. ;)
Oder für mobile Platformen zB Handys, MP-3 player.
Lea staff
23/04/09 @ 18:22
#12
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"Warum darf man sich nicht selbstständig vermarkten ?"

Die Antwort hast Du dir eigentlich schon selbst gegeben - weil Du es dann auch selbst finanzieren musst und keine Bank (Publisher fungieren eben als solche) im Rücken weisst.
MrAnDeRsOnV6
23/04/09 @ 19:45
#13
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Ja das weiß ich doch, aber ich bin egen Bongstars Ausführungen ein wenig ins grübeln geraten.
Sevens
24/04/09 @ 04:18
#14
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Klar, alle Spiele werden 5-10 Jahre gespielt sofern sie online und nicht im Laden gekauft werden. In letzterem hat man auch keine Ahnung was man kauft. Nun, es sei denn man verfolgt Pre-und Reviews, Videos, Screenshots, Interviews un dergleichen, die es alle in großer Zahl gibt und baut daneben auf Erfahrung. Aber das ist natürlich komplett abwegig.

"kein guter weg auf dem wir uns befinden."

In der Tat.

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