Guitar Hero III: Legends of Rock - Test
Rock´N´Roll All Nite!
Normalerweise gehöre ich nicht zu den Leuten, die sich großartig dafür interessieren, ob jetzt Studio A oder B ein Spiel programmiert. Wenn es kommt, werden wir schon sehen, was passiert.
Diesen Sommer machte mir eine solche Nachricht das erste Mal Angst. Sie ließ mich nicht schlafen. Harmonix wird nicht Guitar Hero 3 entwickeln. Wie können sie nur! Guitar Hero 2 vergötterte ich dermaßen, dass ich mir sogar eine echte Gitarre anschaffte und meine Nachbarn noch mehr vergräzte. Und jetzt sollten plötzlich die Tony Hawk-Bastler von Neversoft ohne jegliche Erfahrung in Musikspielen und ohne Zugriff auf den Source-Code von Harmonix Teil 3 schreiben? Ich war mehr als nur ein wenig beunruhigt.
Jetzt ist aber alles gut. Neversoft sind meine neuen Helden. Veränderung tut halt manchmal doch Not. Harmonix selbst hatte offensichtlich keine Lust auf eine weitere Gitarrenstunde. Dies ließen sie Euch mit dem lieblos präsentierten Rock the 80s auch wissen. Es bleibt natürlich pure Spekulation, ob sie damit den Erwartungsdruck für das nächste Team senken wollten oder die Serie zugunsten ihres eigenen neuen Projekts Rock Band einfach links liegen ließen.
Legends of Rock gelingen spielend die beiden Pflichtaufgaben, bei denen das sterbenslangweilige Rock the 80s so gnadenlos scheiterte: Notenfolgen und Songauswahl. Während selbst Kenner der 80er sich angesichts der Titelauswahl dort das Kinn kratzten, wird jetzt für jeden etwas geboten und zwar (fast) nur Kracher aus ungefähr vier Jahrzehnten. Von 'Barrakuda', über 'Talk Dirty to Me' zu frischer Ware von den Killers oder Priestess dürfte hier jeder Rockfreund was für zum Headbangen, Pogen oder zumindest anerkennenden Kopfnicken finden.
Offensichtlich hat Neversoft auch die Bedeutung des Wortes Bonus nachgeschlagen. Guitar Hero 2 überraschte bei den Bonussongs mit einem skurrilen Allerlei, in dem es ungefähr so viele Perlen zu finden gab wie bei einem All You Can Eat – Austernessen. Ganz anders bei Legends of Rock. Hier ist dieser Name Programm. Kennt Ihr beispielsweise Heroes del Silencio? Na klar kennt Ihr die. Und die sind hier ein Bonussong. Nicht mal die A-Ware. Nicht der Encore. Nur ein Bonussong. Das spricht Bände über die Qualität des Sammelsuriums aus über 70 Titeln; zumal kaum einer diesen gehobenen Rahmen verlässt.

Was soll das heißen, wer ist Bret Michaels? Just talk dirty to him, Girls!
Dass Gitarrenmusik Euch nicht generell zum Wechseln des Radiosenders herausfordern sollte, versteht sich dabei von selbst. Aber selbst harte Slipnot-Hörer werden nach einigen Runden zugeben müssen, dass auch Mountains nicht mehr ganz so vertrautes 'Mississippi Queen' dank perfekt gewählter Riffs, Soli und Rythm-Parts immer eine Runde wert ist. Nach Rock the 80s war Euch sicher klar, welch eine Kunst in der richtigen Anordnung der Noten liegt. Spaß soll es machen, abwechslungsreich sein und natürlich von leicht bis Expert perfekt mit dem Song harmonieren.
Legends of Rock bewältigt diese Leistung in jedem einzelnen Song mit Bravour. Sei es 'Before I Forgets 'hartes, schnelles Anschlagen, das verspielte 'When We Were Young' oder 'Metallicas' Tour de Force 'One': Neversoft weiß, wie man es richtig macht und niemals Langeweile aufkommen lässt. Endlose Rythm-Passagen, die sich für gefühlte Stunden hinziehen und dann nur in einem Ausbruch einer einzelnen Note Abwechslung finden, sucht Ihr hier vergeblich. Jeder Abschnitt begeistert neu und wird Euch reizen, ihn zu perfektionieren.

Let there be Sound! Let there be Lights! Let there be Rock!
Das Treffen dieser einzelnen Noten wurde ein ganz klein wenig einfacher gestaltet. Das nur Zehntelsekunden lange Zeitfenster vergrößerte sich ein wenig und auch wenn Ihr mal einen schnellen Hammer-On nicht auf den Punkt genau reist, zeigt sich das Spiel hier ein wenig gnädiger. Sollten die Gitarrengötter nun aufschreien und Verrat rufen, dürfen sie sich wieder setzen. Einfach wird Euch das Leben hier trotzdem nicht gemacht.
'Einfach' und 'Normal' eignen sich nach wie vor perfekt für Einsteiger und Gelegenheitszupfer, auf 'Schwer' und vor allem 'Expert' dreht sich das sehr schnell. Die letzten drei Sets werden Euch bis an die Grenzen der Möglichkeiten menschlicher Finger treiben und hetzen Euch durch einige der schwersten Passagen, die es bisher in der Serie überhaupt gab. Und sollte einer unter Euch Dragonforces 'Through the Fire and Flames' auf Expert überhaupt schaffen, kann ich ihm/ihr nur gratulieren. Die Betonung liegt noch mehr als zuvor auf den Hammer-Ons und Pull-Off-Griffen und solltet Ihr auf die einfach keine Lust haben, stehen Euch schwere Zeiten ins Haus.
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Kommentare (8) Latest comment vor 3 Jahren
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Schöne Anspielung auf Waynes World!
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Aber selbst harte Slipknot-Hörer werden nach einigen
...
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@syrok
Uuupsie, diese modernen Bandnamen sind halt schwer für einen 80s - Poser wie mich.
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hf