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Call of Duty 3

Wir retten Frankreich!

Call of Duty 3 ist wie Call of Duty 2, mit noch besserer Grafik, noch mehr Action, noch filmreiferen Cutscenes und ein paar spielerischen Neuerungen. Wer die Serie noch nie mochte, lebt sein Leben ohne den WW2-Shooter weiter und der Rest hat es bereits gekauft. So, damit habe ich alles gesagt und könnte eigentlich zum Ende finden.

Ok, ich mach trotzdem weiter. Während die Schlachten in Call of Duty 2 über den ganzen Globus verteilt waren, geht es im neuesten Teil ausschließlich um den Durchbruch in der Normandie und die Befreiung Frankreichs. Das soll aber nicht bedeuten, dass es den Schauplätzen an Abwechslung mangelt. Die Einzelspieler-Kampagne umfasst 14 Levels und in diesen wird allerhand geboten. Der Mehrspieler-Modus ist dieses Mal zum Glück um einiges ausgereifter, aber dazu kommen wir später.

Ihr stürzt Euch abwechselnd als Amerikaner, Brite, Kanadier und Pole in die Schlacht. Durch das ständige Charakter-Hopping fällt es schwer, sich mit der Spielfigur zu identifizieren, aber darum ging es in der Call of Duty-Reihe ja noch nie. Wichtiger sind die Geschehnisse, die vor Euren Augen stattfinden. Treyarch ließen sich echt einiges einfallen, um das berühmte „Mittendrin-Gefühl“ der Serie weiter zu intensivieren. So widmen sich die Zwischensequenzen jetzt stärker den Beziehungen der Soldaten untereinander. Es wird persönlicher und zuweilen echt kitschig. Wenn Ihr zum Beispiel miterlebt, wie ein Soldat in den Armen eines Kameraden sein Leben aushaucht. Inklusive melodramatischer Musik und super-patriotischem „Er starb als Held-Geschwafel“. Auch die Tatsache, dass die mutigen Briten alle Franzosen für Warmduscher halten, wird regelmäßig in Form diverser Streitszenen unterstrichen. Alles sehr klischeehaft und wie in einem altmodischen Kriegsfilm.

Im Dritten geht die Post ab

1

Engländer mögen keine Franzosen, doch die Deutschen hassen sie wirklich.

Das lineare Gameplay, steckt wieder voller geskripteter Ereignisse. Dabei ging Treyarch nach der Devise vor: „Egal wie heftig es gerade zur Sache geht – wir müssen noch einen oben drauf setzen!“ Immer wenn Ihr heilfroh darüber seid, eine besonders nervenaufreibende Passage lebend gemeistert zu haben, klatscht Euch das Spiel eine noch dickere Herausforderung um die Ohren. Egal, ob Ihr in einen fiesen Hinterhalt geratet, urplötzlich fette Panzer oder Events mit Minigame-Charakter auftauchen. Letztere sind zwar nicht revolutionär, lockern das Geschehen aber zweifellos auf. Wenn Ihr etwa eine Sprengladung anbringen sollt, drückt Ihr erst eine Taste, danach rotiert Ihr den rechten Stick, um einen Zünder in die Ladung zu schrauben und durch erneuten Tastendruck zieht Ihr den Stift heraus. Da gilt es cool zu bleiben, auch wenn Euch die Kugeln nur so um die Ohren fliegen.

In einer anderen Szene werdet Ihr von einem deutschen Soldaten überrascht und in einen packend inszenierten Nahkampf verwickelt. In dem Ihr schnell auf die R- und L-Tasten hämmert, gewinnt Ihr dabei die Oberhand, rammt dem Feind mit der A-Taste den Gewehrkolben ins Gesicht. Der Typ taumelt, stürzt über ein Geländer, kann sich aber an Eurer Waffe festhalten. Um nicht mit in die Tiefe gerissen zu werden, müsst Ihr Euch durch erneutes Tastengehämmer befreien. Die arme Sau stürzt ab, doch Ihr verliert das Gleichgewicht, kippt vorn über und hängt nun ebenfalls über dem Abgrund. Schnell wieder raufziehen, bevor es zu spät ist! Mensch, ging mir nach dieser Szene die Pumpe.

Sonst alles beim alten?

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Gruppenbild mit französischen Widerstandskämpfern.

Richtig abgefahren wird's, wenn Euer Trupp im Boot hockt, um einen Fluss zu überqueren. Mit dem rechten Stick paddelt Ihr Euch die Seele aus dem Leib, während ringsum die Granaten einschlagen. Keine Angst - der Schwerpunkt liegt trotz solcher Einlagen auf ausgiebigem Waffengebrauch. In der Hinsicht hat sich wenig verändert. Ihr kämpft Euch durch Wälder, Dörfer, Städte und Fabrikgebäude, nutzt die zahlreichen Deckungsmöglichkeiten, nehmt Geschützstellungen und Bunker ein, Rhabarber, Rhabarber. Energieleiste oder Health-Packs gibt es nicht. Wenn Ihr getroffen werdet, verschwimmt das Bild, verfärbt sich blutrot. Einfach kurze Zeit in Deckung gehen und schon ist die Gesundheit wieder hergestellt. Wir hätten uns eine „Zur-Seite-lehnen-Funktion“ gewünscht, um auch mal vorsichtig um die Ecke schielen zu können. Die fände locker auf dem digitalen Steuerkreuz Platz, das ja sonst nicht groß genutzt wird. Insgesamt ist die Steuerung aber gut durchdacht und intuitiv. Hin und wieder wird es jedoch hakelig. Ihr bleibt an irgendwelchen Schutthaufen hängen und Eure Kameraden stehen nach wie vor gerne im Weg herum, versperren dabei Türen und andere Durchgänge.

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