Final Fantasy Tactics: The War of the Lions

Once more into the breach, dear friends

Sind zehn Jahre genug? Habt Ihr bereits all die Ereignisse in Ivalice vergessen? Habt Ihr vielleicht nie die Welt von Final Fantasy Tactics besucht, die Square uns Europäern zu Zeiten der ersten Playstation vorenthalten hat? Oder erinnert Ihr Euch noch, als wäre es gestern gewesen, dass Ihr in langen Schlachten und durchwachten Nächten den Krieg der Löwen zu einem siegreichen Abschluss bringen konntet? So oder so, nach einer Dekade ist es an der Zeit zurückzukehren zu Final Fantasy Tactics: The War of the Lions.

Der PSP-Umsetzung des Klassikers haftet ein wenig das Stigma des schnellen Geldmachens an. Square Enix verspürte offenbar keine Lust, nach so langer Zeit endlich einen echten Nachfolger zu kreieren und verlässt sich stattdessen auf die unbestreitbaren Qualitäten des legendären Originals. Ein paar Änderungen für die Rückkehrer werden natürlich geboten, den meisten Spaß werden aber mit Sicherheit all die unter Euch haben, die noch nie den Chocobo in die Schlacht geritten haben.

Und an Schlachten wird es keinen Mangel geben, während Ihr Euch durch die großartige und jetzt auch großartig erzählte Geschichte eines Kampfes zweier großer Häuser schlagt. Angereichert mit den üblichen Elementen eines solchen Konflikts, namentlich Liebe, Verrat, Freundschaft, Ehre und Betrug. Die alte US-Übersetzung litt mehr als nur ein wenig darunter, dass die Mitarbeiter bei Square offensichtlich besser japanisch als englisch sprachen. Die PSP-Version wird Euch nicht mit gelegentlich wechselnden Namen für ein und dieselbe Person verwirren und auch zuvor schwer verständliche Passagen stehen nun in einem kohärenten Kontext.

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Echte Helden zeigen stoische Ruhe auch im Angesicht der Klinge

Dies kann angesichts der verschlungenen Pfade, auf denen die Ritter Ramza und Delita wandeln, als absolute Notwendigkeit betrachtet werden. Aber auch so schon solltet Ihr beim Spielen Pausen von mehreren Tagen oder gar Wochen vermeiden. Anderenfalls könnte es Euch durchaus schwer fallen, die zahllosen Haupt- und Nebenakteure und Ihre vielschichtigen Motivationen auseinander zuhalten. Wer aber dabeibleibt, wird in dem unglaublich dichten Geflecht der detailliert ausgestalteten Fantasywelt Ivalice, zuletzt bekannt aus Final Fantasy XII, geradezu versinken.

All dies bot sich – wie schon zu Beginn gesagt - auch schon auf der PS1 vor langer Zeit dar und in der Essenz lies man bei Square Enix die Geschichte unangetastet. Um Veteranen dann aber doch noch ein klein wenig mehr zu bieten, wurden einzelne Momente in der Geschichte mit Leben und Spielbarkeit angereichert. Wo Euch zuvor nur in einem Gespräch von fernen Ereignissen berichtet wurde, schlagt Ihr jetzt einige dieser Schlachten selbst. Trennen sich beispielsweise die Wege von Ramza und Delita, wurde im Original nur die Handlung des ersten verfolgt. Auf der PSP erfahrt Ihr ein wenig mehr über die Ereignisse auf Delitas Wegen.

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'Back, or this ones blood makes crimson snow.' Eine so lyrische Drohung bekommt man selten.

Man kann dies kaum eine Revolution im Design von War of the Lions nennen, es gibt der ohnehin schon aufwendig ausgearbeiteten Handlung aber noch mehr Tiefe, ohne dabei aufdringlich zu sein. Auch die weiteren Neuerungen bewegen sich in ähnlich dezenten Dimensionen und sollte es da draußen jemanden geben, der das Original aus welchen Gründen auch immer verachtete, können ihn selbst zwei neue Berufe für die eigenen Kämpfer, zwei freischaltbare Charaktere und ein ganzer Schwung neuer Items nicht zurück an Ivalices Gestade locken.

Diese Person muss dann allerdings wirklich eine schwere Abneigung gegen Taktik-Rollenspiele mitbringen, denn War of the Lions in seinen Kernstärken zu schlagen, dürfte auch nach zehn Jahren den allermeisten Genrevertretern schwer fallen. Nirgendwo werdet Ihr derzeit ein solch ausgefeiltes Job- und Klassensystem finden wie hier. Eure bis zu 24 Streiter starten das Heldendasein allesamt als Squire, also ein Ritteranwärter, oder als Chemist, dessen Profession mehr mit Tränken und Items und weniger mit blankem Stahl zu tun hat.

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