Gran Turismo 5 Prologue

Ausgebremst

Das Wettrennen um die Rennsimulations-Krone hat eine neue Dimension erreicht. Nach zehn erfolgreichen Jahren muss sich die ehrwürdige Gran Turismo-Serie beim fünften Teil einem potenten Herausforderer stellen. Mit Forza Motosport 2 gelang es den Turn 10 Studios, ein beeindruckendes Stück Simulation auf die Beine zu stellen, das neben den üblichen Features auch ein einigermaßen glaubhaftes Schadenssystem integrierte. Trotz der Einschränkungen durch die Hersteller wird damit der Realismus auf eine neue Stufe gestellt.

Umso dramatischer für Polyphony Digital, dass sie auch bei Gran Turismo 5 auf ein solches Feature verzichten müssen. Doch Lead Designer Kazunori Yamauchi gibt die Pole Position nicht so schnell auf und will mit Gran Turismo 5 Prologue vorab beweisen, dass es sich lohnt, dem Platzhirsch die Treue zu halten.

Wie schon beim vierten Teil der Serie, fungiert Gran Turismo 5 Prologue als eine Art Sneak Peek, die neben sechs Strecken und ihren unterschiedlichen Varianten immerhin 71 Fahrzeuge zu bieten hat. Verglichen mit dem Vorgänger und der Konkurrenz ist dies natürlich recht dünn, aber im Gegenzug wird der Titel auch zu einem günstigeren Preis verkauft. Leider ist der Umfang nicht die einzige Einschränkung, die auf den Rennspielfan wartet.

Angenehm ist der Verzicht auf die umstrittenen Fahrschulevents. Wie es schon Forza Motorsport bewiesen hat, gibt es keine bessere Methode um Fahren zu lernen, als eine Anzeige der Ideallinie mit den passenden Bremspunkten. Polyphony Digital hat sich diese Innovation geschnappt und bei Prologue eingebaut. Ihr könnt also gleich in den Rennbetrieb starten, der mit bis zu 16 Fahrzeugen pro Lauf deutlich umfangreicher als beim Vorgänger ausfällt.

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Die myPage fungiert als Hauptmenü und zeigt Euer aktuelles Fahrzeug an.

Erstmal auf der Strecke, dürft Ihr Euch auf eine neue Perspektive freuen, die optisch brillant umgesetzt wurde. Endlich nehmt Ihr selbst hinter dem Steuer Platz und bewundert neben detaillierten Armaturen auch einen hoch aufgelösten Fahrer. Echtzeitschaden, spiegelnde Oberflächen und sehr glaubwürdige Animationen machen die Innenansicht vielleicht nicht zur schnellsten Variante, aber auf jeden Fall zur atmosphärischsten.

Allein bei der Steuerung mit dem SIXAXIS-Joypad gibt es gleich mehrere Probleme. Erstens müsst Ihr mit den hier erhältlichen Varianten auf Rumble-Funktionen verzichten. Zweitens sorgt der rutschige Gasknopf immer wieder für Krämpfe in den Händen, wenn man länger als ein paar Stunden seine Runden dreht.

Gerade die Konkurrenz ist hier deutlich besser aufgestellt und kann nur von dem Logitech Gran Turismo-Lenkrad G 25 getoppt werden. Falls Ihr solch ein edles Steuergerät Euer Eigen nennt, bekommt Ihr eine nahezu perfekte Simulation geliefert, die bei Handhabung und Fahrgefühl Zeichen setzt.

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Der Splitscreen-Modus ersetzt keine Online-Rennen, ist aber durchaus gelungen.

Deutlich weniger perfekt ist der Preis: Mit 250.- EUR wird so ziemlich jeder Geldbeutel gesprengt, auch wenn das Prachtstück wirklich jeden Euro wert ist. Wer es etwas günstiger möchte, kann sich im April den Dual Shock 3 zulegen. Die passenden Einstellungen gibt es auf jeden Fall schon im Optionsmenü, über die Qualität können wir aber noch keine Aussage machen.

Doch zurück zum Hauptmenü, das um die My Page herum aufgebaut ist. Dort erwartet Euch neben einem Kalender auch verschiedene Menüpunkte, wie einem Video Channel, der Replayverwaltung oder verschiedenen Renn-Modi. Die "Kampagne" ist unter dem Menüpunkt Event versteckt und umfasst im ersten Schritt drei Rennserien mit Dutzenden von unterschiedlichen Herausforderungen. Mal müsst Ihr schlicht unter die ersten Drei kommen oder die beste Rundenzeit einfahren.

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