Tiger Woods PGA Tour 08

Wenig Neues auf der Tiger-Tour

Verdammt. Eigentlich sollte dieser Test damit anfangen, dass ich darüber philosophiere, wie lange EA wohl noch das Konterfei von Tiger Woods für seine PGA-Reihe nehmen wird und dass der Vorzeigegolfer den Zenit seines Könnens wohl überschritten hat. Pustekuchen! Ein Blick in die aktuellen PGA-Stats verriet mir, dass der Mann auch dieses Jahr die Tour anführt. Bescheidene 10 Millionen Dollar hat er bisher in der laufenden eingenommen, liegt mit fast 25 Punkten beinahe unaufholbar in Führung und braucht weniger Schläge als jeder andere für eine Runde. EA muss sich wohl noch keine Sorgen um seinen Titelhelden machen, dem Tiger geht es gut.

Wie jedes Jahr und bei allen EA-Sports-Titeln stellt sich die bange Frage, ob das auch für das nicht gerade preiswerte Jahresupdate Tiger Woods PGA Tour 2008 gilt oder ob man diese Saison besser aussetzen sollte. Die Antwort ist einfach: Wer das sehr gute Tiger Woods PGA Tour 07 im Regal stehen hat, braucht das ebenfalls hervorragende 08 nicht unbedingt daneben stellen. Optisch hat sich schon mal praktisch nichts getan. Abgesehen der Handvoll Animationsstufen bei den Zuschauern, kann man sagen: 2007 und 2008 vom Aussehen zu vergleichen, ist, wie eines dieser Spielchen mit den zwei Bildern, wo man die fünf Unterschiede finden muss. Wer ganz lange hinguckt, wird sie entdecken. Herzlichen Glückwunsch.

Nach wie vor wirkt die Grafik damit zwar sehr ansehnlich, aber auch etwas steril. Die Kurse gleichen den Vorbildern bis auf den Busch genau, nur hat das alles nicht den Anschein von echt sondern von, nun ja, guter Grafik halt.

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Das ist doch tröstlich: Auch Tiger spielt gelegentlich aus dem Bunker.

Bei der Anzahl der Kurse hat EA allerdings weiter aus dem TW 06-Desaster gelernt und bietet inzwischen stolze 16 Flächen. Zwar vermisse ich zur Auflockerung nach wie vor die schicken Fantasieparcours, wie etwa den Predator aus TW 03, aber die FedExCup-Riege mit Westchester Country Club, TPC Boston, Cog Hill und East Lake geben Euch jede Menge neuer, realer Bunker, in die Ihr den Ball schicken könnt.

Die nächste von EA groß angepriesene Neuerung ist lustigerweise ein ganz alter Hut, denn seit Leaderboard auf dem C64 wurden so schon virtuelle Bälle geschlagen. Das uralt bekannte 3-Klick-System ergänzt hier ausgesprochen sinnvoll den Analog-Swing und bekommt damit den 08er-Trophy Ball für „Bestes neues Feature“. Für alle, die das Prinzip nicht kennen: Der erste Tastendruck zum Ausholen, der zweite für die Schlagstärke und der dritte entscheidet, ob Ihr seitlich verreist.

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Ein Blick auf den neuen Westchester Country Club Kurs.

Mit diesem System lassen sich die bisher nervigen 70-80% Power-Schläge recht gut meistern, Schlagstärken über 100% Power sind dagegen praktisch unmöglich. Der wandernde Balken beschleunigt im roten Bereich so sehr, dass der Ball mit fast absoluter Sicherheit in den Bäumen endet. Warum allerdings anscheinend im Gegenzug das analoge System noch feinfühliger eingestellt ist als es schon im sensiblen 07 war, ist schleierhaft. Selbst auf einfachen Kursen landete in den ersten Stunden ein Hook beziehungsweise Slice nach dem anderen in den Büschen. Zunächst ist es eine Lektion in Demut, dafür freut jeder gute Schlag umso mehr und Ihr konzentriert Euch wirklich wieder auf jeden einzelnen Ball. Man muss auch mal das Gute im Schlechten sehen…

Wer es dann bis zum Grün geschafft hat, findet dort den recht realistischen Ansatz der Einschätzung des Grüns über Gefälle und Steigung von 07 ziemlich identisch wieder. Zur Erleichterung vor jedem Putt dürft Ihr Euch jetzt die Putt-Preview anschauen.

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