Rock Band 2

Meister des Rocks

Es ist nicht gerade ein leichtes Unterfangen, einen Song komplett als Band zu spielen. Da muss ein Lied gefunden werden, mit dem alle zurecht kommen. Jede einzelne Note muss penibel auswendig gelernt werden und am Ende des Abmühens soll es auch noch gut klingen. Dabei passiert es nicht selten, dass sich Bandkollegen an die Gurgel gehen, wenn nach gefühlten 634 missglückten Versuchen der Drummer immer noch aus dem Takt kommt oder der Bassist aus Langeweile beim Gitarrensolo wieder eingepennt ist.

Rock Band gestaltet sich dagegen wesentlich einfacher. Kein umständliches Aufbauen und Stimmen der Instrumente, nicht eine Note muss vorher bekannt sein und sobald jemand Probleme mit einem Song hat, wird bei demjenigen kurzerhand der Schwierigkeitsgrad runtergeschraubt. So kommt es, dass ich am Wochenende mit meinen Freunden die „richtigen“ Instrumente stehen lasse, schnell noch einen Kasten Bie...ähh Orangensaft kaufe und danach gemeinsam vor der Konsole mit ihnen abrocke.

Genau hier liegt die Faszination von Rock Band. Jeder kann, auch wenn er noch so wenig Ahnung von Musik hat, das Gefühl erleben, als Band zu spielen. Doch was bringt Teil 2 mit sich, das einen weiteren Kauf rechtfertigen würde? Selbst Harmonix hat vor einem guten Jahr noch behauptet, den Titel nicht als Serie, sondern als Plattform zu nutzen. Seitdem sind ein paar Monate ins Land gezogen und mit dem neuen Guitar Hero World Tour als Rivale, blieb ihnen keine andere Wahl mehr. Konkurrenz belebt eben das Geschäft und nach gut 25 Stunden Rock Band 2 bin ich richtig froh, dass die Jungs noch einmal an dem Spiel geschraubt haben.

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Lasst Euch von dem Gehampel im Hintergrund nicht irritieren.

Zunächst eine kleine Anmerkung: Da die neuen Instrumente erst im Dezember in Europa erscheinen, konnte ich diese nicht selber spielen. Doch viel soll sich hier nicht getan haben. Einzig und allein das Drumkit wurde verbessert, was mich hoffen lässt, nicht wieder etliche Male einen Umtausch zu beantragen, da mein Pedal gebrochen ist oder das Schlagzeug kaum auf meine Schläge reagiert.

Aber lassen wir das Plastik einmal bei Seite und betrachten das Spiel selbst, an dem einiges verändert wurde. Kenner des ersten Teils werden mit Freude zur Kenntnis nehmen, dass die Erkennung bei Sprechphasen auf ein Optimum verbessert wurde. Ihr könnt sogar den Pokeman Titelsong bei „So What`cha Want“ von den Beastie Boys singen und trotzdem 100% abstauben. Glaubt es mir, ich habe es selbst ausprobiert. Außerdem ist das Zeitfenster der Hammer-Ons wesentlich vergrößert worden und lässt sich ungefähr mit dem aus Guitar Hero 2 vergleichen. Diese Änderungen besonders hilfreich, da der Schwierigkeitsgrad auf allen Instrumenten ein wenig angehoben wurde.

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Als Drummer wird Eure Hand-Fuß Koordination gefragt.

Beim Beäugen des Titelbildschirms fällt sofort auf, dass die Solo-Karriere gestrichen wurde. Dafür könnt Ihr nun den Tour-Modus alleine spielen oder Euch online bis zu drei weitere Bandmitglieder besorgen. Zum Glück haben die Entwickler auf die Kritikpunkte im ersten Teil reagiert, da es ziemlich nervig war, immer Freunde einzuladen. Ab sofort reicht eine kurze Spielersuche aus und Ihr könnt die Bühnen dieser Welt als Band bereisen.

Bei der Tour selbst hat sich im Vergleich zum Vorgänger nicht wirklich viel getan. Noch immer spielt Ihr in verschiedenen Clubs auf der ganzen Welt entweder einzelne Songs oder Setlisten, wobei das große Finale die Endless Setlist darstellt, die mit einem 7-stündigen Marathon aller neuen Songs auf Euch wartet. Natürlich kann auch hier zwar pausiert, aber nicht abgebrochen werden. Also nehmt Euch viel Zeit und gönnt dem Drummer zwischendurch ein wenig Erholung für seine Arme.

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