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Sacred 2: Fallen Angel

Willkommen in der Beta

Ich habe nun wirklich alles ausprobiert und befolgt, was man in der Technik-Sektion des offiziellen Sacred 2-Forums so an Ratschlägen vorfindet. Jüngste Treiber für Grafik-, Soundkarte und Chipsatz aufgespielt. Zum Teil bereits aktuelle einfach ein weiteres Mal ersetzt – man kann ja nie wissen. Den 480 MB großen Day 1-Patch heruntergeladen. Den dazu gehörigen Hotfix hinterher gejagt. Eine gewisse Zeit mit gepatchter Version verbracht, dann wieder ohne das Update. Defragmentiert. Gereinigt. Gesäubert. Sichergestellt, dass Service Pack 3 auch wahrhaftig und wie in der Systemsteuerung angezeigt auf meiner Maschine seine Arbeit verrichtet.

Aber nichts davon hat geholfen.

Und nichts davon wird mir aktuell helfen. Weil sich der traurige Fehler, der sich in meinen Sacred 2-Spielablauf eingeschlichen hat, beileibe nicht durch neue Treiber, OpenAL-Installation, -skipopenal-Befehle, Firewall-Einstellungen oder sonst etwas aus der Welt schaffen lassen wird. Mein Bug geht tiefer.

So tief, dass selbst die schiere Masse an Abstürzen, die in den gespielten 52 Stunden auftraten – regelmäßig nach rund 30 Minuten, mit dem Patch eher seltener Natur, ohne Patch breit gesät –, wie ein lächerlicher Klacks anmuten. So tief, dass ich noch nicht einmal mehr die Augenbraue genervt nach oben ziehe, wenn wieder diverse meiner mal dümmlichen, mal zu energischen Begleiter in einem Soundloop festhängen und ihre Sprüche im schnellen Kanon zum Besten geben. „Zu mir. Sammelt Euch um mich“. Etliche Sekunden lang.

1

Eine riesige Welt, die auch unterirdisch einiges parat hält. Praktisch: Die Karte zeigt alle Quests an. Erledigte in grün.

Mein Bug ist etwas, das ich persönlich als „das Killerfeature schlechthin“ tituliere. Im negativen Sinne. Etwas, das in keinem Spiel, egal wie traumhaft die grafische Finesse sein mag und mit welcher Größe und Detailverliebtheit die dargebotene Welt aufwartet, passieren darf. Weder bei allen Spielern gleichzeitig noch - wie im Falle von Sacred 2 – bei bislang lediglich einem Teil davon. Inklusive meiner Wenigkeit, wenn auch an anderer Stelle.

Kurzum: eine dicke, fette Ungereimtheit, die jegliches Weiterkommen in der Hauptgeschichte unterbindet. Die einen dazu verdammt, ohne Sinn und Ziel durch die Areale zu streifen. Sich ausschließlich darauf beschränken zu müssen, versteckten Bossgegnern, Unique- und Set-Gegenständen sowie höheren Stufen nachzujagen, anstatt der ominösen Verschwörung, die irgendwo in den Weiten Ancarias lauert, auf die Schliche zu kommen. Und das alles nur, weil ein Gegenstand nicht dort verweilt, wo er laut Anzeige stecken soll. Auch nicht in der unmittelbaren Nähe davon. Oder beim Questgeber. Oder in einer der Höhlen, die sich ringsum ins Gebirge fressen. Nirgends...

Wäre Sacred 2 eines dieser unsäglichen 08/15-Hack'n'Slays, bei denen sich seitens der Entwickler nicht die geringste Mühe erkennen läßt, dass sie so etwas wie Unterhaltung auf den Bildschirm fabrizieren wollen, würde ich mich vermutlich nur halb so viel darüber aufregen. 1/10 drunter. Die Empfehlung, tunlichst den Geldbeutel geschlossen zu halten. Fertig. Die Sache ist allerdings, dass Sacred 2 vom reinen Gameplay, von der Art und Weise der Präsentation und des schon aus Sacred 1 altbekannten Ascaron-Humors – O-Ton Grabstein: „Ich bin kein Programmierer, aber es kann mit Sicherheit nicht SOO schwer sein...“ – jede Menge Spaß beschert.

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Den Feendrache, das spezielle Reittier der Hochelfe, erlangt man nach einem Test auf der Insel der Reittiere.

Vielleicht nicht auf Anhieb, dafür geht es in den ersten Stunden eine Spur zu behäbig zur Sache, während einen gleichzeitig die Ausmaße der Welt und der Questdichte aus den Schuhen heben. Vielleicht auch nicht immer, dafür schmecken manche Laufwege zu sehr nach künstlicher Spielstreckung, sind durch hinderliche Waldabschnitte und Berghänge verkompliziert. Aber im Großen und Ganzen und besonders im späteren Verlauf gewiss. Und das trotz der Abstürze. Trotz der Sounddefizite. Trotz etwaiger „kleiner“ Kinderkrankheiten (NPCs hängen im Boden), die einen durch das Abenteuer begleiten.

Denn immer in den Momenten, in denen Sacred 2 zufrieden vor sich hinsurrt, einen mit zahlreichen Aufträgen durch alle vier Himmelsrichtungen scheucht, die Schönheit seiner Stadt-Kulissen offenbart, oder in jenen, in denen man einem monströsen Obermotz gegenüber steht und sich nach den ersten gescheiterten Versuchen für Minuten das Hirn zermartert, welche Taktik wohl die richtige wäre, bedient man eifrig und motiviert Maus und Tastatur.

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