Splinter Cell: Conviction - Test
Kurz vor der Vollendung
Es gibt Spiele, die haben wirklich eine Geschichte, die sie erzählen wollen, wissen aber nicht so genau wie und mit welchen Mitteln. Dann sind da welche, die mehr um eine Spielidee und ihre Mechaniken herum gebaut wurden. Beides kann gut funktionieren und der Erfolg der Splinter Cell Serie lag immer ein wenig darin begründet, dass sie einen gelungenen Mittelweg suchte und beides ganz gut vereinte.
Auf der einen Seite erfand sie praktisch das moderne, Gadget-lastige Stealth-Genre, auf der anderen Seite standen die Storys nicht hinten an und bewegten sich auf solidem Tom-Clancy-Moderner-Thriller-Niveau. Das ist jetzt nicht übertrieben hoch angesiedelt, aber in diesem Genre funktionierte es gut. Splinter Cell: Conviction ist da auch nicht komplett die Ausnahme der Regel, nur dass man diesmal zum Ende der etwa 10-stündigen Einzelspieler-Kampagne den Eindruck nicht ganz los wird, dass das Pendel hierbei ein wenig mehr in Richtung Spielmechanik ausschlug.
Inhaltlich gibt es nicht mal so viel zu bekritteln. Aber ein starker Anfang und ein ordentliches Ende lassen einen dramaturgisch ein wenig schleppenden Mittelteil zurück, in dem man zwar ein paar coole Spielzüge erlebt, die aber nicht mit den großen Versprechen des Rogue-Sam vom Start mithalten können. Ich will hier nicht spoilern, aber schon relativ schnell wird klar, dass das hier alles gar nicht so umstürzlerisch verläuft, wie man sich das vielleicht zuerst denken mag – und ich es gern gesehen hätte.
Ein großes Lob geht allerdings an das Finale. Jetzt muss ich natürlich wirklich aufpassen, was ich sage, deshalb geht es mal in Anlehnung an den entsprechenden Abschnitt in Assassin's Creed 2. Ubisoft hat gelernt, dass ein sinnloser Showdown mit einer beknackten Prügeleinlage kein Finale ist, sondern eine Beleidigung des bis dahin guten Aufbaus. In diese Falle tappt Splinter Cell nicht und so ist man zu den Credits hin zwar nicht unbedingt rückhaltlos begeistert, aber doch zufrieden mit der gerade erlebten Geschichte. Im Zusammenhang mit diesem Spiel betrachte ich das persönlich allerdings eher als Niederlage auf sehr hohem Niveau, versprach der Ansatz, die Leine des Knopfes in Sams Ohr mal etwas länger zu lassen, doch etwas ganz anderes als diese letztlich sehr konventionelle Angelegenheit.
Splinter Cell: Conviction - Launch Trailer
Das Korsett wurde jedoch nicht nur hier zu eng geschnürt. Ich will nicht ankreiden, dass dies kein Open-World-Splinter-Cell ist und ich bin mir auch gar nicht sicher, ob das eine gute Idee wäre. Es ist einfach nur, dass die Levels zu klein und vor allem schmal geraten sind. So schmal, dass die scheinbar vorhandene, brauchbare KI der Gegner ihre Stärken kaum ausspielen kann. Es gibt einzelne Punkte, wie zum Beispiel eine größere Halle, in der die Feinde zeigen, dass sie in der Lage sind, relativ geschickt zu flankieren und auch ihre Muster zu variieren. Spielt man den gleichen Abschnitt mehrere Male, dann reagieren sie jedes Mal ein wenig anders und versuchen sich der Situation anzupassen. Eine wirklich solide KI-Leistung.
Und dann gibt es da Szenen, in denen es völlig reicht, in Deckung zu bleiben, ein oder zwei Headshots zu landen und sich zurückzuziehen, weil die Bande nach spätestens 30 Sekunden eh vergessen hat, dass man da war. Das ist kein Witz, das funktioniert so gut, dass ich es erst für eine Schwäche im Design hielt, bevor ich einen Award dafür bekam. „Ziehe Dich nach der Entdeckung zurück und entkommen, ohne einen weiteren Gegner zu töten.“ Klingt erst mal so, als wäre das schwierig, ist es aber meistens, selbst auf dem dritten Schwierigkeitsgrad, nicht wirklich.
Es erstaunt schon ein wenig, dass ein Spiel wie Conviction, das scheinbar eine solide KI mitbringt, dieser nicht mehr Freilauf lässt. Warum hören die Gegner irgendwann auf zu suchen? Warum behandeln sie ein Areal, das ein Stückchen weiter zurückliegt, wie eine No-go-Area? Warum brüllen sie die ganze Zeit herum? Wollen sie gefunden werden? Zumindest auf "Hart" sollten diese Figuren an die Grenze dessen gehen, was dem Spieler gegenüber fair aber unvergebend ist. Um es noch einmal zu sagen und nicht im falschen Licht stehen zu lassen: Das, was euch die Feinde an Kämpfen bieten, ist wirklich unterhaltsam, aber es wäre noch befriedigender gewesen, gegen ein paar Figuren anzutreten, die dem Überkiller Sam Fisher ebenbürtig sind.
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Kommentare (24) Latest comment vor 2 Jahren
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Ansonsten fiel mir das auf:
"Und dann gibt es da Szenen, in denen es völlig reicht, in Deckung zu bleiben, ein oder zwei Headshots zu landen und sich zurückzuziehen, weil die Bande nach spätestens 30 Sekunden eh vergessen hat, dass man da war. Das ist kein Witz, das funktioniert so gut, dass ich es erst für eine Schwäche im Design hielt, bevor ich einen Award dafür bekam. „Ziehe Dich nach der Entdeckung zurück und entkommen, ohne einen weiteren Gegner zu töten.“"
Wie auch schon gametrailers.com in ihrem Review andeutete, scheinen die Ingame-Archievements dem Spiel eher zu schaden als zu helfen.
Das fällt mir leider in letzter Zeit öfter auf. Während ich bei Spielen wie Dead Rising noch die Archievements toll fand, die zu alternativen Spielweisen einladen, scheinen diese Ingame-Meldungen nur zu fördern, Spiele "dümmer" zu spielen, und weniger nach dem eigenen Stil, sondern mehr nach dem Prinzip "Jetzt muss ich mit der Standardpistole 50 Kopfschüsse machen!"
Solche Systeme richten imo mehr Schaden an, als das sie helfen.
Ist mir zuletzt bei Mass Effect 2 stark aufgefallen (Achja, ganz nebenbei: Wenn man es in Mass Effect 2 wirklich schafft, die gesamte Crew und sich selbst zu retten [was leichter ist als man denkt], ist das Finale todlangweilig)
Naja, jedenfalls, schönes Review, freue mich auf das Spiel (bin zum glück kein Splinter Cell "Fundamentalist" ^^)
P.S.: "In der Deckung duckt sich Sam grundsätzlich, selbst wenn er an einer fünf Meter hohen Wand kauert. "
Warum auch nicht, so kann man ihn schlechter sehen und treffen. : P
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Ist es korrekt das die Einzelspieler-Kampagne recht kurz ausfällt?
Den Mehrwert soll man allerdings über den Koop wieder herausholen......sofern das ebenfalls korrekt ist aber diesbezüglich hört es sich im Test schon recht gut an.
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KLASSE!!!
Mein 6-jähriger Sohn hat nach einem neuen Action-Spiel gesucht das er mühelos durchspielen kann.
Danke @ UBISOFT für die Änderungen/Vereinfachungen im Gameplay,
mit einem IQ unter 50 hat das Bübchen bislang viele Schwierigkeiten gehabt überhaupt Spiele zu finden mit denen er umgehen kann, aber ihr wisst ja wie man mit der zahlenden Kundschaft umgeht - nicht erst seit dem tollen Kopierschutz :)
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Hab ich nicht gewollt, sorry hatte nur unbewußt beschrieben was eingetroffen ist. Den Geltungsdrang habe ich nicht wirklich. Kommt nimmer vor...sorry ;-)
Ich bin die Sammelstelle für meine Freunde, ich mache die kompletten Bestellungen und Regel vorab das Einsammeln der Moneten. Außerdem spart man so nicht unerheblich am Porto. Da kommt es dann schon öfters vor das bei mir etwas dickere Pakete eintreffen. Zum Schluß gibt es dann nach dem Eintreffen der Bestellung noch die Überweisung an den Stammhändler und Jeder hat seine Freude. ;-)
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Keine Sorge Rush, nimmt Dir keiner übel :)
Mhhh, die neue Handcreme ist echt viel angenehmer als die alte...
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Stand glaub sogar bei Eurogamer.de vor 2 Wochen oder so...
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Ich glaube IGN meinte war es ,die meinten ,die Spielzeit beträge 4-5 Std.
Also ich bin ein erfahrener Zocker,das Spiel bietet keine Extrewege oder Abwzweigung aber
ich habe locker 7 Std. gezockt.
Gut..das ist noch immer nicht viel aber immerhin.
Was die Story angeht,muss ich sagen: Ich fand sie nicht prickelnd.
Ich hab nicht mit Sam gelitten,es war einfach nicht involvierend irgendwie.
Gut gemacht,klar. Aber da fehlte einfach der Draht zu Sam.
Da hilft die Anfangsszene mit der Kindheit seiner Tochter auch recht wenig.
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Die Antwort ist ja, aber ohne Gewähr. Es scheint eine normale Multi-Fassung zu sein. Hab leider nichts definitives gefunden, nur Foreneinträge unbestimmter Verlässlichkeit. Mein eigene Review-Fassung hatte beides drauf, ist aber halt auch die deutsche Fassung.
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Auch gibt es einen Horden Modus um eine EMP Waffe zu beschützen. Nette Idee. Aber schlecht ungesetzt. Es spielt sich wie Gears nur noch härter. Die Gegner kommen MAssenweise !! In einem Stealth spiel will ich von hinten aggieren können.
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soso...