Tales of Monkey Island

"Es wird etwas im Stil der Beleidigungskämpfe geben"

Über wenige Themen sind sich die Spieler weltweit so einig wie über die allgemeine Meinung zu Monkey Island. Jeder liebt die Serie, jeder stimmt überein, dass Guybrush Threepwoods „affige Reise“ zu den besten Adventures aller Zeiten gehören. Und auch über die Qualität der Fortsetzung Tales of Monkey Island ist man sich einig – Guybrushs Comeback scheint auf der ganzen Linie geglückt zu sein.

Und wem haben wir das zu verdanken? In erster Linie drei Herren: Dave Grossman schrieb und programmierte gemeinsam mit Ron Gilbert und Tim Schafer bereits den Klassiker The Secret of Monkey Island. Mike Stemmle war Co-Designer und Co-Director von Escape from Monkey Island, der für lange Zeit letzten Episode der Reihe. Komplettiert wird die Runde von Dominic Armato, der Guybrush seit dem dritten Teil seine Stimme leiht.

Wir haben uns mit Guybrushs Vätern für ein exklusives Interview zusammengesetzt und allerhand Hintergründe und auch Neuigkeiten in Bezug auf die weiteren Episoden von Tales of Monkey Island aus ihnen herausgequetscht. Beispielsweise, dass etwas im Stile der beliebten Beleidigungsduelle geplant ist.

Eurogamer: Dave, du warst ja von Anfang an dabei. Damals in jenen Tagen, als Guybrush, LeChuck, Elaine, Stan und all die anderen nur ein Funkeln in Ron Gilberts Augen waren. Wie fühlt es sich an, jetzt, nach dieser langen Zeit, nach Monkey Island zurück zu kehren?

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Dave Grossman ist ein Monkey Island-Veteran der ersten Stunde. Er schrieb und programmierte schon für den Erstling.

Dave Grossman: Es fühlt sich sehr... anders an. Für mich ist es etwa so, wie wenn ich im Supermarkt jemanden treffe und auf einmal erkenne, dass das ein sehr guter, alter Freund ist, zu dem vor Jahren der Kontakt abgebrochen ist. Dann gehen wir gemeinsam einen Kaffee trinken und plaudern über alte Zeiten. Und dabei stellen wir fest, dass die Magie immer noch da ist, wir aber inzwischen ganz neue Erfahrungen gemacht haben und ganz anders im Leben stehen. Und so können wir heute auf ganz neue Art voneinander profitieren.

Eurogamer: Dominic, wie war dein Wiedersehen mit Guybrush? War es erst eine eher peinliche, unbeholfene Angelegenheit, oder hast du dich mit dem mächtigsten Piraten der Karibik schnell wieder verstanden?

Dominic Armato: Das war super, es hat sich angefühlt, als wären wie nie voneinander getrennt gewesen. Ich war schon etwas nervös, als ich wieder ins Studio kam. Kein Wunder, das letzte Mal, dass ich in Guybrushs Rolle geschlüpft bin, ist ja mehr als zehn Jahre her!

Und ich wusste, ich darf mir da keine Fehler erlauben. Wenn ich versage, dann wird schnell ein großer Mob von Monkey-Island-Fans mit Fackeln und Mistgabeln vor meinem Haus aufmarschieren. Aber nach zwei bis drei Zeilen hat es sich tatsächlich so angefühlt, als hätte ich nie damit aufgehört, als hätte es nie eine Pause gegeben. Alles war direkt wieder da.

Eurogamer: Mike, während Dave quasi die alte Monkey Island-Garde repräsentiert, hast du später die Leitung der Reihe übernommen. Was passiert denn, wenn sich zwei Generationen von Monkey Island-Machern treffen und zusammen arbeiten?

Mike Stemmle: Ich hab lange über verschiedene, lustige Antworten für diese Fragen nachgedacht. Ich wollte mich als trotzigen, mürrischen Teenager darstellen und Dave als altmodischen, alten Knacker. Aber irgendwie will mir da einfach nichts Gutes einfallen. Also muss ich da wohl mit der langweiligen Wahrheit rausrücken: Der alte Grossman und ich haben überraschend ähnliche Ansichten, was Design- und Entwicklungsphilosophie angeht.

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