The Daily Star entschuldigt sich bei Rockstar für Bericht über 'GTA: Rothbury'

Man hätte nachforschen sollen

Die britische Boulevardzeitung The Daily Star hat sich bei Rockstar Games für einen Bericht über "GTA: Rothbury" entschuldigt, an dem das Studio dem Bericht zufolge arbeite und das auf dem kürzlichen Amoklauf von Rothbury basieren sollte.

Offensichtlich hat man bei der Zeitung nicht mal überprüft, ob das Spiel tatsächlich in Arbeit ist oder nicht - auch kontaktierte man Rockstar nicht. Stattdessen konfrontierte man ein betroffenes Familienmitglied und holte dessen Kommentar dazu ein.

Die ganze Story basiert augenscheinlich auf einem gefälschten GTA-Cover, das sich eben der Rothbury-Thematik annimmt.

Neben der Entschuldigung zahlt der Daily Star übrigens auch eine nicht näher benannte Summe als Schadenersatz an Rockstar. Das Geld wird von Rockstar wiederum für einen wohltätigen Zweck gespendet.

Der Autor des Artikels rechtfertige sich zwischenzeitlich auch via Facebook: "Bin verwirrt über die Wut der erwachsenen Spieler. Das sind erwachsene (?!?) Männer, die den ganzen Tag rumsitzen, Computerspiele miteinander spielen und sich heute entschlossen haben, die echte Welt lange genug zu betreten, um sich über meine Story der Raoul-Moat-Version von Grand Theft Auto zu beschweren!"

"Man könnte meinen, ich hätte den Holocaust verleugnet!!! Ich denke, ich fordere sie zu einem virtuellen Duell heraus... *stichtzu*... ich gewinne!!!"

Der Daily Star entschuldigte sich unterdessen mit folgendem Statement:

"Am 21. Juli haben wir einen Artikel veröffentlicht, in dem behauptet wurde, dass der Spieleentwickler Rockstar Games die Veröffentlichung einer Version ihrer populären Grand-Theft-Auto-Reihe mit dem Titel 'Grand Theft Auto Rothbury' plant."

"Wir haben auch ein vermeintliches Cover des Spiels veröffentlicht, holten Kommentare eines durch die kürzlich stattgefundene Tragödie betroffenen Familienmitglieds ein und kritisierten Rockstar Games für ihre mutmaßlichen Pläne."

"Wir haben keinen Versuch unternommen, den Wahrheitsgehalt dieser Story vor der Veröffentlichung zu überprüfen und haben Rockstar Games zuvor auch nicht kontaktiert. Auch stellten wir uns nicht die Frage, warum eine erfolgreiche und von den Kritikern gelobte, fiktionale Spielereihe auf diesem schrecklichen, realen Ereignis basieren sollte."

"Wir erkennen an, dass es niemals irgendwelche Pläne bei Rockstar Games gab, ein solches Spiel zu veröffentlichen und die Story daher falsch war. Wir entschuldigen uns für die Veröffentlichung der Story und die Nutzung eines falschen Spielecovers, unsere eigenen Kommentare zu dem Thema und die kritischen Kommentare des trauernden Familienmitglieds."

"Wir entschuldigen uns vorbehaltlos bei Rockstar Games und werden diese Vorwürfe nicht wiederholen. Außerdem haben wir uns darauf geeinigt, ihnen einen beträchtlichen Betrag an Schadenersatz zu zahlen, den sie für einen wohltätigen Zweck spenden."

Kommentare (6) Latest comment vor 2 Jahren

Die Kommentare sind nun geschlossen. Vielen Dank für deine Beiträge!

  • Pralok #1 vor 2 Jahren

    "Bin verwirrt über die Wut der erwachsenen Spieler. Das sind erwachsene (?!?) Männer, die den ganzen Tag rumsitzen, Computerspiele miteinander spielen und sich heute entschlossen haben, die echte Welt lange genug zu betreten, um sich über meine Story der Raoul-Moat-Version von Grand Theft Auto zu beschweren!"

    Ist der Typ eigentlich noch ganz dicht? Fehlt nur noch dass er "Erwachsene fette Männer die bei Mami im Keller wohnen" sagt. Davon abgesehen, dass er R* Ruf einfach mal (unbegründet) in den Schmutz zieht, ist es einfach eine ziemliche Frechheit so einen Satz loszulassen. Und er hat sich nichtmal die Mühe gemacht ein oder zwei Anrufe zu bei R* zu tätigen, aber Angehörige konnte er Interviewen? Ich hoffe der Typ wird gefeuert.
  • experiment626 #2 vor 2 Jahren

    nein der ist nicht ganz dicht. der gehört nicht nur gefeuert. vieleicht sollte der mal die reale welt lange
    genug betreten , dann braucht man sich son einen schwachsinn nicht aus den fingern zu saugen.
  • m_coaster #3 vor 2 Jahren

    So ist heute eben der Journalismus... selbst bei Spiegel Online wird teilweise abgeschrieben ohne zu prüfen...
  • Heavy_Rain #4 vor 2 Jahren

    Ein "Journalist" der auf ein gefaktes Cover aus dem Internet rein fällt, daraus eine hanebüchene Story kreiert, Angehörige eines grausigen Mordfalls damit konfrontiert, ohne das irgendwie nachzuprüfen und sich keiner Schuld bewusst ist, ist der Aufregung nicht wert.
    Zumal die englische (Boulevard-) Presse, da scheinbar sowieso ein Problem hat.
  • experiment626 #5 vor 2 Jahren

    ich wollts grad sagen, das ist doch kein journalismus...
  • SoSchautsAus #6 vor 2 Jahren

    Ein "Journalist" der auf ein gefaktes Cover aus dem Internet rein fällt, daraus eine hanebüchene Story kreiert, Angehörige eines grausigen Mordfalls damit konfrontiert, ohne das irgendwie nachzuprüfen und sich keiner Schuld bewusst ist, ist der Aufregung nicht wert.

    Inzwischen ist man aus der (Boulevard)Presse ja einiges gewöhnt, wenn es um dieses Thema geht. Suggestive Texte, schlechte Recherche, wissentliche Verbreitung Halb- und Unwahrheiten, usw. Fast schon an der Tagesordung. Aber das hier übertrifft nochmal alles. Und dann auch noch dieser an Arroganz und Boshaftigkeit kaum zu übertreffende Kommentar bei Facebook. Einfach ekelhaft.

    SSA
    Editiert von 1 um 26/07/10 @ 22:12