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The Saboteur Test

Xbox 360 PC PlayStation 3 Test von Alexander Bohn

4 Dezember, 2009

Seite 1 von 3. Seite 2 ->

Gleich zu Beginn hat man es nicht leicht mit Sean Devlin, dem Rennen fahrenden Protagonisten von The Saboteur, ist er doch gewissermaßen selbst schuld an seinem Dilemma. Nachdem er in einem Saarbrückener Autorennen mit skrupellosen Mitteln von SS-Offizier Kurt Dierker um den Sieg betrogen wird, beschließt er zusammen mit seinem besten Kumpel Luc, den Wagen des Nazi-Supermannes zu stehlen und über eine nahegelegene Klippe zu schicken. Dumm nur, dass Dierkers Nazi-Domina-Leibwache die beiden Genies erwischt.

Als das irische Quadratkinn die folgende Folter und die vorgehaltene Pistole immer noch mit geradezu lebensmüder Starker-Mann-Attitüde abtut, muss sein französischer Freund wenig überraschenderweise dran glauben. Und auch wenn die Nazis in The Saboteur mindestens so eindimensional und formulaisch-böse sind wie in einem der frühen Wolfenstein-Spiele, so bekommt man mehr als nur ein bisschen das Gefühl, dass Sean Devlins Problem - und damit auch die Rachelust, die ihn 1940 in den Pariser Untergrund treibt -, doch ziemlich hausgemacht ist. In gewissen Momenten hält man einfach besser die Klappe.

'The Saboteur' Screenshot 1

Sean schaltet je nach Spielweise beinahe automatisch bis zu drei Perks in zehn verschiedenen Kategorien frei, darunter Prügeleien, Sabotage und Sprengstoff.

Platte Charakterisierung und Story sollen auch im weiteren Verlauf nicht sonderlich besser werden: Unpassende, obertaffe Oneliner, dicke und schwach gekünstelte französische Akzente bei der deutschen Sprachausgabe (die man auch dann zu hören bekommt, wenn die Konsole auf Englisch gestellt ist) und allgemein eine schwache Inszenierung der Story führen die „GTA-im-Zweiten-Weltkrieg“-Vergleiche schon zu Anfang zu Teilen ad absurdum. Beim Gameplay greifen sie aber umso besser.

In einer frei begehbaren Umgebung klaut ihr nämlich Autos, schaltet für die Resistance Ziele aus, befreit Mitstreiter für die gute Sache oder kutschiert NPCs von A(nschlag) nach B(ombardement). Der Fokus auf das Sprengen von Anlagen der Nazibesatzer lässt zudem Parallelen zu Red Faction: Guerilla durchscheinen, während Seans athletische Möglichkeiten ein wenig an inFamous oder Assassin’s Creed gemahnen. Immerhin kann der trinkselige Ire fast jede Fassade erklimmen, um sich über die Dächer der Seine-Metropole zu bewegen. Dadurch, dass allerdings in keinem der drei Kernbereiche eines der Vorbilder auch nur ansatzweise erreicht wird, untergräbt sich das Spiel an allen Ecken und Enden selbst. Zugegeben: Saboteur ist allein aufgrund des teilweise ansprechenden Stils und der ausgereifteren Spielmechanik etwas besser als Pandemics dezent verunglücktes Mercenaries 2, der Triple-A-Titel, der dem jüngst geschlossenen Studio einen stilvollen Abgang beschert hätte, ist es aber nicht geworden.

'The Saboteur' Screenshot 2

Man ist froh, wenn man oben ist: Nicht nur, weil man die Verfolger leichter abhängt, sondern weil das Klettern wenig Spaß macht.

Dabei ist es nicht ganz einfach, zu entscheiden, welcher Punkt nun am schwersten wiegt, zumal einem auch die möglichen Interaktionen mit Stadt und der Bevölkerung so vorkommen, als spielte man ein Open-World-Spiel der letzten Generation. Auf offener Straße kann der rechtschaffene Trunkenbold ungestraft arglose Nonnen zu Tode prügeln, Fußgänger im Sechserpack überfahren (so lange kein Nazi darunter ist) und Autofahrer vor den Augen der Besatzer aus ihren Wagen zerren.

Die Bestohlenen protestieren daraufhin kurz verärgert, um ihren Weg anschließend - als wäre nichts gewesen - zu Fuß fortzusetzen. Von der Bevölkerung erntet man höchstens einen bösen Spruch oder vereinzelte Panikreaktionen. Nie aber hat derartiges Verhalten längerfristige Auswirkungen (immerhin soll man für die Pariser kämpfen, nicht gegen sie), nicht einmal kurzfristigen Ärger bekommt man wegen solchen Fehlverhaltens. Den kriegt man nur, wenn man unter den Augen der Faschisten - von denen man leider nie so recht weiß, wo sie nun genau hinsehen - seltsame Dinge macht. Schleichen zum Beispiel oder Spazierengehen mit offen getragener Waffe. Oder wenn man etwa versucht, eine Häuserfront hochzukraxeln. Dann steigt langsam die kreisrunde Verdachtsanzeige an, die rings um die Mini-Map herum zu finden ist. Sobald diese auf das Maximum angefüllt ist, schlägt einer der Nazis Alarm und die Wehrmacht eröffnet das Feuer auf Sean.

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Kommentare: 1-14 von 14

Autor
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Braincrack
04/12/09 @ 14:50
#1
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schade.....
schaerd
04/12/09 @ 15:00
#2
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hmm.. schade.. ich hab mich eigentlich noch drauf gefreut, denn im gegensatz zu den meisten LIEBE ich die WW2-Thematik.. aber das klingt alles sehr hampelig.. war halt doch nichts mit dem schlussfeuerwerk von Pandemic
skinless
04/12/09 @ 15:02
#3
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da hab ich mir aber mehr erwartet :/
Sarakin
04/12/09 @ 15:05
#4
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Sieht so aus, als ob ich recht gehabt hab... Klick mir
BathiBoi
04/12/09 @ 18:23
#5
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ich liebe solche fussnoten.

ich mag WW2 auch als szenario
Goldfinger72
05/12/09 @ 09:46
#6
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Ich kann mich der Wertung hier nicht so ganz anschließen. Sicherlich ist Saboteur kein Meisterwerk, aber dennoch ein kleines und feines Spiel was in meinen Augen mehr als 6/10 verdient hätte.

Nach einigen Stunden Spielzeit kann ich durchaus behaupten, dass es mich bisher länger an den Bildschirm fesselt als der aktuell 2. Teil eines berühmten Ballerspiels mit spielerisch extrem wertvollem Flughafenlevel und sterbenslangweiligem Gameplay.

Es spielt sich gut, es hat sehr viel Flair, sieht schick aus, hört sich gut an, es ist abwechslungsreich und es macht Laune.

Ja, ich mag es!
imweazzl
05/12/09 @ 15:39
#7
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ich kann goldfinger nur recht geben.
hab bis jetzt auch nen heidenspass mit saboteur gehabt.
klar is nich perfekt aber gut spielbar und sehr stylish
Lorrn
06/12/09 @ 00:23
#8
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habs jetzt auch paar stündchen gezockt, und muss auch sagen, es macht verdammt spaß und ich werd noch paar stündchen damit verbringen
Bohnsen [staff]
06/12/09 @ 01:30
#9
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Hi zusammen.

6 Punkte sollen ja auch keine Beerdigung sein (siehe dazu auch die ausführliche Version unserer Wertungsphilospophie). Es ist nur meiner Meinung nach ein Spiel, das reichlich und in meinen Augen vor allem stärkere Konkurrenz hat. Dazu kommen noch die mäßige Technik und einige Logik-Macken im Design. Es ist durchaus passabel und mit guten Momenten gesegnet, aber eben nicht unbedingt etwas, das man einen Freund zum Vollpreis ans Herz legen würde oder von dem man gar als Pflichtkauf sprechen würd.

Aber: to each his own. Ihr wisst ja, wie das mit Meinungen ist. Diese Artikel sind ja nicht dazu da, euch die Lust am Spielen zu vergällen.

Alex

P.S.: Edit-Massaker wegen Link-Troubles...
Edited 6 times, most recently on 06/12/09 @ 01:35
skinless
07/12/09 @ 10:00
#10
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Gut dann kann ich es mir trotzdem holen :)
Hab jetzt auch von zwei Freunden gehört, dass man sich hier nicht von der Testnote beeinflussen lassen sollte.

Nur komisch finde ich, viele finden das Spiel trotz allem so gut.

Und fast überall schneidet das Spiel gerade mal als mittelmäßig ab.

Einer der guten Tester muss sich doch auch verliebt haben :D
Bohnsen [staff]
07/12/09 @ 10:45
#11
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@ skinless:

Ich muss dir, bzw. deinen Freunden, in Teilen recht geben: Eine einzige Zahl kann niemals alles über ein Spiel aussagen. Wie auch?

Insofern: Ja, macht eure Kaufentscheidung nicht allein von der Note abhängig. Warum solltet ihr? ABER: Lest um Himmels Willen bitte den Text, der darüber steht. Er ist die Kaufberatung und nur er kann euch vermitteln, ob das Spiel etwas für euch sein könnte.

Die Note ist nur meine Schlussfolgerung aus den Kritikpunkten. Wie ihr die gewichtet - ob und wie sehr sie euch jucken - kann ich ja nicht riechen.

Wen es nicht stört, dass Alarme und Fluchtsystem unlogisch sind, die Grafik und Animationen aussehen, als wären sie zwei Jahre oder älter und dass die Spielwelt (mit Ausnahme des Farb-Effektes) so garnicht auf den Spieler reagiert (ein kleiner Auszug aus den Dingen, die mich gestört haben), der kriegt immer noch einen solides bis gutes Action-Spiel. Andere sind aber nunmal in meinen Augen schlicht besser und daher fände ich es unfair, das nicht auch durch die Note zu sagen.

Wie du selbst die Kritikpunkte gewichtest, kann ich unmöglich vorhersagen. Ich könnte raten. Aber wäre das die Sorte Test, die ihr lesen wollt?

cheers,

Alex

P.S.: Auszug aus der Wertungsphilosophie:

"Eine Sechs ist auf keinen Fall ein mieses Spiel - tatsächlich ist sie der Beginn der "guten Seite" unserer Skala. Sie hatte das Potential, mehr zu sein, wird aber von Schwächen in Schlüsselbereichen zurückgehalten. Manche Spieler halten die Sechser für Rohdiamanten und nachsichtigere Naturen geben ihnen die entsprechende Zuneigung. Die Sechs ist aber definitiv kein Spiel für Jedermann.
Edited 1 times, most recently on 07/12/09 @ 10:46
Roland_D11
07/12/09 @ 11:51
#12
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Es gibt Tester, die sich verliebt haben, Gamestar gibt 85%...

Ich mag das Spiel sehr, ich spiele im Moment die deutsche Version (aus der Videothek geliehen) und würds mir gerne kaufen. Weiß jemand, ob die Saves aus der deutschen kompatibel mit internationalen Versionen sind? EA hat ja leider auf mehrere Sprachen verzichtet (spiels auf der PS3)...
dc2kx
07/12/09 @ 15:46
#13
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Man sollte überhaupt nicht auf nur eine Meinung hören, selbst mehrere Meinungen wären kein Beweis dafür, dass es einen selbst gefällt. Wenn Ihr die Möglichkeit habt, ladet die DEMO herunter, wenn nicht leiht es Euch in einer Videothek aus. Solche Tests sind nur Anhaltspunkte, lest davon so viele wie möglich, schaut Euch Gameplay-Trailer an, etc.

Volltreffer oder Kollateralschaden? Weder noch, eine vorläufige 7 (fesselt mich jetzt nicht unbedingt stundenlang - aber für den Snack zwischendurch, not bad) Wenn Pandemic nur annähernd die Schleich- und Kletterpassagen so hin bekommen hätte, wie Ubisoft in AC2, dann wäre es eindeutig 8. Leider fehlte Pandemic die Zeit!

PS: Bei GTA leiden die Cops auch an künstlicher Amnesie (zum Glück!!)
captain-future
09/12/09 @ 21:16
#14
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also ich find das spiel ziemlich spaßig (ersteindruck)!

Kommentare: 1-14 von 14

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