TimeShift

Wer hat an der Uhr gedreht?

Die Zeit ist der Menschheit größter Feind und zugleich willigster Helfer. Auf der einen Seite werden wir mit der Zeit alt, schwach und verlieren am Ende gar unser Leben, auf der anderen Seite heilt Zeit alle Wunden und lässt uns selbst den größten Schmerz irgendwann vergessen. Meistens haben wir zu wenig Zeit, sind ausgefüllt durch Beruf und familiäre Verpflichtungen. Wenn wir dagegen arbeits- oder lustlos sind, haben wir zu viel Zeit. Wie genial wäre es also, wenn man die Zeit kontrollieren, sie beliebig vor- und zurückspulen könnte. Wir würden wissen, was die Zukunft bringt, besondere Momente immer wieder erleben und könnten sogar die Vergangenheit korrigieren.

Bei TimeShift ist dies alles durch einen Zeitreiseanzug Realität geworden. Er kann nicht nur Zeitsprünge ausführen, sondern auch den Moment festhalten, verlangsamen oder sogar den Fluss umkehren. Inspiriert von dieser Möglichkeiten wagte ich es auch bei meiner Vorschau vor fünf Monaten, einen Blick in die Zukunft zu werfen. Im Fazit beschrieb ich, wann und vor allem wie der Titel auf den Markt kommen wird. Mit meiner ersten Aussage, dass es September wird, lag ich schon einmal daneben, doch wie sah es bei den restlichen Vorhersagen aus?

Interessanterweise hat die Zeit auch bei der Entwicklung von Timeshift eine entscheidende Rolle gespielt. Angetrieben von mehreren Publisher-Wechseln hat das Spiel schon alle möglichen Höhen und Tiefen einer Spiele-Entwicklung durchgemacht. Der letzte Schritt sorgte mit dem Einstieg von Vivendi für eine unvorhergesehene Wende.

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Ein Knopfdruck und seine Waffe gehört Euch.

Statt den Titel fast fertig auf den Markt zu werfen, wurde dem Team von Saber Interactive ein weiteres Jahr geschenkt. Daraufhin wurde das Spiel komplett umgeworfen. Mit einem anderen Grafik-Stil, viel neuer Technologie und weiteren Tausend Testing-Stunden sollte der Titel aus dem Nirvana der Mittelmäßigkeit gerissen werden.

Die genauen Details könnt Ihr in der Vorschau nachlesen, an dieser Stelle wollen wir uns mit meiner Vorhersage und der tatsächlichen Qualität des Titels herumschlagen. Gleich zu Beginn erst mal das Wichtigste, nämlich Gameplay und Story. Hier musste Saber Interactive am wenigsten verändern. Die grundlegende Spielmechanik mit der Möglichkeit die Zeit zu verlangsamen, anzuhalten und gar zurückzuspulen gab es schon im Jahre 2005.

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Die Außenareale sind mit ihren Effekten einfach phänomenal.

Auch die Story mit dem durchgeknallten Wissenschaftler Aidan Krane, der die Vergangenheit verändert, um sich selbst zum Diktator aufzuschwingen, ist gleich geblieben. Doch um den Einsatz des Anzugs zu erleichtern, wurde eine Künstliche Intelligenz eingebaut, die bei den vielen Zeiträtseln hilft, die richtige Auswahl zu treffen.

Mit einem einfacheren Knopfdruck wird die Zeit je nach Situation manipuliert. In den normalen Kämpfen wird dazu meistens angehalten oder verlangsamt, nur bei Granaten ist es sinnvoll, auch mal die Zeit zurückzudrehen, um sie zum Absender zurückzuschicken. Im Spiel funktioniert das System recht gut, trotzdem ist es manchmal besser, wenn Ihr Euch die Fähigkeit selbst aussucht. Die KI erkennt nicht immer, bei welchen Gegnern es sinnvoller ist, die Zeit komplett anzuhalten. Dann müsst Ihr manuell eingreifen, was aber über eine simple Tastenkombination hervorragend funktioniert. An dem Waffen-Klau, der nur bei normalen Soldaten und angehaltener Zeit funktioniert, hat man sich übrigens recht schnell satt gesehen, trotzdem kann er bei niedrigem Munitionsstand recht hilfreich sein.

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