Tony Hawk: RIDE - Vorschau

The X-Gamer vs. The Birdman

Tony Hawk: RIDE.

Eine Herausforderung.

Der Fehdehandschuh ins Gesicht.

Der X-Gamer - Gamertag „radicalboard007“ - starrt mürrisch auf die überdimensionierte Verpackung vor sich. Zehn Jahre oder mehr regiert er die Welt des Skateboardings. The Birdman? Nix ist. Er allein, der X-Gamer, beherrscht alle Tricks. Seit er das erste Mal ein Tony Hawks Pro Skater in seine PlayStation warf, grindet keiner wie er, niemand zieht eine Frontside Tailslide wie er und was heißt schon Varial 720 oder 900? 1080, Baby, 1080! Zumindest auf dem Screen, aber das ist ja sowieso die wahre Wirklichkeit.

Genau das ist das Argument, das ihn jetzt in Schwierigkeiten bringen könnte. Der X-Gamer nimmt das halbmeter-lange Monsterbrett das erste Mal in die Hand. Klopft damit gegen die Wand. Stabil. Wand und Brett. Zumindest an der Seite sind ja ein paar Tasten. Die kennt man ja. Steuerkreuz und Tasten geben jedenfalls ein deutlich beruhigenderes Gefühl in den Fingern des X-Gamers als die raue Oberfläche des Bretts selber. Es ist ein schweres Gefühl, fast so als würde man ein echtes Skateboard in der Hand halten.

Nicht dass der X-Gamer dies jemals getan hätte. Wozu auch? Wer ein Pad so halten kann wie er, hat dafür keine Notwendigkeit. Aber Tony Hawk: RIDE hat keine Notwendigkeit für ein Pad. Das Board liegt auf dem Boden. Es liegt dort gut, sicher und es scheint gute Vibrations auszustrahlen. Der Labrador des Hauses hat erstmal seinen Kopf draufgepackt und scheint bereits nach Minuten zu schlafen. Der X-Gamer will seinen treuen Gefährten nicht stören und nutzt die Pause, um noch mal eine Runde Tony Hawks Pro Skater zu spielen. Gute, alte und vor allem sichere Zeiten. Als er der König war und der Birdman in einer anderen, unzugänglichen Dimension.

Tony Hawk: RIDE - Eine Liebesgeschichte

Der Morgen nahte. Der Hund hatte seinen Kopf mittlerweile zu einer Couch bewegt und das Brett war frei für ein erstes Experiment. Der X-Gamer steigt auf und startet das Spiel. Nett, sehr schön, er wippt auf dem Board hin und her. Vier Mignon-Batterien, das sind vier mehr als der Birdman braucht. Ein Blick in das Handbuch verrät ihm, dass die Sensoren an der Seite die Fußbewegung registrieren und so Schwung holen lassen. Die vorderen Infrarotssensoren dienen den Handgrabs. Für einen Ollie hinten kicken, für einen Manual nach vorn lehnen und so bleiben. In der Halfpipe das Board parallel zum Screen stellen. Einfache Basics. Der X-Gamer hält sich, während er ungewohnt balanciert, an einem alten Playstation-Pad fest. Es beruhigt seine Nerven.

Jeder Stage in RIDE hat vier Spielvarianten. Speed Slalom, Tricks, Challenge und dann im freien Skatemodus. Trick kommt den alten Tony-Games am nächsten. Tricks bringen Punkte, Punkte bringen Selbstwert. Der X-Gamer kann das grade brauchen. Einen Mangel an virtuellen Orten gibt es nicht. Sechs Ecken der Welt mit jeweils zwei Skatelocations. Er kann eine Menge Zeit verbringen, bevor er sich dem Grundproblem der Existenz des Brettes stellen muss. Japans BoomX2 Vertical Ramp, der Frankfurter Flughafen, Venice Beach, einmal um die Welt und zurück.

Drei Schwierigkeitsgrade sind es. Casual, Normal und Hardcore. Der X-Gamer spuckt auf Casual und wählt Hardcore. Er ist schließlich Hardcore. Das Brett belehrt ihn eines Besseren. Auf Casual lenkt das Spiel und nur die Tricks wollen gerissen werden. Hardcore will alles sehen und es hilft, ein Skater zu sein.

Kommentare (7) Latest comment vor 2 Jahren

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  • m_coaster #1 vor 2 Jahren

    Wichtig wäre noch - ist es so wie die ersten Teile? Also eher realistische Tricks die schon gut Punkte bringen? Oder ist es so wie am Ende wo man 20 Tricks in abartigen Endlosketten zu Tricks kombiniert die jegliches Skategefühl versauen?
  • Gonzo09 #2 vor 2 Jahren

    Teils, teils. Es gibt Passagen, wo hinter Dir die halbe Stadt zusammenbricht und Sprünge teilweise sehr weit gehen und die Ketten teilweise endlos werden können. Andere Parts lassen Dich recht realistisch einfach nette Tricks machen, die dann auch gut punkten.
  • m_coaster #3 vor 2 Jahren

    Halbe Stadt zusammenbrechen... oha! Irgendwie schade, ich hätte mir die Realistik von Skate in symbiose mit Ride gewünscht.
  • Sarakin #4 vor 2 Jahren

    Geil geschrieben. :D
    Trotzdem nix für mich. :P
  • gamepad_artist #5 vor 2 Jahren

    super nach dem artikel freue ich mich jetzt noch mehr auf das spiel. ich fand den ansatz von "skate it" fürs balance board ja schon ganz nett, aber auch nicht mehr. mit dem hightech skateboardcontroller von tony hawk ride gehts jetzt richtig ab. steht ganz oben auf meiner liste!
  • BathiBoi #6 vor 2 Jahren

    wie mach ich mit dem pad ein 360° hill flip. versuch mal zu erklären. ich kann mir einfach nich vorstellen wie man das spiel spielen kann ohne die geringste ahnung vom skaten zu haben
  • Gonzo09 #7 vor 2 Jahren

    Mit Pad meinst Du nehme ich mal an das Board. Skater haben sicher vom Balancegefühl und der Körperkooerdination her einen kleinen Bonus, da Du aber das Board an keiner Stelle hochkicken musst und einen echten Flip ausführst, können das auch normale Menschen machen. Ich hab das Spiel jetzt leider nicht vor mir, aber ich glaube der Flip war hinten kurz hochdrücken und dabei leicht links oder recht drehen. Wenn Du dann mit der Hand am vorderen Sensor langgehst wird es ein Grab, genügend Luft unter Dir vorausgesetzt. einige Sachen hängen auch davon ab, wo die Figur sich befindet.

    Wie gesagt, Balance und Koordination können nicht schaden, aber Du musst kein echtes Board beherrschen, um das hier alles zu machen.