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Tony Hawk's Proving Ground

Verbaut sich seine Chancen

Tony Hawk macht 'nen 360.

Nicht gerade schwierig, sagt Ihr? Zugegeben. Allerdings meine ich nicht unser aller Lieblingsskater selbst, sondern Neversofts niemals enden wollende Serie. Das ist nämlich mein äußerst cleverer Weg, zu sagen: Die Tony Hawk-Reihe dreht sich im Kreis. Denn die rollt nach dem sehr guten Project 8 im Vorjahr jetzt mit Proving Grounds wieder eine Skateboard-Länge zurück.

Wie für jede Ausgabe haben sich die Entwickler auch dieses Mal die Mühe gemacht, ein großes neues Features zu entwerfen, das gewissermaßen den Kaufanreiz für alle Besitzer des letzten Teils darstellen soll. Das hört in der aktuellen Version auf den Namen "Riggen". Dahinter verbirgt sich eine Art Level-Editor, mit dem Ihr die Umgebung zwar nicht komplett umgestalten, aber immerhim um zahlreiche Objekte erweitern könnt.

So setzt Ihr beispielsweise neue Rampen in die Landschaft oder schafft Euch mit Hilfe am Boden angebrachter Stangen zusätzliche Flächen zum Grinden. Warum Ihr das macht? Nun, zum einen ist es natürlich besonders aufregend, wenn Ihr über einen individuellen Parcour brettert. Zum anderen ist es häufig Euer Ziel, bestimmte Gegenstände einzusammeln oder tolle Fotos an vorgegebenen Spots zu schießen - die Ihr jeweils nur erreichen könnt, wenn Ihr neue Skate-Elemente an der richtigen Stelle platziert.

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Alles ziemlich selbsterklärend.

Das ist erfreulich wenig umständlich. Per Tastendruck haltet Ihr die Zeit an und dürft in einem Menü aus einer Liste allerlei Gebilde auswählen. Mit den Schultertasten dreht Ihr das Objekt, dann rückt Ihr es an die rechte Stelle und probiert umgehend aus, ob es Euch bei der Erfüllung des Missionsziels weiterbringt. In einer Halle könnt Ihr später zudem frei mit diesen Teilen herumspielen und Euch so einen kleinen Skatepark basteln.

Aufwändiger wird das Ganze, sobald Ihr mehrere Elemente in der Spielwelt unterbringen müsst, um eine Mission zu bestehen - und langweiliger, weil Ihr mehr Zeit mit dem Aufbau als mit dem Skaten an sich verbringt. Hinzu kommt, dass Euch die Steuerung teilweise vor größere Probleme stellt als die Aufgabe selbst.

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Fotos zu schießen, ist schwieriger, als es aussieht.

Besonders das Aufnehmen von Fotos ist unnötig kompliziert, müsst Ihr doch nicht nur die Kamera oft selbst justieren, sondern sie auch noch zum richtigen Zeitpunkt auslösen. Das Spiel wechselt in diesem Moment zwar die Perspektive und verlangsamt das Geschehen auf Zeitlupe, doch mitten in einer Kombo plötzlich quasi unterbrechen zu müssen, ist nicht gerade optimal.

Außerdem wirkt das Aufsammeln von Gegenständen hin und wieder fehlerhaft. Schwer nachzuvollziehen, ob daran dann die falsche Platzierung eines Level-Objekts oder eine unsaubere Kollisionsabfrage Schuld hat. Schade, da das Riggen grundsätzlich eine interessante Idee ist - nur fühlt es sich seltsam unfertig an.

Aber zum Glück ist die Rigger-Karriere ohnehin nur eine von drei "Lifestyle"-Richtungen, die Ihr in Tony Hawk's Proving Ground einschlagen dürft. Rein theoretisch könnt Ihr zu weiten Teilen darauf verzichten, dafür voll einen auf kommerziell machen und in erster Linie Videos drehen, um damit Geld in die leeren Taschen zu spülen. Oder aber Ihr seid eher hardcore drauf und konzentriert Euch auf Dinge, die das Leben eines Skaters eigentlich ausmachen sollten.

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