Transformers: Kampf um Cybertron

Bay my ass!

Eigentlich finde ich die Transformers inzwischen ja ein wenig albern und peinlich. Ok, es sind riesige Roboter mit dicken Energiekanonen, also per se richtig cool, aber die geschwollenen Sprüche rund um Ehre, Pflicht und Macht können einem gehörig auf den Keks gehen – und daran ändert auch die Originalstimme von Peter Cullen nichts. Außerdem verhalten sich die Blechbüchsen wie Abziehbildchen. Die Decepticons sind immer böse, die Autobots immer gut. Und dort, wo es nur Schwarz und Weiß gibt, wird es eben schnell langweilig. Die epischen Schlachtszenen in Form von Comics, Filmen und Spielen reißen zwar einiges wieder raus, doch unterm Strich ist mir das Geschehen heute einfach einen Tick zu flach.

Doch darf man überhaupt so viel erwarten? Schließlich verzapften die außerirdischen Kämpfer schon in der Achtziger-Jahre-Zeichentrickserie einen Dünnpfiff, der sich noch nicht mal auf Perry-Rhodan-Niveau präsentierte. Mit zehn fand man das noch alles recht lustig, schließlich gab es damals kaum Konkurrenz. Man freute sich über die simple Handlung, die einfache Dramaturgie und die prächtigen Kampfszenen. Zwanzig Jahre später möchte man etwas mehr Charakter, überraschende Storywendungen oder zumindest ein paar knackige Dialoge.

Doch das kann und will Transformers: Kampf um Cybertron nicht liefern. Die Drei-Spieler-Koop-Kampagne bleibt ganz bewusst nahe am Original und bietet zehn Stunden spaßige, lineare Action, die ganz wie bei Gears of War und Co. vor allem auf Schaueffekte setzt. Gewürzt mit drei unterschiedlichen Charakteren und ihren Spezialfähigkeiten ist die Geschichte ein spaßiger Zeitvertreib, falls man bei den platten One-Linern und eher flachen Witzen nicht das Kotzen bekommt. Wer es anspruchsvoll und komplex möchte, auf tiefgründige Charaktere und selbstgewählte Entscheidungen steht, sollte sich die Zeit mit Heavy Rain, Dragon Age und Co. vertreiben. Also auf Wiedersehen!

Transformers: Kampf um Cybertron - Bosskampf

So, nachdem wir das hinter uns haben und alle Schöngeister, Rollenspiel- und Spielkultur-Fetischisten geflüchtet sind, geht es endlich ans Eingemachte. Die Story dieses ungewöhnlichen Titels, der sich abseits der Michael-Bay-Filme bewegt, liegt viele Millionen Jahre in der Vergangenheit. Die Heimatwelt der Transformers, Cybertron, im Prinzip der Körper eines gewaltigen Autobots, ist der Schauplatz eines brutalen Vernichtungskriegs, der die Gesellschaft der Roboterwesen in zwei Lager spaltet.

Auf der einen Seite stehen die Decepticons. Eine totalitäre Vereinigung unter der Führung von Megatron, der die cybernetischen Geschöpfe zu ihrer alten Größe führen möchte. Ihm geht es vor allem um Macht und die Eroberung von neuen Gebieten. Dazu ist ihm jedes Mittel recht und er schreckt auch vor Mord und Todschlag nicht zurück.

Auf der anderen Seite stehen die Autobots. Die ursprünglichen Herrscher über Cybertron haben den kriegerischen Ambitionen ihrer Vorfahren den Rücken zugekehrt und wollen einfach in Frieden leben. Angeführt werden dieses Weltverbesserer zum Zeitpunkt der Handlung von Zeta Prime, einem altgedienten Kämpfer, der Megatron schon seit ein paar Jahren die Stirn bietet. Doch der Bösewicht hat einen neuen, teuflischen Plan. Er will Dark Energon aus einer Raumstation stehlen, das cybernetische Prozessoren bei Berührung korrumpiert und wie ein Virus auf die böse Seite zieht.

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