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WWE Smackdown vs. Raw 2008

Dicke Lippe

Es gab mal eine Zeit, in der war Wrestling im TV ein Pflichttermin für mich. Ich kannte sie alle: The Undertaker, Brett 'Hitman' Hart, Stone Cold Steve Austin und viele mehr, mitsamt ihren markigen Sprüchen und spektakulären Manövern. Natürlich ist Wrestling pure Show, amerikanischer als Hot Dogs und abgesprochener als alle von Robert Hoyzer gepfiffenen Fußball-Partien zusammen. Aber es ist eine ausgesprochen gut gemachte Show, eine Mischung aus testosterongeladenem Theater und sorgsam ausgearbeiteter Seifenoper.

Aufgrund seines ausgelebtem Eskapismus eignet sich Wrestling natürlich wunderbar als Videospiel-Vorlage. Die Athleten verfügen über "Special Moves" und ein aufoktroyiertes Image, das in klare Kategorien ("Gut" oder "Böse", "Clean" oder "Dirty") eingeteilt ist, und auch die Kollisionsabfrage ist in sowohl reeller als auch in virtueller Form oftmals zweifelhaft. Doch dazu später mehr.

Auch THQs neustes Update geizt nicht mit einer stattlichen Kämpferriege. Neben aktuellen Smackdown- und Raw-Stars, sind das erste Mal auch die Hardcore-Haudegen der ECW am Start. Diese Jungs sind auf extreme Aktionen spezialisiert und selten ohne improvisierte Waffe anzutreffen.Ebenfalls neu sind die acht verschiedenen Superstar-Kampfstile, von denen jeder Wrestler zwei zur Wahl hat. Sie unterscheiden sich nicht nur in Move-Repertoire und Fähigkeiten, sondern bieten auch einzigartige Spezial-Aktionen.

Als Powerhouse könnt Ihr zum Beispiel einen Rampage-Modus aktivieren, in dem kurzzeitig keine Eurer Aktionen gekontert werden kann. Die agilen High Flyer dagegen stellen sich K.O. und überraschen den nun unvorsichtigen Gegner mit einem Possum Pin.

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Schau mal, meine Mutti sitzt im Publikum

Die Spezial-Aktionen geben den lebenden Muskelbergen mehr Profil und verlangen zum Teil auch unterschiedliche Strategien. Somit ergeben sich interessante Konstellationen, wenn etwa ein sehr technischer Wrestler auf einen sich durch rohe Gewalt auszeichnenden Kontrahenten trifft. Nicht unwichtig ist auch die generelle Orientierung Eures Muskelpakets. Hat er ein sauberes Image, bringt er das Publikum mit spektakulären Manövern und passendem Gepose hinter sich. Schurken-Charaktere hingegen füllen ihre Schwung-Leiste mit unfairen Aktionen, wie zum Beispiel einem herzhaften Tritt in die Weichteile des Opponenten.

Egal ob Outlaw oder People's Champions - im Exibition-Modus könnt Ihr von einem reichhaltigen Tisch voller Matchvarianten wählen. Hier ist wirklich wieder für jeden Geschmack etwas dabei. Dazu gehören neben einem Standard- beziehungsweise Tag Team-Match, Battle Royale und der legendären Royale Rumble, auch abenteuerliche Sonderformen wie "Buried Alive" (werft den Gegner in einen Sarg), Hell in a Cell (in einem Stahlkäfig) oder das neu hinzugekommene Extreme Hardcore Match, das Euch vorher die Wahl von diversen Meinungsverstärkern erlaubt.

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Fallbeispiel

Mein persönlicher Favorit ist aber das TLC-Match. Die Abkürzung steht dabei für "Tables, Ladders and Chairs" - und mal ehrlich, was gibt es Schöneres, als die Konkurrenz mit einem saftigen Legdrop von der Leiterspitze durch einen Holztisch krachen zu lassen? Solche Aktionen sind allerdings zunächst nicht einfach auszuführen. Gerade Anfänger brauchen erst einmal eine Weile, um sich in die komplexe Steuerung, bei der nahezu jeder Button mehrfach belegt ist, einzuarbeiten.

WWE 2008 verfügt wieder über das vom Vorgänger eingeführte "Total Control"-System, sämtliche Würfe und Griffe werden somit ausschließlich über den rechten Analogstick ausgeführt. Die in der 07er-Auflage noch angebotene Option, das Spiel wie in alten Zeiten mit dem Digipad zu spielen, hat nun endgültig ausgedient. Hat man das Kontrollschema verinnerlicht, ist er erste Schritt zum Ruhm im Ring getan. Fortgeschrittene feilen derweil noch an Konteraktionen und Aufgabegriffen, bei denen Ihr zum ersten Mal selber bestimmen dürft, wie viel Druck Ihr aufwendet.

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