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21-jähriger Brite erzählt, wie er als Teenager 3.000 Pfund für FIFA-Lootboxen ausgab

"Ich war süchtig nach dem Zufall..."

In Großbritannien stehen FIFA und seine Lootboxen aka FUT-Kartenpakete einmal mehr im Fokus.

Der 21-jährige Brite Jonathan Peniket hat jetzt erzählt, wie er als Teenager 3.000 Pfund von seinen Ersparnissen im Ultimate-Team-Modus verpulverte.

In den Kartenpaketen erhaltet ihr Karten verschiedener Spieler, mit denen ihr euch ein Ultimate Team aufbaut, mittlerweile zeigt EA dort die Chancen an, eine Karte einer bestimmten Seltenheitsstufe zu erhalten. Dahingehend gibt es aber seit Jahren Pay-to-win-Vorwürfe, da sich in den Paketen starke Karten verbergen und ihr damit auch online spielt, euch also theoretisch einen Vorteil erkaufen könnt.

"2017 war das Jahr, das alles in meinem Leben veränderte", erzählte Peniket der BBC. "Ich beendete mein letztes A-Level-Jahr und hatte vage Pläne, zur Universität zu gehen. Im September wurde bei meiner Mutter Krebs diagnostiziert."

In diesem Zeitraum fing das alles an: "Alles drehte sich darum zu warten, bis alles nur noch eine Erinnerung sein würde. Ich wartete auf den Tag, an dem die Behandlung meiner Mutter beendet sein würde, wenn ich meine Prüfungen beendet hätte und wir alle das normale Leben wieder schätzen könnten. Ich suchte nach einer Möglichkeit, damit umzugehen. Dieses aufregende Gefühl beim Öffnen von Kartenpaketen bot mir eine Chance, all dem zu entkommen."

"Jedes rationale Gefühl der Mäßigung und für den Wert des Geldes, das meine Eltern und Großeltern für meine Zukunft gespart hatten, ließen allmählich nach", fährt er fort. "Ich hatte das Gefühl, dass ich jetzt das Geld brauchte, um damit fertig zu werden, und dass mein zukünftiges Ich in den kommenden Jahren das irgendwie verstehen würde. Ich gab 30 Pfund aus, dann 40 Pfund, dann 50 Pfund. Als meine Karte anfing, meine Transaktionen zu blockieren, investierte ich vier- oder fünfmal pro Nacht 80 Pfund ins Spiel."

"Ein paar Wochen vor meinen Prüfungen, nachdem ich tagelang zugeschaut hatte, wie Leute auf YouTube Packs öffneten, während meine Eltern dachten, ich würde oben lernen, kam der Moment, als das Geld knapp wurde", sagt Peniket. "Geld, für das meine Eltern und Großeltern gearbeitet hatten, das mir als Ersparnis für meine Zukunft gegeben wurde. Ich hatte fast 3.000 Pfund verpulvert. Ich übernehme die Verantwortung für das, was passiert ist. Die Entscheidungen, die ich getroffen habe, um dieses Geld auszugeben, wurden von mir getroffen. Meine Eltern waren untröstlich, als sie es herausfanden und die Kontoauszüge sahen."

Zuletzt hatte das House of Lords in Großbritannien der britischen Regierung empfohlen, Lootboxen in Spielen als Glücksspiel zu deklarieren.

EA selbst äußerte sich gegenüber der BBC dazu nicht, in der Vergangenheit sprach der Publisher von "Überraschungsmechaniken".

"Ich war süchtig nach dem Zufall, als ich Kartenpakete kaufte", sagt Peniket. "Ich stimme jetzt dem zu, was mein Vater gesagt hat, was mich 2012 so verärgert hat: Videospiel-Kartenpakete und -Lootboxen sind eine Form des Glücksspiels."

Es ist nicht der erste Fall und in mehreren Ländern, darunter Belgien und die Niederlande, wurden Lootboxen bereits als Glücksspiel deklariert.

Lest hier mehr zu FIFA 21.

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Benjamin Jakobs

Leitender Redakteur News

Benjamin Jakobs ist Leitender Redakteur, seit 2006 bei Eurogamer.de und schreibt News, Reviews, Meinungen, Artikel und Tipps.

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