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Apex Legends Season 6: Alles über Crafting, das neue Schildsystem und den neuen Charakter

Respawn umarmt Spieler jeden Schlages.

Apex Legends geht es ausgezeichnet, danke der Nachfrage! In Season fünf des Battle-Royale-Shooters mit dem konkurrenzlos guten Spielgefühl kamen viele neue Spieler hinzu und alte zurück, sie blieben länger dabei und spielten pro Kopf die bisher meisten Stunden wöchentlich. Seit Season 1 waren zudem nicht so viele Spieler täglich online wie in Season fünf. Das sagte jedenfalls Respawns Chad Grenier letzte Woche auf einem Ankündigungs-Event zur kommenden, sechsten Apex-Spielzeit (Untertitel "Boosted"), ohne allerdings nähere Zahlen zu nennen. Muss er auch nicht, man sieht dem Studio und der Community an, dass sie immer noch mit Spaß an der Sache dabei sind.

Dazu gehört, dass das Studio sich für das halbe Dutzend gut was vor die Brust genommen hat, um Apex Legends für mehr Arten von Spielern attraktiver zu machen und das Meta in Bewegung zu halten. Natürlich ist der Star der ab morgen steigenden Show erstmal der neue Charakter Rampart, eine wie Wattson vor ihr eher defensiv ausgelegte und mit viel Charme und Lebenslust vertonte indisch-stämmige Bastlerin, die ihrem Team vor allem in späten Zielkreisen wertvolle Dienste leisten dürfte.

So tickt Rampart - die neue Legende erklärt

Als "direktionale Verteidigerin" bringt sie als taktischen Skill "Amped Cover" mit, eine etwa drei Meter schmale, hüfthohe Mauer, die nach ein paar Sekunden nach oben noch durch einen Energieschild verlängert wird, der feindlichen Beschuss abfängt und Projektile, die von Verteidigerseite hindurchrauschen in ihrer Schadenswirkung noch verstärkt. Es lohnt sich also, sich auf der richtigen Seite des Amped Cover aufzuhalten. Aber Obacht: Wird die Mauer aber beim Aufbau getroffen, wird sie direkt zerstört. Ihre passive Fähigkeit nennt sich Modded Loader und erhöht die Zahl der Kugeln in ihrem Magazin und ihre Nachladerate, sofern sie ein leichtes Maschinengewehr oder ihren Ultimate "Sheila" verwendet, eine platzierbare Minigun.

Bald erscheint die Switch-Version. Auch Crossplay zwischen PS4 und XBox One wird es geben. Wer auf PS4 und Xbox mit PClern spielen will, darf auch das tun. Zufällig wird aber kein Konsolero mit Maus-und-Tastatur-Spielern zusammengeworfen.

Kurzum: Rampart macht mit ihren Fähigkeiten mal eben "die Tür zu" und dürfte einen großen taktischen Vorteil für jedes Team bedeuten, besonders wenn man sie mit Wattsons Granatenfänger kombiniert, denn Explosiva sind ebenfalls eine Schwachstelle ihrer mobilen Deckung. Respawn möchte mit Rampart "einen produktiven, keinen reaktiven" Spielstil anregen und es klingt so, als hätte man gut darauf hingearbeitet. "Wir wollen, dass sich die Spieler mächtig fühlen, wenn sie ihre Geschützstellung gut gewählt haben und im Schutz des Amped Cover und besser noch mit Sheilas Unterstützung auf ihre Feinde anlegen", fasst es Designer David Perera von Respawn zusammen. Könnte klappen, ob Rampart es in die oberen Tiers des Legendenpantheons schafft, sehen wir dann mit ein wenig Praxis.

Der Zug ist abgefahren: World's End verändert sich!

Und dann sind da die Änderungen an der Karte World's End: Gleich drei neue Einrichtungen kamen hinzu, unter anderem eine gigantische Raketenabschussrampe zum Beispiel, die ganz danach aussieht, als müsste ich da zuerst landen. Nicht nur, weil in gleich vier Kontrollräumen massig Ausrüstung wartet. Eine Anlage namens Countdown hat interaktive Fenster und Loot, das hinter Sicherheitstüren versteckt ist, die man erstmal öffnen muss. Näher in der Mitte der Karte liegt das kleinere Compound Staging, in dem man zwei gigantische Wände hoch- und runterfahren kann, um sich einen taktischen Vorteil zu verschaffen. Mehr Interaktivität ist immer gut. Ach, und der Zug ist leider Geschichte, die Tunnel, durch die er fuhr, stehen euch aber immer noch offen und drinnen findet man das eine oder andere, das sich aufzuklauben lohnt.

Hinter dem Amped Cover lässt es sich gut aushalten.

Aber hey, neue Charaktere und Kartenanpassungen sind Gang und Gäbe für eine neue Season. Nachhaltigere Veränderungen bringen zwei andere Neuerungen mit: Crafting und Evo-Armor. Ersteres eliminiert ein wenig das Loot-RNG. Außerdem ermöglicht es Spielern, die sich für gute Ausrüstung nicht direkt in die riskanten Zonen stürzen wollen, gezielt an das gute Zeug zu kommen. Das geschieht mithilfe von Materialien, die man zum Beispiel immer dann erhält, wenn man eine Loot-Kiste öffnet, die man auch nach einem Respawn noch behält und die man an Crafting-Stationen gegen eine teils wöchentlich, teils täglich rotierende Auswahl an Gear eintauschen darf. Scheint nicht zu kompliziert zu werden und greift Angsthasen ... äh, pardon ... taktischen Schleichfüchsen ein wenig unter die Arme.

Evo-Schilde für alle!

Ausbalanciert wird das durch die coole und durchaus schwerwiegende Umstellung, dass neuerdings jeder Spieler mit einem Evo-Schild startet. Das belohnt wiederum aggressives Spielen und dürfte doch sehr verändern, mit welchen Prioritäten man sich in die Karte stürzt. Natürlich könnt ihr immer noch bessere Schilde finden, erbeuten oder craften, wenn ihr Konflikten aus dem Weg gehen wollt. Aber Respawn hat hier einen Weg gefunden, eines der cleversten Features der vorletzten Season noch integraler im Spielablauf zu verzahnen.

Hat da jemand Rakete gesagt?

Kleinere Änderungen betreffen das R-99 SMG, das jetzt zur Drop-Waffe wird, weil auf der Map neuerdings ein Nachzügler aus dem Titanfall-Universum herumliegt: Die Volt. Noch ein energiebasiertes Schießeisen, 12 Schuss pro Sekunde sind ein schlagendes Argument. Auch neue Quests und Comics kommen hinzu und vermitteln noch mehr von der Geschichte hinter den Apex-Universum und wer so richtig angeben will, nachdem er ein gegnerisches Squad umgelegt hat, setzt einfach eines der neuen Holo-Sprays inmitten der Leichname, das seine Überlegenheit mit Stil untermauert. Und natürlich gibt es einen neuen Season Pass mit zahlreichen Skins zum Freischalten.

Ich gebe zu, ich war eine Weile raus aus Apex Legends. Mit Season sechs wird es aber wohl langsam mal Zeit, wieder ein paar Runden in dem Battle Royale zu drehen, das mir einst gehörig den Spaß an PUBG verdarb. Nichts fühlte sich seither so gut an wie das hier und wenige Shooter-Charakterklassen bringen so clever und spaßig integrierte Skills mit, wie die Legenden auf dem Planeten Talos. Vor allem imponiert, wie Respawn aktiv daran arbeitet, diverse Spielarten seines Last Man Standing nicht nur zur Kenntnis zu nehmen, sondern sie auch aktiv zu entwickeln und zu fördern. Wie eben mit dem neuen Crafting-System. Apex mag in Sachen Spielerzahlen nicht die Spitze der Nahrungskette darstellen. Aber eineinhalb Jahre nach dem Launch kommt in Sachen Eleganz immer noch nur wenig an diesen Shooter heran.


  • Entwickler / Publisher: Respawn / EA
  • Plattformen: PC, PS4, Xbox One, Switch
  • Release-Datum: 18. August
  • Sprache: Deutsch, Englisch und weitere
  • Preis: Free to play, Season Pass für kosmetische Mikrotransaktionen
Über den Autor
Alexander Bohn-Elias Avatar

Alexander Bohn-Elias

Stellv. Chefredakteur

Alex schreibt seit 2001 über Spiele und war von Beginn an bei Eurogamer.de dabei. Er mag Highsmith-Romane, seinen Amiga 1200 und Tier-Dokus ohne Vögel.

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