20 Jahre Final Fantasy

Teil 1: Die drei Tage des Chocobos

Am 18. Dezember 1989 steht in Rumänien die Revolution kurz vor dem entscheidenden Höhepunkt, in Amsterdam gibt U2 ein Konzert ihrer Lovetown-Tour und in Japan erscheint ein kleiner, unscheinbarer NES-Titel namens Final Fantasy.

Zum 20jährigen Jubiläum der wohl erfolgreichsten Rollenspielserie überhaupt bieten wir Euch die Geschichte aus der Perspektive eines Mitarbeiters von Square und seinen Tagebucheinträgen. Natürlich gibt es in Wirklichkeit keine Tagebücher. Und wir kennen auch niemanden bei Square Enix. Und wir sagen das aus juristischen Gründen.

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Mr. Final Fantasy: Hironobu Sakaguchi.

Oktober 1987: „Es ist kein gutes Jahr für Square, um nicht sagen: Wir sind einfach im Ketsu! Die bisherigen Entwicklungen für das Famicom Disc-System verkauften sich eher schleppend und sollte nicht ein Wunder geschehen, dürfte unser aktueller Titel wohl der letzte dieser Firma sein. Es entbehrt nicht eines gewissen Humors, dass Hironobu Sakaguchi unser wahrscheinlich finales Spiel Final Fantasy betitelt.

Die Entwicklung läuft dabei gar nicht mal so schlecht, wie man es unter den gegebenen Umständen befürchten sollte. Kenji Terada, sonst eher mit Animeserien befasst, hat uns ein brauchbares Storyskript geliefert, in dem es um eine bedrohte Welt, verschwundene Kristalle und die vier Light Warriors, die alles wieder richten müssen, geht. Es gibt Elfen, Piraten, fliegende Festungen und alles, was man sich nur wünschen kann.

Die Umsetzung des Plots bereitet auch nur wenige Schwierigkeiten, schließlich haben wir mit Kings Knight schon im letzten Jahr ein Rollenspiel auf die Beine gestellt. Wir erfinden zwar nichts neu, aber die freie Wahl der Charaktere und ihrer Klassen zu Beginn und der rundenbasierte Kampf bieten eine solide Grundlage für ein modernes Rollenspiel-Erlebnis. Hoffentlich sehen die Kunden das auch so…“

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Der Sound von Final Fantasy: Nobuo Uematsu

Dezember 1987: „Es ist unglaublich. Final Fantasy hat die Zukunft dieser Firma fürs erste gesichert, es liegt in den Charts nur noch hinter Dragon Quest von Enix und schon jetzt spekulieren wir über eine Fortsetzung. Es ist wie ein Traum und ich könnte schwören, dass Sakaguchi bei der Veröffentlichung der Zahlen Freudentränen in den Augen hatte.“

Dezember 1988: „Der Erfolg geht weiter. Final Fantasy II bietet zwar spielerisch nur wenig neues, um ehrlich zu sein, besteht die größte Entwicklung in der zweiten Reihe für Schützen und Magier bei den Kämpfen, aber das stört die Käufer wohl nicht. Lediglich die Änderung im Leveln der Charaktere, welches nun über Erfahrung und nicht über Punkte funktioniert, wurde nicht so gnädig aufgenommen. Wir hielten die Idee für gut, dass ein Magier, der immer denselben Spruch benutzt, nicht generell aufsteigt, sondern nur diesen Spruch verbessert. Man kann halt nicht immer richtig liegen.

Die Story, erneut aus der Feder Teradas, fiel diesmal allerdings epischer aus. Die Helden haben endlich Namen und angesichts des verwobenen Plots um den heroischen Kampf der Rebellen Firion, Maria, Guy und Leon gegen den verdorbenen Herrscher von Palemecia ist dies auch bitter nötig. Untermalt wird dies alles wie auch schon im ersten Teil von der Musik Nobuo Uematsus, der insbesondere mit seinem Titelstück und der Siegesmelodie einen schönen Wiedererkennungswert in den zweiten Teil mit einbrachte.“

Finale Fragmente 1

Memo zu Final Fantasy Legend, Gameboy 1989

„Was meinst Du damit, wir haben nur 2 Mbit Platz? Vier Welten, vier Charaktere mit Klassen, Städte, Dörfer, Dungeons und einen Plot mit Drama, Liebe und Intrigen? AUF 256 KILOBYTE UND DEM DISPLAY DES KEKSKASTENS? Es geht einfach nicht. Schluss, Aus, Punkt! Versuchen werden wir es natürlich trotzdem.“

April 1990: „Es hat ein wenig länger gedauert, bis wir FF III endlich aus der Taufe heben konnten, aber die Arbeit an der Lokalisierung des ersten Teils für den US-Release und FF Legend für den Gameboy nahm halt auch Zeit in Anspruch.

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Martin Woger

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