R.U.S.E. • Seite 2

Und es funktioniert doch

Die niedrige Geschwindigkeit und das überschaubare Micro-Management sorgt auch für die extreme Konsolen-Freundlichkeit. Selbst mit dem ganz normalen Joypad steuert sich R.U.S.E. überraschend schmerzfrei. Mit ein wenig Übung könnt ihr fast genauso schnell agieren, wie mit der Maus und verliert nur selten den Überblick. Optisch wird zwar nicht ganz die höchste Detailstufe der PC-Version erreicht, aber auch hier ist Eugen Systems ein guter Kompromiss gelungen. Außerdem sehen beide Konsolen-Varianten ähnlich gut aus.

Vollkommen flüssig zoomt ihr mit dem einen Stick von Bodenhöhe auf Strategietisch-Niveau und wählt mit dem anderen blitzschnell ganze Truppenteile aus. Hardcore-Spieler werden dank definierbarer Gruppen und Hotkeys auf dem PC am Ende doch etwas glücklicher, trotzdem muss man vor Eugen Systems den Hut ziehen. Wo bisher jeder andere versagte, waren sie erfolgreich. R.U.S.E. funktioniert auch auf Konsolen.

Ihr dürft dabei die einfache Handhabung aber nicht mit niedrigem Schwierigkeitsgrad verwechseln. Auch wenn von euch wenige Handgriffe verlangt werden, müsst ihr bei der Truppenauswahl und der Aufstellung jede Menge Denkarbeit leisten. Und wenn die Gefechte erst einmal größer werden, kann R.U.S.E. sogar richtig hektisch werden. In der letzten Mission kämpft ihr zum Beispiel an drei Fronten gleichzeitig. Wer hier nicht genau plant und eine gute Verteidigung aufbaut, wird bei einem starken Gegenangriff blitzschnell überrollt.

Selbst auf dem mittleren Schwierigkeitsgrad brauchte ich als recht erfahrener Strategiespieler bei einigen Missionen mehrere Anläufe. Vor allem die starke KI fordert hier euer gesamtes Können. Geschickt nutzt sie Schwächen in der Abwehr und variiert die Truppenzusammenstellung. Kleine Aussetzer stören zwar das nahezu perfekte Bild, unterm Strich bietet R.U.S.E. auch für Offline-Spieler viele vergnügliche Stunden.

Natürlich tragen auch die geschickt konstruierten Missionen zum Anspruch bei, Solisten gut zu unterhalten. Am Anfang geht es zwar für meinen Geschmack etwas zu langsam zur Sache, schließlich werden euch über 4-5 Missionen erst einmal die Grundlagen erklärt, doch später werden euch knifflige Aufgaben gestellt, die ihr immer mit ganz unterschiedlichen Mitteln lösen könnt. Am meisten Spaß haben mir dabei die Verteidigungsaufträge gemacht, wo ihr mit begrenzten Mitteln eine Stadt oder eine Frontlinie halten müsst. Nur wer hier Abwehrgeschütze, Aufklärer und Infanterie geschickt platziert, überlebt die überlegenen Angriffwellen, die sich euch immer wieder entgegenwerfen.

Bei den Einheiten verlassen sich die Franzosen nicht nur auf das normale Kriegsmaterial, sondern greifen auch auf Prototypen zurück. So setzt ihr Maus-Panzer ein, wahnwitzige Artillerie-Geschütze und Düsenjäger. Dadurch bekommt das Spiel gerade zum Ende hin einen Was-wäre-wenn-Touch. Ein Kniff, der nur bedingt funktioniert. Ohne individuelle Fähigkeiten sind die Superpanzer und Geschütze nur ein wenig schneller, stärker und teurer. Ohne taktische Vorteile erweitern sie nicht eure Möglichkeiten und sind schlicht überflüssig. Im Multiplayer könnt ihr das Fantasy-Material im Notfall aber ausschalten.

Deutlich problematischer ist die Präsentation während der Missionen. Immer wenn etwas „Weltbewegendes" passiert, tauchen am Rand hässliche Videofilmchen auf und der Computer dreht und zoomt das Spielfeld, bis man die Orientierung verliert. Leider kann man diese Sequenzen weder abbrechen, noch Einheiten währenddessen bewegen. Dadurch verliert man nicht nur wertvolle Sekunden, sondern beim zweiten oder dritten Versuch auch gleich mal die Nerven. Das nagt an der Qualität der Einzelspieler-Missionen, im Multiplayer-Modus bleibt man davon aber verschont.

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Kristian Metzger

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