Kann the Old Republic wirklich der erste ernsthafte WoW-Konkurrent werden? Zugegeben, diese Frage lässt sich jetzt nur schwer beantworten, doch zumindest was den Hype rund um BioWares erstes MMO angeht, leistet man schon ganze Arbeit. Mehr als ein Jahr vor dem Release begann man damit, Stück für Stück Planeten, Klassen und Gameplay-Elemente zu enthüllen – ob nun in Form von Texten, Screenshots oder Videos.

Man kann wahrlich nicht behaupten, dass BioWare die Fans im Dunkeln tappen lässt. Fehlt eigentlich nur noch das Anspielen, um sich einen noch näheren Eindruck vom Spiel zu verschaffen. Gesagt, getan, dafür gibt es schließlich die gamescom. Bei Electronic Arts konnten wir auf der Messe selbst einen Blick auf das MMO werfen und theoretisch alle vorhandenen Grundklassen ausprobieren – ich entschied mich für den Sith Warrior.

Grundsätzlich lässt sich schon mal sagen, dass BioWare im Startgebiet des Sith Warriors auf Korriban vornehmlich auch nur mit Wasser kocht. Quests wie „Gehe zu X", „Töte X Gegner" oder „Sammle X Gegenstände", um im Gegenzug eine brandneue Waffe oder was auch immer zu bekommen, werdet ihr selbst hier finden. Aber ganz ehrlich: Was anderes habe zumindest ich nicht wirklich erwartet. Andererseits soll das nicht heißen, dass es keine variantenreicheren Aufgaben im Spiel gibt.

Herzstück von The Old Republic sind sicherlich die Gespräche mit NPCs, die hier nicht als langweilige Textbox dargestellt werden, sondern á la Mass Effect komplett vertont und entsprechend inszeniert wurden. Selbst das Dialograd erinnert an BioWares hauseigenes SciFi-Epos und lässt euch ebenso spezifische Entscheidungen treffen. Es ist gleichzeitig auch das Merkmal, das The Old Republic eben von all den anderen MMOs abhebt.

Ein gutes Beispiel dafür ist eine Aufgabe, die ihr von einem Aufseher innerhalb der Startbasis bekommt. Ihr sollt über das Schicksal einiger Gefangener entscheiden. Also begebt ihr euch zum Gefängnis, plaudert mit dem Wärter und anschließend mit den hier Inhaftierten Personen. Darunter befindet sich etwa eine Frau, die einen Imperialen Agenten getötet hat. Nach einem kurzen Plausch liegt ihr Schicksal in euren Händen: Tötet sie auf der Stelle, lasst sie um ihre Freiheit gegen euch kämpfen oder ratet dem Wärter, stattdessen ihre Dienste zu nutzen und empfehlt sie zur Rekrutierung.

In dem Fall entschied ich mich für letzteres, schließlich muss man offensichtlich einiges auf dem Kasten haben, um einen Imperialen Agenten auszuschalten. Was die anderen beiden Gefangenen betraf, war ich weniger freundlich. Einen davon niedergestochen, den anderen ein bisschen gefoltert – das übliche Sith-Programm eben. Bevor ihr in Aktion tretet, erzählen die Inhaftierten stets etwas über sich und versuchen somit, eure Entscheidung zu beeinflussen. Ob ihr ihnen glaubt, liegt ganz allein bei euch.

Anschließend geht es zurück zum Aufseher, der einen dann anhand der eigenen Aktionen beurteilt. Mit allen dreien war er recht zufrieden, wie es sich eben für die Dunkle Seite gehört. Je nach Wahl bekommt ihr dann zusätzlich zur normalen Questbelohnung auch positive oder negative Punkte für die Gesinnung eures Charakters.

Spielt ihr mit mehreren menschlichen Mitspielern in einer Gruppe, kann in den Dialogen übrigens jeder einzelne davon seine Wahl treffen, am Ende entscheidet die Mehrheit darüber, welchen Pfad man in dem Gespräch einschlägt. Etwas unklar ist noch, wie sich dass dann auf die eigene Figur auswirkt, zum Beispiel wenn man selbst eigentlich vornehmlich gute Entscheidungen trifft, die Begleiter aber eher unfreundlich agieren.

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Über den Autor:

Benjamin Jakobs

Benjamin Jakobs

Editor, Eurogamer.de

Seit 2006 bei Eurogamer.de dabei, Redakteur und hauptverantwortlich für den Newsbereich. Begann seine Spielerlaufbahn auf dem PC mit Wing Commander, UFO und dem Bundesliga Manager, spielt mittlerweile aber hauptsächlich auf den Konsolen, genauer gesagt Xbox One, Xbox 360, Switch, PS4, Wii U, PS3 und 3DS. Ist grundsätzlich für viele Spiele und Genres offen und mag vieles, was mit Science-Fiction zu tun hat, kann aber mit JRPGs nicht wirklich viel anfangen. @f1r3storm auf Twitter.

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