Irrationals Levine: "Spiele-Entwickler sind zu beeindruckt von der Filmwelt"

Games nur zweite Liga?

Wie Irrational Games Ken Levine Develop in einem Interview verriet, hatte er einst die Chance, mit einem "sehr talentierten Regisseur" an einem neuen Spiel zu arbeiten. Ein Angebot, das er dankend ablehnte.

"Mir wurde angeboten, ein Spiel mit einem Regisseur zu machen, einem sehr talentierten Regisseur", so Levine.

"Mein Gefühl ist, warum? Warum sollte ein Spiel-Designer das wollen? Was ist der Sinn dahinter, zwei leitende Kreative zusammenzuführen? Ich will genauso wenig einen Film-Regisseur haben, der mir dabei hilft, ein Spiel zu machen, wie mich ein Film-Regisseur als Hilfe bei seinen Filmen haben möchte", erläutert er.

"Ich glaube, dass im Entertainment-Bereich Videospiele als eine Art zweite Liga betrachtet werden. Es gibt dieses Gefühl von 'oh, eines Tages könnt ihr in unserer Liga mitspielen'".

Auch auf Guillermo del Toros kürzlich angekündigte Zusammenarbeit mit THQ bezieht er sich:

"Und natürlich rennen Regisseure bei der Spiele-Industrie offene Türen ein. Guillermo del Toro – der übrigens ein ganz grandioser Regisseur ist – hat gerade erst einen Deal mit THQ unterzeichnet, um Spiele zu entwickeln", so Levine.

"Ich denke mir ... er hat noch nie ein Videospiel gemacht. Vielleicht hat er ein Genie dafür, aber es ist wirklich, wirklich schwer, ein Spiel gut hinzubekommen. In unserer Industrie sind zu viele Leute beeindruckt von der Filmwelt und springen auf Deals mit irgendeinem großen Regisseur, nur weil er ein großer Regisseur ist."

Auch über die Versessenheit der Spiele-Industrie, mit großen Zahlen bezüglich des Umfang ihrer Spiele um sich zu werfen, lässt er sich aus:

"Ich liebe es, wenn Entwickler sagen, 'wir haben 800 Zeilen Dialog in unserem Spiel'. Ich meine, wen zum Teufel schert das? Ist das ein Standard? 'Wir haben 600 Stunden Zwischensequenzen'. Und? Als Autor ist Masse der einfache Part. Ich kann dir zu morgen 800 Zeilen Dialog liefern."

"Content zu fabrizieren ist einfach", so der Chefdenker hinter BioShock. "Schon vor uns waren einige Leute ziemlich gut darin. Worauf es ankommt ist aber, es funktionieren zu lassen; genug auszulassen, es als interaktives Werk funktionieren zu lassen. Das ist die echte Herausforderung des Designers."

Levine arbeitet derzeit an BioShock: Infinite, das wir uns auf der gamescom für euch angeschaut haben.

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Über den Autor:

Alexander Bohn-Elias

Alexander Bohn-Elias

Stellv. Chefredakteur

Alex schreibt seit 2001 über Spiele und war von Beginn an bei Eurogamer.de dabei. Er mag Highsmith-Romane, seinen Amiga 1200 und Tier-Dokus ohne Vögel.

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