Killzone 3 • Seite 2

Systemseller

Map: Frozen Dam. Helghast-Truppe stürzen ins Freie und beobachtet, wie ein Landetruppe der Gegenseite in der Nähe ihres Staudamms landet. Abwehrraketen verfolgen die Gleiter, doch es ist zu spät, der Angriff beginnt. Während der Wind das wunderhübsche Eismeer mit Wucht gegen den Pier wirft, schwärmen die ISA-Soldaten aus. Zuerst müssen die Angreifer die Tore zur Anlage sprengen, anschließend eine Nervengas-Turbine abschalten und im letzten Schritt wichtige Schlüsselstellen sprengen.

Gelingt der Anschlag, wird in einem bombastischen Film die Sprengung des massiven Bauwerks gezeigt. Stücke platzen aus der massiven Betonverschalung. Und während die ISA-Truppen in letzter Sekunde entkommen, werden die Bösewichter mit einer gewaltigen Flutwelle weggespült. Siegt das Böse, werden die Angreifer gefangen genommen und mit einem herzhaften Schlag mit dem Gewehrkolben ins Gesicht auf die Folter vorbereitet.

Zu dieser Extraportion Inszenierung passen auch die schicken neuen Melee-Kills. Gelingt es euch, euren Angriff genau richtig zu timen, haut ihr dem Gegner nicht einfach eure Waffe gegen den Schädel, sondern schneidet ihnen die Gurgel durch oder stecht ihnen ein Auge aus. Ganz wichtig: Diesmal genügt ein Treffer. Dabei erkennt das Spiel genau, von wo ihr angreift, und spielt dann die passende Animation ab. Nach einer Weile hat man zwar alle Varianten einmal gesehen, aber Spaß macht es trotzdem.

Neben dem Walker mit seiner Gatling-Kanone und seinem Raketenwerfer - aus der Kampagne von Teil 2 - schlüpft ihr auf der Map Turbines in bewaffnete Jetpacks. Die obskuren Konstruktionen sind dabei aber nicht ganz so durchschlagkräftig wie die Variante aus Halo: Reach. Ihr hüpft mehr von Stockwerk zu Stockwerk, während ihr mit der eingebauten SMG aus vollen Rohren ballert. Trotz dieser Einschränkung verleiht diese Spezialausrüstung dem Schlachtfeld eine Vertikalität, die es wirklich unberechenbar macht. Großes Kino.

Doch nach so viel Lob darf ich nicht verschweigen, dass es noch einige Baustellen gibt. Ganz vorne mit dabei ist hier das Matchmaking. Bei nicht einer Partie waren die Seiten ausgeglichen. Da der Serverbrowser gestrichen wurde, kann man hier noch nicht einmal per Hand nachjustieren. Eine entsprechende Funktion muss unbedingt nachgereicht werden. Außerdem besitzen die Waffen nahezu keinen Rückstoß. Mit der leichten MG des Ingenieurs lassen sich so über die halbe Karte Headshots verteilen. Hier haben die Entwickler aber schon jetzt Nachbesserung versprochen. Geändert wurden außerdem das Feuern aus der Hüfte, das nun deutlich ungenauer ist, und die Lebensenergie. Man stirbt nun viel schneller, was die Gefechte gehörig beschleunigt. Ach ja, die genialen Clan-Matches aus dem zweiten Teil sind auch diesmal mit dabei. In der Demo waren sie noch nicht freigeschaltet, aber im fertigen Spiel kann man mit seinem Clan gegen andere antreten. Vorbildlich. So eine Funktion wünsche ich mir auch bei anderen Shootern.

Natürlich wünsche ich mir auch nach zehn Stunden Killzone-3-Beta noch immer den Adapter, mit dem man das Xbox-Pad an der PS3 betreibt – hm, vielleicht leiste ich ihn mir zum Killzone-3-Launch. Doch Guerilla Games holt alles aus dem Dualshock-Controller heraus und liefert damit das eindeutig bessere Spielerlebnis. Die Steuerung ist viel direkter und man hat endlich das Gefühl auch ohne viel Übung selbst die Macht in der Hand zu haben. Noch dazu begeistert schon die Beta mit vielen frischen Ideen, dringend notwendigen Updates und einer nochmal verbesserten Grafik. Insbesondere Fans von Bad Company werden sich über das neue Klassen-System freuen und ihren Spaß damit haben, auch einmal mit Fahrzeugen in den Krieg zu ziehen und sich an den erstklassig inszenierten Operations-Schlachten erfreuen. Noch dazu sorgen das brachiale Melee-System und die reduzierte Lebensenergie für schnelle, harte Auseinandersetzungen, ohne den Pseudo-Realimus komplett zu entsorgen.

Es gibt aber auch noch eine ganze Menge Baustellen, an denen Guerilla Games noch dringend arbeiten sollte. Ganz oben steht dabei das Matchmaking-System, das in der aktuellen Form keinen Spaß bereitet. Nahezu jedes Mal musste ich mich in unausgeglichene Gefechte stürzen. Und nur selten gelang es der kleineren Partei, am Ende den Sieg davonzutragen. Noch besser wäre es, wenn die Niederländer wieder den Serverbrowser einbauen. Sich selbst einen Lieblingsserver herauszusuchen, ist absolut unschlagbar. Andere Probleme, wie etwa der praktisch kaum vorhandene Rückstoß, stehen bei ihnen aber sowieso auf der To-do-Liste. Es sieht also alles danach aus, dass zumindest der Multiplayer von Killzone 3 ein Hit wird. Wenn die Kampagne ähnlich gut gelingt, steht im Frühjahr ein Exklusivtitel im Handel, der sich auch ohne 3D und Move mit Fug und Recht Systemseller nennen darf.

Killzone 3 erscheint im Februar 2011 exklusiv für die PS3.

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Kristian Metzger

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