de Blob 2

Das Farbbombenattentat

Jaja, de Blob. Das war doch der olle Farbbeutel, der alles so bunt macht, oder? Naja, hier in Berlin haben wir ja auch unsere Erfahrung mit solchen Kreativinstrumenten. Nicht der digitalen, sondern der analogen Sorte. Los gings wohl in den Sechzigern mit der Kommune 1 und ihrem berühmten Farbbombenattentat. Als relativ gewaltloses Aufbegehren gegen die Obrigkeit hat es sich seitdem vor allem in der linken, gemäßigten Szene etabliert.

Große Werbeplakate, Polizei-Hundertschaften und Bonzen-Villas, wenn es nicht ganz so rabiat zugehen soll, wird Anarchisten-Gotcha gespielt. Das Ziel: Unrecht mit Farbe zu brandmarken und kenntlich zu machen. Der Versuch, sich gegen Hierarchien aufzulehnen und seinem Protest Ausdruck verleihen, ohne eben zum keineswegs symbolischen Stein zu greifen.

Und was hat das ganze Gesabber mit de Blob 2 zu tun? Ok, Farbbeutel, Tintenklecks, das macht Sinn. Aber wieso geht es hier gleich wieder um die Revolution? Nun, bei de Blob 2 kämpft ihr nicht gegen irgendeinen außerirdischen Aggressor oder einen durchgeknallten Professor, sondern gegen einen fiesen Wahlmanipulator. Genauer gesagt um Kamerad Black, den Anführer der Schwarzfarbigen, der das demokratische System überlistet und sich selbst zum Anführer aller Farben emporgeschwungen hat. Seitdem herrschen andere Sitten. Das gesamte Land wurde Schwarz-Weiß gefärbt, fiese Inky-Soldaten sorgen dafür, dass alles seine Zucht und Ordnung hat.

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Herzallerliebst: Farbklecks, de Blob, vor der Skyline von Chroma City.

Doch wie es sich für einen guten Revoluzzer gehört, stellt sich unser Held, de Blob, gegen diese Ungerechtigkeit und setzt ein Statement. Er bekämpft Tristess mit satten Farben, hilft seinen Freunden wo er kann und macht sich daran, den Dikator zu stürzen. Ein guter Bürger eben, der sich von dem im Grundgesetz verankerten Recht auf Tyrannen-Mord gebraucht macht. Nur eben ohne Blut und Tote, sondern mit einem stilgerechten Umdekorieren der Spielwelt.

So wird die graue Flut nach und nach mit der Befreiung einzelner Stadtteile zurückgedrängt, die unter der Knute des nachtschwarzen Herrschers zu leiden haben. Jedes Szenario wird dabei von kleinen Zwischensequenzen eingeleitet. Angelehnt an die Prager Revolution, seht ihr in einem Level zum Beispiel graue Tanks auf das Zentrum der Hauptstadt Chroma City zurollen. Ein einzelner, standhafter Farbklecks versucht die tonnenschweren Geräte aufzuhalten. Er winkt mit seiner Fahne und versperrt ihnen den Weg. Gnadenlos fahren die schnuckligen Panzer weiter und drohen ihn zu überrollen. Ein Fall für de Blob.

Wie schon beim Vorgänger, damals noch Wii-exklusiv, startet ihr in einer äußerst knuffigen Umgebung. Kleine Farbklekse laufen herum und bevölkern ein surreales Szenario. Schwarz-Weiß dominiert die windschiefen Gebäude. Das Gras ist grau und die Bewohner sehen unglücklich aus. Bei einem dieser seltsamen Zeitgenossen bekommt ihr euren ersten Auftrag: Rettet den Demonstranten. Doch um gegen die Übermacht eine Chance zu haben, muss der Protagonist erst einmal an Gewicht zulegen. Schnell stürzt er sich auf herumlaufende Farbeimer. Mit jedem Happen wächst dabei sein Körperumfang, der durch ein Zahl in der oberen rechten Ecke symbolisiert wird. Greift er dagegen Gegner an oder bemalt eine Hauswand, schrumpft er.

Ist er erstmal dick genug, geht es in die Angriff. Auf kleinere Gegner könnt ihr einfach draufspringen. Für die Panzer benötigt es aber dickere Geschütze. De Blob nimmt Anlauf und rammt das Kriegsmaterial, das darauf in tausende Teile zerspringt. Als Belohnung öffnet sich nicht nur das Tor zur Stadt, sondern ihr bekommt von eurem Auftraggeber Upgrade-Punkte und eine Erweiterung des Zeitlimits zugeschustert. Denn während ihr gemütlich durch das Areale schlendert, ticken gnadenlos Sekunden und Minuten herunter. Wenn ihr nicht aufpasst, geht es ganz schnell. In der Demo starb ich viele Tode, bevor ich das Levelende sah.

Nach diesem Einstieg ging es gleich weiter ins nächste Stadtgebiet. Eine Universität. Wie es sich für Studenten gehört, üben diese den Aufstand. Doch bevor es richtig losgehen kann, muss erstmal das Studentenwohnheim befreit werden. Dazu gilt es erst, die fiesen Inky-Soldaten aus dem Weg zu räumen und anschließend der Party-Hochburg einen neuen Anstrich zu verpassen. Eine Seite gelb, eine blau. Klingt einfach? Ist es aber nicht. Denn je nachdem, wo die laufenden Farbeimer platziert wurden, müsst ihr den eigenen Wechsel genau abstimmen.

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Über den Autor:

Kristian Metzger

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