Rock Band 3 • Seite 2

Harmonisch

Im normalen Modus spielt ihr die Keyboardnoten mit fünf weißen Tasten nach. Alternativ wechselt ihr zur Gitarren- beziehungsweise Bassspur. Das ist leider auch dringend notwendig, da nicht alle Lieder das Keyboard unterstützen und einige davon euch zeitweise zum Zuschauen verdonnern. Da den älteren Songs der Code für dieses Instrument fehlt, müssen sich die kleinen Mozarts unter euch auf den neuen DLC konzentrieren.

Obwohl der normale Modus genügend Freude bereitet, dreht der Spielspaß im Pro-Modus erst so richtig auf. Denn dort verwendet ihr alle 25 Tasten, die zwei ganze Oktaven darstellen. Jeweils zehn weiße Tasten werden zusammen mit den darüber liegenden schwarzen gleichzeitig angezeigt. Schaltet ihr auf Schwer, verschiebt sich die Spur, wovor euch auffällige Pfeile rechtzeitig warnen. Steigt ihr bis auf Expert, spielt ihr die Noten des Songs 1:1 nach.

Bis ihr dazu jedoch in der Lage seid, müsst ihr eine enorme Anzahl an Stunden in den Lernprozess investieren. Eben so, wie es bei dem richtigen Instrument der Fall ist. Wobei besonders beim Keyboard die Grenzen zwischen dem Rock-Band-Pendant und einem echten Klimperbrett sehr gering sind. Schafft ihr beispielsweise Cold as Ice von Foreigner Note für Note auf dem Klavier, seid ihr nach kurzer Eingewöhnungszeit auch in Rock Band dazu in der Lage.

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Im übersichtlichen Menü informiert ihr euch jederzeit über den Status sämlticher Bonusziele.

Gleiches gilt ebenfalls für die Pro-Gitarre, die mit ihren insgesamt 102 Knöpfen beim ersten Anspielen ordentlich Respekt einflößt. Erfahrene Gitarristen schalten bei bekannten Songs direkt auf den höchsten Schwierigkeitsgrad und spielen die ihnen bereits bekannten Noten nach, die ihm Spiel genauso übernommen wurden. Scheint der Hals zunächst überladen, gewöhnt man sich recht schnell an die neue Umgebung.

Trotz der überraschend guten Verarbeitung rate ich jedem Neueinsteiger ohne jegliche Gitarrenerfahrung dennoch, bis zum nächsten Jahr zu warten. Dann erscheint die pompöse Fender Squier Stratocaster, eine vollwertige MIDI-Gitarre mit 22 Bünden, die für den steilen Lernprozess wesentlich besser geeignet ist und später den Übergang zur E-Gitarre erleichtert.

Beim Spielen im Pro-Modus seht ihr die sechs Bünde vor euch, auf denen die verschiedenen Noten erscheinen. Diese markieren mit einer Zahl den Bund, den ihr greifen müsst. Schlagt dann im richtigen Moment die Saite an, um die Note zu treffen. Für Personen, die außer der Plastikklampfe noch nie auf einer echten Gitarre gespielt haben, stellt es sicherlich das Instrument mit der größten Lernkurve dar. Zumindest bis ihr das Gefühl für die verschiedenen Bünde verinnerlicht habt und nicht ständig auf den Hals starrt, um eure Finger richtig zu positionieren.

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Ohne die hilfreichen Tipps am oberen Bildschirmrand hätte ich viele Passagen niemals überstanden.

Doch genau wie bei dem Keyboard ist das Erfolgsgefühl unbezahlbar. Ich kann mich nicht daran erinnern, wann ich bei einem Spiel das letzte Mal so stolz auf mich war. Allein das fehlerfreie Spielen einer Tonleiter mit einer Hand führte dazu, dass ich augenblicklich von meinem Sofa aufsprang und mit männlichen Lauten meine Mitbewohner erschreckte.

Diesen Erfolg verdanke ich zum großen Teil dem exzellenten Trainingsmodus, der euch Stück für Stück an die komplexen Instrumente heranführt. Der Schwierigkeitsgrad zieht zwar mit jeder Übung mehr und mehr an, doch die Tipps am oberen Bildschirmrand helfen euch stets weiter. So lest ihr bei den Keyboard-Übungen, mit welchem Finger ihr starten müsst oder wann ihr die Hand weiterschiebt. Und diese Hilfen solltet ihr tunlichst befolgen, damit ihr sie bei den eigentlichen Stücken umsetzen könnt, die ihr diese wirklich auswendig lernen müsst, falls ihr den Song mit 100 Prozent abschließen wollt.

Der Sprung vom normalen Schlagzeug zum Pro-Modus ist im Vergleich dazu nicht sehr steil. Die Noten unterscheiden nun zwischen den Toms und Cymbals. Die Becken-Noten werdet durch runde Symbole dargestellt, während die Tom-Noten weiterhin durch die bekannten flachen Röhren verkörpert werden.

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Über den Autor:

Björn Balg

Björn Balg

Redakteur

Freier Autor und wahrscheinlich der letzte Mensch ohne einen Facebook-Account. Liebt Trash und verbringt zu viel Zeit mit dem Ansehen von Katzenvideos.

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