Total War: Shogun 2

Der Multiplayer-Quantensprung

Die Welt der Computer- und Videospiele befindet sich in einem stetigen Wandel. Genres, die gerade noch total in und erfolgreich waren, können nur wenige Jahre später fast vollkommen von der Bildfläche verschwinden. Vor allem neue technologische Möglichkeiten verändern das Gameplay und den Geschmack des Zielpublikums. Es entstehen ganz neue Mischungen und Ideen, während ganze Teilbereiche würdelos untergehen.

Gerade hat das Echtzeitstrategie-Genre zu kämpfen. Kurz nach der Jahrtausendwende noch absolutes Blockbuster-Material, ist es durch den Siegeszug der Konsolen immer mehr in eine Ecke gedrängt worden. Sieht man mal von Blizzard-Titeln ab, gibt es neben ein paar Relic-Games nur noch wenige Großproduktionen.

Die letzten verbleibenden Studios haben sich deshalb auf neue Ansätze spezialisiert und sind dabei zum Teil gewaltig Baden gegangen. Bestes Beispiel Command & Conquer 4, das zwar geschickt Rollenspiel-Elemente integrierte, aber mit seiner dünnen Geschichte einfach keine Freunde fand. Die Total-War-Reihe ist sich dagegen in den letzten Jahren treu geblieben, setzte eher auf sanfte Evolution als ruppige Revolution. Bis jetzt.

Nein, keine Sorge, am bewährten Singleplayer wird nur ein wenig geschraubt. Hier eine Prise Rollenspiel, dort ein paar General-spezifische Spezialfähigkeiten und Veteranen-Einheiten. Endlich sinnvolle Belagerungen und natürlich das übliche Grafik-Update. Nein, diesmal wird der gesamte Multiplayer auf den Kopf gestellt. Weg von simplen Drop-In-Echtzeitgefechten, hin zu einer persistenten Online-Welt in der sich Clans die Köpfe einschlagen und man gemeinsam mit Freunden Japan erobert.

Vielleicht erinnert ihr euch noch an Command & Conquer: Tiberium Sun. Damals gab es einen Online-Modus in dem man für die GDI bzw. die NOD Gebiete erobern konnte. Gab es genug Siege in einer Region, wurde diese übernommen. Ein interessanter Ansatz, den es auch bei Steel Battalion und bei dem niemals erschienenen Battletech 3025 gab. Creative Assembly greift diesen Ansatz für Shogun II auf und dreht ihn noch eine Stufe weiter. Online wird es dutzende Server geben, die jeweils ca. 30 Clans beherbergen. Diese kämpfen auf dem jeweiligen Server um die Vorherrschaft in Japan. Genauer gesagt in 65 Provinzen und zwölf Seeregionen. Nach zwei Wochen wird dann die Allianz, die sich am besten geschlagen hat, auf den nächsthöheren Server befördert, während von dort der schlechteste Clan absteigt.

Erobert werden die Karten durch Siege in bestimmten Regionen. Der Clan-Leader bestimmt mit einem für alle sichtbaren Schwert, wo angegriffen wird. Anschließend stürzt sich die gesamte Horde auf die entsprechende Region und versucht dort die Feinde niederzuringen. Gelingt dies, gibt es für das Team mehr Geld, um vor den Auseinandersetzungen Truppen und Spezialfähigkeiten zu kaufen. Ein wirklich motivierender Ansatz, der aber noch ein paar Fragen aufwirft. Was passiert genau in der obersten Liga? Wird die Mitgliederzahl der Clans limitiert? Gibt es Turniere?

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Darf ich vorstellen: Euer Avatar mit schauriger Rüstung und vielen Einstellungsmöglichkeiten.

"Viele Elemente werden erst in der bald angesetzten Beta evaluiert. Momentan gibt es eine Menge Ideen, aber erst in der Praxis werden wir sehen, was funktioniert und was nicht," erklärt Lead Multiplayer Designer Ian Roxburgh. Zumindest auf dem Papier klingen die neuen Elemente aber faszinierend. Total War: Shogun II könnte damit seinem martialischen Namen damit erstmals alle Ehre machen.

Aber keine Sorge, Otto-Normal-Taktiker bleiben die Multiplayer-Kampagnen aus Napoleon natürlich genauso erhalten, wie simple Echtzeitgefechte. Neu ist aber auch hier das so genannte Unit-Sharing. Ihr könnt erstmals nämlich gemeinsam mit einem Kollegen gegen die KI antreten. Die menschlichen Mitspieler übernehmen dabei jeweils ein paar Einheiten und können so noch schneller und präziser reagieren. Und auch diese Spieler profitieren von dem neuen Avatar-System.

Online werdet ihr durch einen General repräsentiert, der mit jeder Kampfhandlung Erfahrungspunkte sammelt. Mal ganz abgesehen von der Möglichkeit, eure Männer-Barbie mit schicken Rüstungen zu verzieren, die sogar ein wenig eure Fähigkeiten verbessern, aktiviert ihr mit einem Level-Aufstieg Skillpunkte, die ihr in einen entsprechenden Baum investieren könnt. Dieser wiederum schaltet spezielle Perks frei, die ihr Einheiten zuweisen könnt oder verbessert euren General samt Bodyguards. Mit der richtigen Zusammenstellung kann eure Helden-Truppe den Kampfverlauf entscheidend beeinflussen. Dabei steht es euch vollkommen offen, ob ihr aus eurem Protagonisten einen starken Anführer, einen brutalen Nahkämpfer oder einen geschickten Fernkämpfer machen wollt.

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Kristian Metzger

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