Dead Space 2

Blanker Wahnsinn

Mittlerweile ist Dead Space 2 erhältlich. Mehr Infos zum Spiel bekommt ihr in unserem Test zu Dead Space 2, benötigt ihr Hilfe, werdet ihr in der Komplettlösung zu Dead Space 2 fündig.

In jedem Geist lauert der Wahnsinn. Bei den meisten in Schach gehalten durch das eigene Ich, den Wunsch nach Logik und Zwischenmenschlichkeit. Doch manchmal wird diese Barriere eingerissen und finstere Gedanken fluten das Gehirn. Es herrschen Chaos, Verzweiflung und blanker Wahn. Ein Mahlstrom der Gefühle, ausgelöst durch ganz unterschiedliche Traumatas. Der Tod eines liebgewonnen Menschen, bewusstseinsverändernde Drogen, ein simples Ungleichgewicht in der Hirn-Chemie. Oder aber schreckliche Ereignisse, die sich wie Brandnarben in das eigene Bewusstsein brennen und dort immer wieder unkontrolliert aufflammen.

Ingenieur Isaac Clarke hat solche Erlebnisse hinter sich. Sein Abenteuer in Dead Space ist ein wahr gewordener Albtraum. Seine Begegnung mit dem außerirdischen Marker, die alles vernichtenden Necromorphs und der Verlust seiner Frau. Auch drei Jahre nach dem Ishimura-Event plagen ihn schreckliche Visionen. Er sieht Dinge, die er nicht sehen sollte. Emporgerissen durch den Schlamassel, in dem er schon wieder gelandet ist.

Genauer gesagt auf der Titan-Raumstation „The Sprawl", dem Nest der Unitology-Sekte, die in den Necromorphs eine göttliche Kraft sehen. Gerade erst hat er wieder seinen Raumanzug übergeworfen, sich durch die ersten Wellen gekämpft und ist mitten in einer Shopping-Mall herausgekommen.

Überall Leuchtreklame, Reste von Zivilisation in einem Meer von blankem Irrsinn. Scheinbar vor wenigen Minuten fand hier noch ein Kindergeburtstag statt. Bunte Ballons als traurige Erinnerung, dass es auch so etwas wie Normalität gibt. Es ist ein Wechsel der Atmosphäre.

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Was hat der Marker mit Isaac angestellt? Ist er wahnsinnig?

Weg von der Einsamkeit des Alls, hin zu einer panischen Menschheit, die verzweifelt ums Überleben kämpft. Es gibt nur eine Konstante. Blut. Überall Blut. Leichen. Zerfetzt und missbraucht. Die kläglichen Überreste eines erfüllten Lebens. Deshalb hat Isaac nur ein Ziel: Hinaus aus dem Wahnsinn, weg von seinem eigenen Schicksal, das eng mit den Markern verknüpft scheint. Wieder ist da eine Stimme in seinem Ohr, eine Frau spricht mit ihm. Sie sagt, sie will ihm helfen. Doch kann er ihr vertrauen?

So wirft euch Dead Space 2 in eine Welt aus Angst und Schrecken. Immer wieder Schockmomente, plötzliche Angriffe der Necromorphs. Zufällig gesteuert und oft unvorhersehbar. Ja, der Action-Teil hat zugenommen. Die Levels wurden klar gestrafft, das Backtracking damit fast vollkommen aus dem Weg geräumt und das Gameplay nur im Detail verbessert. Dieses Dead Space ist ein Nachfolger, wie er im Buche steht. Hübscher, ein wenig besser zu steuern und mit ein paar neuen Gameplay-Ansätzen.

Ihr bestaunt gewaltige Maschinen, ergötzt euch an fiesen, blutigen Details, dem höheren Gegeneraufkommen und einem hervorragenden Beleuchtungssystem. Erstmals müsst ihr bei der Aktivierung von defekten Elektrogeräten kleine Geschicklichkeitsaufgaben lösen. Nichts aufwändiges, aber genug, um euch auch dabei unter Strom zu halten. Sogar der Orientierungs-Lichtstrahl hat dazugelernt. Er zeigt jetzt nicht nur das nächste Ziel, sondern auch Shops, Werkbanken und Speicherpunkte an. Ein löblicher Ansatz, der aber in den ersten Leveln wirklich vollkommen unnötig ist.

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Das Einkaufszentrum: Eben noch ein Hort des Konsums, nun eine Leichenhalle.

Hier treibt euch Visceral Games durch eine Achterbahn der Spielelemente. Ihr lernt, euch mit Schubdüsen in der Schwerelosigkeit fortzubewegen statt nervig von einer Seite zur nächsten zu springen, seht zum ersten Mal Isaacs Gesicht, hört ihn endlich sprechen und kämpft gegen neue und alte Gegner.

Fiese Säure-Necromorphs beharken euch aus der Entfernung, Kinder-Wesen mit scharfen Krallen springen schreiend auf euch zu. Ihr müsst mit noch dramatischeren Situationen klarkommen. Zerstört ihr zum Beispiel ein Außenfenster, zieht das Vakuum alles, wirklich alles ins tödliche Nichts. Ihr müsst schnell einen Schalter treffen, sonst ist es auch um euch geschehen. Klar, eure Gegner werden so mit einem Schlag erledigt, aber auch jede versteckte Munition, Power-Nodes und Waffen-Schematiken entschwinden ins All.

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Kristian Metzger

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