Section 8: Prejudice

Preis-Leistung erstklassig?

Section 8 hat eigentlich fast alles richtig gemacht. Klar, es gab keine richtige Kampagne, sondern nur ein erweitertes Tutorial, aber als Multiplayer-Titel funktionierte der Ego-Shooter hervorragend. Die enorme Geschwindigkeit der Kampfanzugs-Gefechte, die durch die Abwürfe, die Jetpacks und den Overdrive entstand, sorgte für ein unverbrauchtes Spielgefühl in einer Welt voller realistischer Military-Shooter und erinnert wohlig an Tribes und Planetside.

Trotzdem hatte es der Titel schwer, sich gegen die starke Konkurrenz durchzusetzen. Die Zeiten sind einfach vorbei, dass man mit jedem Mehrspieler-Ansatz schnell die kritische Masse erreicht und die Fangemeinde jahrelang bei der Stange hält. Die Spieler wollen mehr. Viel mehr.

Section 8: Prejudice bedient diesen Wunsch und liefert mit dem Download-Nachfolger neben einem dicken Online-Update auch eine richtige Kampagne. Satte fünf Stunden seid ihr für die angesetzten 19 Euro unterwegs. Und dabei geht es richtig zur Sache. Nach einem recht umfangreichen Tutorial stürzt ihr euch mit Sergeant Alex Corde mitten in die Schlacht zwischen der 8. gepanzerten Infanterie und den fiesen Rebellen des Arm of Orion.

Euer Stützpunkt wird überfallen und ein wichtiger Gefangener entkommt. Ihr schnappt euch den letzten überlebenden Gleiter und rast blitzschnell hinterher. Das Gameplay ist dabei nur zum Teil gescriptet. Immer wieder gibt es große Action-Blasen, in denen ihr euch relativ frei durch die Gegner ballert. Das Spielgefühl unterscheidet sich, wie schon der Multiplayer, klar von anderen Shootern. Neben eurer Mobilität sind vor allem die starken Schutzschilde der Gegner von entscheidender Bedeutung. Stellt euch einfach vor, ihr tretet bei Halo nur gegen Elites an.

1
Einer weniger.

Selbst mit den modernen, Rückstoß-freien Waffen braucht ihr eine ganze Menge Treffer, bis ihr euren Gegenüber aus den Metallstiefeln haut. Wenn ihr dann auch noch auf die dick gepanzerten Mechs trefft, wird euer Überleben zur Schwerstarbeit. Überhaupt ist der Schwierigkeitsgrad überraschend knackig. Als Shooter-Veteran auf „Normal" gleich im ersten Level dreimal das Zeitliche zu segnen, ist ein Novum.

Nach der halsbrecherischen Flucht geht es auf der Jagd nach dem Verbrecher in die Berge. In einer zugeschneiten Basis bekommt ihr es dort gleich mit Dutzenden Gegnern zu tun. Ihr schlagt euch mit den oben erwähnten Mechs herum, aktiviert Verteidigungsanlagen und stellt euch einer schier unüberwindlichen Übermacht. Immer wieder unterbrochen durch ansprechende Zwischensequenze,n bestaunt ihr eine Raumflotte, die von Bomben zerrissen wird, erlebt aus der Ego-Perspektive spektakuläre Unfälle und müsst mit ansehen, wie eure Kameraden sinnlos sterben.

In einer abschließenden Sequenz hüpft ihr auf ein blitzschnelles Hoverbike und liefert euch mit dicken Geschütztürmen ein wahnwitziges Feuergefecht. Viel mehr gab es von der Kampagne nicht zu sehen, man kann sich aber denken, wo das Ganze hinführt. Ihr dürft keine optischen oder gar spielerischen Wunder erwarten.

2
Oldschool: Weitläufige Arenen und altbackenes SciFi-Artdesign.

Section 8: Prejudice liefert eine nette Kampagne alter Schule mit aufgehübschten Details und mittelprächtigem Art-Design, aber ohne abgefahrene Perspektivwechsel oder eine tiefschürfende Geschichte. Ihr dürft also viel Ballern, ein wenig Taktieren und kräftig für den Multiplayer üben. Für den Preis geht das voll in Ordnung. Ob man das aber wirklich braucht, mag dahingestellt sein.

Fans des Vorgängers brauchen sich aber keine Sorgen zu machen. Die Timegate Studios haben nicht ihr ganzes Pulver für die Kampagne verschossen, sondern dem Mehrspieler-Modus ein dickes Update verpasst. Natürlich sind die wahnwitzigen Luftlandeaktionen, die euch beim Respawn an nahezu jede Position auf der Karte befördern, genauso wieder mit dabei wie die gewaltigen Schlachtfelder. Neben einer recht umfangreichen Waffenpalette sorgen spezielle Munitionsarten und Perks für die taktische Tiefe. Satte 60 neue Schießprügel, Ausrüstungsgegenstände und Spezialfähigkeiten sind mit von der Partie. Besonders erwähnenswert: Ein Rucksack-Mörser, der einen Tool-Platz einnimmt und euch in ein wandelndes Artilleriegeschütz verwandelt.

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Kristian Metzger

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