Portal 2

Selten so gelacht

Hinweis: Ihr braucht Hilfe bei der Bewältigung der Testkammern und Koop-Kurse? Dann schaut in unsere Komplettlösung zu Portal 2.

Hinweis: Wollt ihr mehr zur Geschichte von Entwickler Valve wissen? Werft einen Blick auf den ersten Teil unserer Valve-Story.

Spoiler-Warnung: Wer wirklich nichts von der Geschichte mitbekommen möchte, sollte die Vorschau lieber nicht lesen. Die Infos stammen zwar nur aus der ersten dreiviertel Stunde, trotzdem ist es nachvollziehbar, wenn man sich die Überraschungen bis zum Launch aufheben möchte.

Wann habt ihr das letzte Mal bei einem Spiel so richtig herzhaft gelacht? Nein, kein kurzes Grinsen und wissendes Lächeln wie bei fast allen Tim-Schafer-Titeln, sondern eine richtige Lachsalve mit Bauchmuskelalarm. Bei mir ist es auf jeden Fall ewig her. Monate, Jahre. So lange, dass mir der letzte Titel nicht einmal mehr einfällt.

Umso erstaunlicher ist es, dass Portal 2 dies in der ersten Stunde ein halbes Dutzend Mal gelingt. Mit einem Roboter. Genauer gesagt mit einer Drohne, die auf den Namen Wheatley hört und an der Decke auf Schienen durch das Aperture-Science-Gebäude rauscht. Ein wirklich seltsamer Vogel, der mit seiner tolpatschigen Art und seinen leicht dümmlichen Sprüchen wirklich extrem menschlich wirkt.

Wild plappernd begleitet er die Hauptperson aus dem ersten Teil, die hübsche Chell, in ein neues Abenteuer. Ihr erster Ausbruchsversuch endete zwar mit der Vernichtung der dilatorisch veranlagten künstlichen Intelligenz GLaDOS, doch kurz vorm Ziel wurde sie wieder einfangen und erneut als Testsubjekt eingelagert. In Portal 2 erwacht sie nach jahrzehntelangem Schlaf in ihrem Quartier und wird gleich mit einem Notfall konfrontiert. Wheatley möchte fliehen und sorgt mit seinen stümperhaften, aber äußerst lustigen Versuchen, schnell aus dem Gebäude zu fliehen, für Chaos.

Doch nicht nur ihr neuer, einäugiger Sidekick macht Chell das Leben schwer. Während die holde Schönheit im Tiefschlaf von der Freiheit träumte, hat sich das Testgebäude von Aperture Science verändert. Nach dem Sieg über GLaDOS gab es keine Führung, keine ordnende Hand mehr. Die Wände der sorgsam konstruierten Illusion sind brüchig geworden, das Geheimnis ist gelüftet. Die ehemals klinisch reinen Räume wurden von Pflanzen überwuchert, sind mit Trümmerbergen übersät und versprühen einen Hauch Endzeit.

Die Grafik hat dabei zumindest einen kleinen Sprung nach vorne gemacht. Das Source-Engine-Upgrade aus Left 4 Dead 2 sorgt hier für eine noch schönere, glaubwürdigere Umgebung. Vor allem die Beleuchtung und die aufgemotzte Flüssigkeitssimulation sorgen immer wieder für beeindruckende Szenarien, auch wenn die Technik mit der Unreal Engine 3 oder der CryEngine 3 nicht ganz mithalten kann. Doch es ist vor allem das hervorragende Art-Design des amerikanischen Studios, das Technik-Mängel weit in den Hintergrund treten lässt. Portal 2 strotzt nur so vor Charakter. Jeder Raum, jede Figur und jedes Spielelement wurde mit viel Liebe zum Detail in digitale Pixel gegossen.

Dabei ist der Unterschied gerade spielerisch zu Beginn marginal. Inszeniert als eine Hommage an den ersten Teil, müsst ihr erst einmal die namensgebende Portal-Kanone finden, werdet wie beim Vorgänger langsam an die Spielmechanik herangeführt und erst viel später mit neuen Elementen konfrontiert. Die ersten Abschnitte sind dabei nicht als klassische Testumgebung designt, sondern bringen euch die neue Situation im ehemaligen Super-Labor näher. Das System klemmt, Geschütze, Drohnen und Maschinen sind nun nicht mehr eine durchchoreographierte Bedrohung, sondern einfache Hindernisse auf dem Weg in die Freiheit.

Die Reste der ehemals gut geölten Konstruktion fordern trotzdem eure Knobelfähigkeiten. Ihr müsst Companion-Cubes auf Schalter legen, Portale an der richtigen Stelle öffnen und eure Sprungfähigkeiten beweisen. Immer wieder blickt ihr hinter die Kulissen, kriecht durch dunkle Gänge und leere Schächte. Die dichte Atmosphäre, die hervorragenden Dialoge und trockenen Notfalldurchsagen gehen dabei eine perfekte Mischung ein. Ja, spielerisch ist das noch keine Offenbarung, doch bei Story und hintersinnigem Humor macht Portal 2 einen gewaltigen Schritt nach vorne. Und das ist ja nur der Anfang.

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Kristian Metzger

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