Dynasty Warriors 7 • Seite 2

In der Gameplay-Sackgasse

Neben der aufgehübschten Grafik, bei der neben den Hauptcharakteren erstmals auch das gegnerische Kanonenfutter überzeugt, es sogar ein paar Landschaftsdetails gibt und auch die Animationen einen großen Schritt nach vorne gemacht haben, sollte man vor allem das Dual-Waffen-System erwähnen. Eure Generäle können nun endlich zwei Prügel beziehungsweise Schusswaffen mit sich herumschleppen. Je nachdem, ob ihr euch durch große Massen oder starke Anführer schnetzeln wollt, könnt ihr mit der Waffe auch eure Vorgehensweise ändern. Die mächtigen EX-Spezial-Attacken lassen sich zwar nur mit eurer Stammwaffe durchführen, die noch brutaleren Muso-Angriffe funktionieren aber immer.

Das Kampfsystem hat sich sonst aber wenig weiterentwickelt. Blocken müsst ihr immer noch selten, die Kombos sind extrem übersichtlich und der taktische Anspruch vernachlässigbar. Immerhin gibt es im Eroberungs-Modus ein paar ungewöhnliche Missionen. Ich müsst andere Helden begleiten, Tiere befreien und Festungen einnehmen.

Nichts wirklich Außergewöhnliches, aber zumindest ein wenig Abwechslung und gemeinsam mit einem Kumpel auch doppelt so spaßig. Wirklich neu sind freispielbare Reittiere und Pets, die euch im Kampf beistehen. Einen großen Unterschied machen Tiger und Co. aber nicht. Genau wie befreundete Kommandanten sind sie eher schmückendes Beiwerk denn wirkliche Hilfe.

Zusätzlich gibt es noch legendäre Gefechte und einnehmbare Städte. Dort könnt ihr neue Waffen erstehen, vorhandene bei einem Schmied aufrüsten lassen und ein knallhartes Quiz spielen. Wer wirklich alle vier Kampagnen und den Eroberungs-Modus bezwingen beziehungsweise alle 63 Helden samt Cutscenes freischalten möchte, ist locker 20 bis 30 Stunden unterwegs. Dafür braucht man aber wirklich gutes Sitzfleisch und einen wirklich ausgeprägten Hang zu Prügelspielen der simplen Sorte.

Die Dynasty-Warriors-Serie hat es sich in ihrer Nische bequem gemacht. Für meinen Geschmack etwas zu bequem. Ja, der siebte Teil ist mal wieder ein Schritt nach vorne und kann sowohl bei der Grafik als auch beim gelungenen Eroberungs-Modus im Vergleich zu Vorgängern wieder Punkte gutmachen. Doch über eine gute Wertung kommt die Serie in dieser Form in Zukunft nicht mehr hinaus. Dazu ist das System zu eingefahren, das Gameplay zu altmodisch und repetitiv. Man kann damit natürlich weiterhin seinen Spaß haben und sich über die schön hirnlose Massen-Action freuen, doch früher oder später muss Koei einen Schnitt wagen.

Denn nicht nur spielerisch, auch bei der Geschichte gibt es einfach zu wenig Überraschungen. Fans der Serie kennen schon die meisten Helden und auch die ganzen Details des Drei-Fronten-Krieges, während Neulinge immer wieder im Dunkeln tappen. Doch solange die Ableger spielerisch und technisch genauso konservativ wie das Flaggschiff bleiben, ändert sich nichts am unbefriedigenden Status Quo. Oder um es kurz zu fassen: Dynasty Warriors 7 ist der beste Teil der Reihe und es reicht trotzdem nur zu einer 7. Wenn Koei mehr will, muss eine Total-OP her. Etwas Lifting reicht hier nicht mehr.

7 /10

Dynasty Warriors 7 ist für Xbox 360 und PS3 erhältlich.

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Kristian Metzger

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