Lanning: EA hat Stranger's Wrath durch nicht vorhandenes Marketing 'sabotiert'

'Unser bislang bestes Spiel'

Im Jahr 2005 veröffentlichte Electronic Arts Oddworld: Stranger's Wrath für die Xbox. Rückblickend ist Oddworld-Erschaffer Lorne Lanning aber alles andere als glücklich mit dieser Zusammenarbeit.

"Stranger war ein eine wichtige Errungenschaft", so Lanning auf dem GameCityNights-Event gegenüber Eurogamer. "Ich bin ganz und gar nicht begeistert davon, dass EA damals so einen schlechten Job beim Vertrieb gemacht hat. Es ist ein Titel, der der Welt nicht vorgestellt wurde."

"Meiner persönlichen Meinung nach ist Stranger das beste Spiel, das wir jemals gemacht haben. Es wurde sabotiert", sagt er. "Wenn ein großes Spiel erscheint, fragt einfach, wie das Budget für das Marketing aussieht. Wenn man sich als Publisher dazu entschließt, ihm kein Budget zu geben, dann besiegelt man sein Schicksal."

"Sobald wir wussten, dass es kein Marketing-Budget gab, waren unsere Erwartungen gleich Null. Auch hatten wir keine Motivation, nochmal ein Spiel für sie zu entwickeln. Unsere Geschichte ist nicht einzigartig. In der Entwickler-Community ist das üblich. Geschäftsentscheidungen werden getroffen und das Resultat sieht so aus, dass dem Entwickler der Geldhahn zugedreht wird."

"Im Fall von Stranger verkaufte es sich nicht gut, weil es nicht vorgestellt wurde, weil es nicht richtig vertrieben wurde und wegen all der anderen Faktoren, die nötig sind, damit man heute im Handel Erfolg haben kann."

Derzeit arbeiten Lanning und Just Add Water an einem Remake des Spiels für die PS3, das im Sommer erscheinen soll. Ob es auch für die Xbox 360 kommt, steht noch nicht fest.

"Abe hat im letzten Jahr hunderttausende Exemplare im PSN verkauft", so Lanning. "Kein Marketing. Keine Werbung. Einfach nur Leute, die ihren Kindern sagten, dass sie es spielen sollen: 'Ich spielte das als Kind. Ich liebte dieses Spiel. Ich will, dass du es auch spielst.'"

"Es gibt eine völlig neue Generation an Leuten, die das aufgreift. Ich kann mir das auch bei Stranger vorstellen. Es liegt lediglich an uns, sicherzustellen, dass es auf den richtigen Plattformen ist", erklärt er. "Im Bereich der digitalen Distribution werden die Leute wirklich Spaß damit haben, wenn das Spiel zu einem sehr viel kleineren Preis auf der PS3 angeboten wird. Es bekommt diesen neuen Schwung, mit dem es einfach zugänglich ist und nicht Wal-Mart entscheidet, ob man es ins Sortiment aufnimmt oder nicht."

"Jeder, der es haben will, kann sich einloggen und es kaufen. Wenn man einen PSN-Account hat, kann man es bekommen. Das ist ein gewaltiger Game Changer."

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Über den Autor:

Benjamin Jakobs

Benjamin Jakobs

Leitender Redakteur News

Seit 2006 bei Eurogamer.de dabei, Redakteur und hauptverantwortlich für den Newsbereich. Begann seine Spielerlaufbahn auf dem PC mit Wing Commander, UFO und dem Bundesliga Manager, spielt mittlerweile aber hauptsächlich auf den Konsolen, genauer gesagt Xbox One, Xbox 360, Switch, PS4, Wii U, PS3 und 3DS. Ist grundsätzlich für viele Spiele und Genres offen und mag vieles, was mit Science-Fiction zu tun hat, kann aber mit JRPGs nicht wirklich viel anfangen. @f1r3storm auf Twitter.

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